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Hormonbehandlung

Monotherapie oder Kombinationstherapie?

Eine reine Östrogentherapie ist nur für Frauen geeignet, die keine Gebärmutter mehr haben. Häufig werden Gestagene kontinuierlich oder periodisch mit den Östrogenen kombiniert.

Vor jeder Hormonersatztherapie steht ein ausführliches Beratungsgespräch mit einem Arzt, in dem die unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten besprochen und über die richtige individuelle Therapie entschieden wird. Welcher Wirkstoff über welchen Zeitraum hinweg Anwendung findet, hängt maßgeblich von der Krankengeschichte und den Beschwerden ab.

Wann muss eine Östrogentherapie mit Gestagenen kombiniert werden?

Neben den reinen Östrogentherapien gibt es auch Kombinationstherapien, bei denen neben einem Östrogen auch ein Gestagen angewendet wird. Eine solche Kombination ist nötig, wenn die Gebärmutter intakt ist. Bei Monotherapien mit Östrogen kann es zu unkontrolliertem Wachstum der Gebärmutterschleimhaut kommen. Dieses Wachstum der Schleimhaut kann zu krankhaften Wucherungen (Hyperplasien) und letztendlich zur Entstehung von Gebärmutterkrebs führen. Gestagene verhindern diese Veränderungen. Das ist der Grund, warum jeder Frau mit Gebärmutter zusätzlich zum Östrogenpräparat auch ein Gestagen verschrieben wird. Häufig wird das natürliche Gelbkörperhormon Progesteron eingesetzt. Es verhindert nicht nur Wucherungen der Gebärmutter, sondern kann stimmungsaufhellend wirken und Schlafprobleme lindern, die auf einen Hormonmangel zurückzuführen sind.

Frauen ohne Gebärmutter können prinzipiell die Östrogene ohne Zusatzpräparat anwenden.

Formen des Zusatzes von Progesteron

Die Kombinationstherapie aus Östrogenen und Progesteron kann kontinuierlich oder sequentiell durchgeführt werden. Bei einer kontinuierlichen Therapie werden Östrogen und Gestagen täglich kombiniert angewendet. Gerade, wenn das Ausbleiben der Monatsblutung gewünscht ist, eignet sich diese Therapieform. Bei der sequentiellen Therapie wird das Progesteron nicht durchgängig eingenommen. Es werden Einnahmepausen eingelegt, deren Dauer abhängig vom angewendeten Gestagenpräparat schwanken kann. Häufig wird das Progesteron nur an 12 bis 14 Tagen des Monats zusammen mit dem Östrogen angewendet. Das kann so aussehen, dass die Einnahme des Progesterons am zehnten Tag der Östrogeneinnahme begonnen und dann über 12 bis 14 Tage fortgeführt wird. Bei dieser Form der sequentiellen Hormontherapie kommt es zu regelmäßigen Monatsblutungen.

Ob die Wahl auf eine sequentielle oder eine kontinuierliche Therapie fällt, hängt also in erster Linie davon ab, ob Blutungen vermieden werden sollen.


Quelle: Nach Informationen der Fachzeitschrift Gyne (11/2006)
Autor: Springer Medizin
Stand: Oct 6, 2008


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