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Dänische Langzeitstudie zeigt positive Effekte

Neue Studie bestätigt Wirksamkeit und Sicherheit der Hormontherapie

Eine dänische Langzeitstudie bestätigt Nutzen und Sicherheit der Hormonersatztherapie für Frauen mit Wechseljahresbeschwerden, wenn die Therapie zeitnah nach der letzten Regelblutung (Menopause) beginnt. Die positiven Resultate decken sich mit weiteren neueren Studienergebnissen und unterstreichen die Wirksamkeit und Sicherheit der Hormontherapie.

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Frauen in den Wechseljahren können langfristig von der Hormontherapie profitieren – das bestätigt eine aktuelle Studie.
Getty Images/Eyecandy Images RF

Kontroverse Studienergebnisse zu Nutzen und Risiken einer Hormonersatztherapie hatten in den vergangenen Jahre immer wieder zur Verunsicherung bei Anwenderinnen und Ärzten geführt und zum Teil bewirkt, dass Frauen trotz massiver Wechseljahresbeschwerden eine Hormonersatztherapie ablehnten. Anlass für die Bedenken gegenüber der Hormontherapie hatte vor allem eine groß angelegte US-Studie gegeben, die sogenannte Women's Health Initiative (WHI). Deren 2002 veröffentlichen Ergebnisse ließen zunächst auf ein vermehrtes Auftreten von Gefäßverschlüssen aufgrund von Thrombosen (Thromboembolien), ein erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko sowie auf ein gesteigertes Brustkrebsrisiko durch die Hormonbehandlung schließen.

Sicherheit einer Hormontherapie hängt an Beginn der Behandlung

Inzwischen wurde jedoch wiederholt die Sicherheit der Hormontherapie bei Frauen belegt, bei denen individuelle Risikofaktoren ausgeschlossen wurden. Insbesondere wenn die Hormontherapie möglichst schnell nach Eintritt der letzten Regelblutung begonnen wird, können Frauen mit Wechseljahresbeschwerden langfristig deutlich durch eine Verbesserung des Befindens und zusätzliche positive Effekte auf die Gesundheit profitieren. Dies bestätigt eine dänische Langzeitstudie, die den Effekt einer langfristigen Hormongabe bei über 1.000 Frauen über 16 Jahre hinweg ausgewertet hat.

Neue Langzeitstudie zur Hormontherapie

In die dänische Langzeitstudie wurden insgesamt 1.006 gesunde Frauen im Alter von 45 bis 58 Jahren einbezogen, die entweder kürzlich(in der Regel vor einigen Monaten) ihre letzte Regelblutung hatten oder unter typischen Wechseljahressymptomen litten. Sie wurden zu etwa gleichen Teilen nach dem Zufallsprinzip entweder einer Behandlungsgruppe oder einer Vergleichsgruppe zugeordnet, die keine Hormonbehandlung erhielt. In der Behandlungsgruppe wurden auch Frauen zwischen 45 und 52 Jahren aufgenommen, deren Gebärmutter entfernt worden war und die hinsichtlich ihres Hormonstatus den Frauen nach der Menopause zuzuordnen waren.

Weniger Herzinfarkte– kein gesteigertes Brustkrebsrisiko

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Nach zehn Jahren Untersuchungszeit registrierten die Forscher in der Behandlungsgruppe deutlich weniger Fälle von Herzinfarkt, Herzerkrankungen oder Tod als in der Vergleichsgruppe. Diese Reduktion des Herz-Kreislauf-Risikos war nicht mit einem erhöhten Krebsrisiko (z. B. für Brustkrebs) verbunden. Auch Schlaganfälle oder Beinvenenthrombosen traten in der Behandlungsgruppe nicht vermehrt auf. Auch nach 16 Jahren ergaben die Kontrolluntersuchungen der Wissenschaftler ähnliche Ergebnisse. In diesen Studienauswertungen wurden nur Frauen berücksichtigt, die eine mindestens fünfjährige Hormonbehandlung erhalten hatten.

Studie belegt: Früher Beginn der Hormontherapie ist entscheidend

Die positiven Ergebnisse der dänischen Studie lassen sich den Autoren zufolge vor allem auf den Zeitpunkt des Therapiebeginns zurückführen: So scheint es wichtig zu sein, mit der Hormonbehandlung möglichst kurzfristig nach dem Eintreten der letzten Regelblutungen zu beginnen. Die Teilnehmerinnen der aktuellen Studie waren bei Studienbeginn im Schnitt 50 Jahre alt, ihre letzte Periode (Menopause) lag im Mittel sieben Monate zurück, während der Altersdurchschnitt der Teilnehmerinnen der WHI-Studie aus dem Jahr 2002 bei Studienbeginn bei 64 Jahren lag und die Menopause im Mittel bereits 10 Jahren zuvor eingetreten war. Interessant: Eine nachträgliche Auswertung der Untergruppe der unter-60-jährigen Frauen in der WHI-Studie hatte ebenfalls zu positiven Ergebnissen hinsichtlich der Wirkung und Sicherheit der Hormontherapie geführt.

Studienergebnisse lassen positive Bewertung zu

Das Fazit der Experten: Die Hormontherapie muss sehr viel differenzierter als bislang betrachtet werden. Sie ist eine sichere Alternative für Frauen mit Wechseljahresbeschwerden und kann darüber hinaus Herz-Kreislauf-Risiken und Herzereignisse deutlich reduzieren, wenn die Behandlung möglichst rasch nach Eintritt der Wechseljahre beginnt. Die vorliegenden Daten erlauben den Schluss, dass jüngere herzgesunde Frauen weitaus weniger von Risiken einer Hormontherapie betroffen sind und ein Ausgleich des eintretenden Östrogenmangels im Zuge der Wechseljahre gerade in der frühen Phase gesundheitliche Vorteile bringt.

Auch die verwendeten Hormone unterschieden sich in beiden Studien in Art und Konzentration. Durch den gezielten Einsatz gut verträglicher, niedrig dosierter Hormone lassen sich auch bei langjähriger Hormontherapie Risiken minimieren und positive Effekte auf den Fettstoffwechsel, die Gefäße und die Herzgesundheit erzielen, wie die aktuelle dänische Studie zeigt.

Fachgesellschaften ändern Empfehlungen zugunsten der Hormontherapie

Aufgrund der aktuellen Studienlage haben die Fachgesellschaften kürzlich eine aktualisierte Empfehlung herausgegeben, in der sie die Hormonersatztherapie für Frauen mit Wechseljahresbeschwerden, die unter 60 Jahre alt sind und keine Vorrisiken haben, als Behandlungsalternative bewerten, die doch weniger Risiken birgt, als in den letzten Jahren angenommen.

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Autor: Claudia Urban
Letzte Aktualisierung: 14. Oktober 2014
Durch: Andreas Gill
Quellen: Schierbeck, L.L. et al.: Effect of hormone replacement therapy on cardiovascular events in recently postmenopausal women: randomized trial. In: BMJ 2012;345:e6409. (veröffentlicht am 9. Oktober 2012) Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.: Pressemitteilung: „Entwarnung für die Wechseljahre“. URL: http://idw-online.de/pages/de/news503996 vom 29.10.2012

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