
Hormontherapie
Studien belegen Vorteile der Anwendung auf der Haut
Die herz- und gefäßschützende Wirkung von Estradiol ist nach den Ergebnissen einer aktuellen Studie größer, wenn das Hormon über die Haut in den Körper gelangt.
Die Art der Hormone und ihre Darreichungsformen können den Nutzen einer Hormontherapie erhöhen dies konnte auf dem 7. Kongress der European Menopause and Andropause Society in Istanbul erneut bestätigt werden.
Dänische Forscher konnten zeigen, dass körperidentisches Estradiol, das über die Haut angewendet wird (z.B. in Form eines Dosiergels) das Risiko für akute Herzinfarkte stärker senkt als östrogenhaltige Tabletten. In einer Studie, deren Ergebnisse die Wissenschaftler auf dem Kongress präsentierten, hatten Frauen mit Östrogenbehandlung insgesamt ein um 20 Prozent vermindertes Risiko für Herzinfarkte. Bei genauerer Auswertung zeigte sich, dass Frauen, die das Östrogen Estradiol über die Haut anwendeten, ein um 50 Prozent reduziertes Risiko gegenüber Frauen ohne Hormonanwendung aufwiesen.
Auch das Risiko für die Entstehung von Thrombosen ist bei der Anwendung von Estradiol über die Haut zwei- bis dreimal geringer als unter der Einnahme von Tabletten. Die Gabe von Östrogenen über die Haut bietet gerade bei Risikopatientinnen mit Blutgerinnungsstörungen und Übergewicht mehr Sicherheit.
Im Blickpunkt des Kongresses standen zudem die Auswirkungen der Hormone auf das Brustkrebs-Risiko. Es zeigte sich in mehreren Studien, dass der Anstieg der Brustkrebsfälle bei Frauen, die mit einer Hormontherapie behandelt wurden, auf die Gabe von Gestagenen zurückzuführen ist. Die Gabe von Östrogenen über die Haut, in Kombination mit der Einnahme von natürlichem, mikronisiertem Progesteron, hatte selbst nach sechsjähriger Anwendungsdauer keinen Anstieg des Brustkrebsrisikos bewirkt (E3N-Studie). Ein Zusatznutzen der Hormonbehandlung sei außerdem der Schutz vor Osteoporose (Knochenschwund), so die Experten.






