Hormonbehandlung

Hormone bei richtiger Anwendung meist unbedenklich

Jüngste Studienergebnisse geben neue Zuversicht: Bei richtiger Anwendung ist eine Hormonersatztherapie für die meisten Frauen unbedenklich.

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Hormonersatztherapie: Bei richtiger Anwendung meist unbedenklich.
Getty Images/Hemera
Warum überhaupt Hormone zu sich nehmen?

In den Wechseljahren beginnt der Körper der Frau, immer weniger weibliche Geschlechtshormone zu bilden, die fruchtbare Lebensphase geht zu Ende. In dieser Zeit der Umstellung löst der Hormonmangel bei vielen Frauen die typischen aus. Die Symptome können sehr belastend sein und die Lebensqualität beeinträchtigen. Experten sind sich darin einig, dass die Auswirkungen des Hormonmangels mit einer Hormonersatztherapie am wirksamsten ausgeglichen werden können.

Die WHI-Studie von 2002

Für Negativ-Schlagzeilen sorgte die amerikanische WHI-Studie (WHI = Women’s Health Initiative) im Jahr 2002, bei der unter der Hormonersatztherapie ein deutlich erhöhtes Risiko für Brustkrebs, Thrombosen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen festgestellt wurde. In dieser Studie wurde allerdings nur eine bestimmte Wirkstoffkombination mit einem synthetischen Gestagen als Tabletten verabreicht. Heute weiß man, dass genau diese Umstände die Risiken maßgeblich beeinflussen.

Zahlreiche neuere Studien belegen den Nutzen von transdermaler Hormongabe

Inzwischen sind eine Reihe von Studien durchgeführt worden, die belegen, dass die Art der Hormonzufuhr, die Dosierung und die Beschaffenheit der Hormone entscheidend für die Risiken der Hormontherapie sind. Die Applikation von natürlichen Hormonen über die Haut in möglichst niedriger Dosierung hat sich dabei als die Variante herausgestellt, bei der die Risiken minimiert sind. Das belegt z.B. eine siebenjährige Studie (E3N) an 70.000 Frauen in Frankreich. Danach erhöht sich auch bei langjähriger Anwendung von über die Haut verabreichtem, niedrig dosiertem, natürlichem Östrogen in Kombination mit natürlichem Progesteron das Risiko für Brustkrebs nicht. Eine weitere französische Studie (ESTHER = Estrogen and Thromboembolism Risk) zeigte, dass über die Haut verabreichte Östrogene auch das Risiko für Thrombosen nicht erhöhen, während es bei der Einnahme von Hormontabletten deutlich erhöht wurde.

In Frankreich werden seit Jahrzehnten Hormonpräparate verschrieben, die über die Haut aufgenommen werden. Diese Form der Aufnahme ist deshalb von Vorteil, weil die Präparate nicht den Stoffwechsel belasten und in sehr viel niedrigerer Dosierung zugeführt werden können.

In einer dänischen Beobachtungsstudie (DaHoR = Danisch Hormone Register) konnte außerdem nachgewiesen werden, dass Frauen, die in den Wechseljahren frühzeitig und über die Haut Östrogene bekamen, seltener einen Herzinfarkt erlitten als Frauen ohne Hormonbehandlung. Schließlich gilt es unter Experten als unumstritten, dass eine frühzeitige Östrogenbehandlung vorteilhaft ist für die Stabilität der Knochen und Osteoporose (Knochenschwund) vorbeugt.

Vorteile von natürlichem Progesteron

In der Fachwelt herrscht zudem Einigkeit darüber, dass natürliches Progesteron im Gegensatz zu synthetischen Wirkstoffen bei einer kombinierten Hormonersatztherapie das Brustkrebsrisiko nicht erhöht. Dies wertet der Vorsitzende der deutschen Gesellschaft für präventive Medizin, Prof. Armin Heufelder, als eines der wichtigsten Ergebnisse vom Weltkongress der Internationalen Menopause-Gesellschaft in Buenos Aires 2005. „Man sollte vor Hormonen keine Angst haben, sondern sie durchaus und gerade bewusst einsetzen, so Prof. Heufelder. „Aufgrund der Studien, die in den letzten Jahren zunehmend klarere Ergebnisse geliefert haben, bin ich ein Anhänger der niedrig dosierten Hormonergänzung mit natürlichen und naturidentischen Hormonen und ein Anhänger der transdermalen, also über die Haut zugeführten Behandlung.

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Fragen passend zum Thema

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 14. Oktober 2014
Quellen: Nach Informationen der Fachzeitschriften Frauenarzt, gynäkologie+geburtshilfe und gyne

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