
Hormonbehandlung
Ein früher Therapiebeginn ist wichtig - jedes Jahr zählt
Das richtige Timing bei der Hormonersatztherapie ist so wichtig wie die Wahl der Hormone. Experten raten: Je eher die Therapie begonnen wird desto besser.
Eine Hormonersatztherapie kann Frauen mit Hitzewallungen, depressiven Verstimmungen, Schlafstörungen und anderen Beschwerden, die sich mit den Wechseljahren einstellen können, helfen. Die Linderung dieser Symptome steht bei der Entscheidung für eine solche Therapie im Vordergrund. Die Hormonersatztherapie hat jedoch mehr zu bieten als beschwerdefreie Wechseljahre.
Nach Ansicht von Experten überwiegt vor allem beim frühzeitigen Beginn der Hormonersatztherapie der Nutzen die Risiken deutlich. In einem Interview umreißt der in München niedergelassene Endokrinologe Professor Armin Heufelder die Bedeutung einer früh einsetzenden Hormonersatztherapie:
Eine Prophylaxe muss frühzeitig einsetzen, sonst wirkt sie nicht. Östrogene können Blutgefäße, Knochen und Gehirn schützen, aber Gefäßläsionen nicht reparieren und untergegangene Knochen- und Nervenzellen nicht wiederbeleben"- kurz: bestehende Schäden nicht beheben." Daher sollten Frauen mit ausgeprägten Beschwerden in den Wechseljahren bereits im Alter von 45-57 Jahren mit der Therapie beginnen.
Nur eine frühe Hormonbehandlung kann prophylaktisch wirken
Verschiedene Studien konnten belegen, dass in den ersten zwei bis sieben Jahren der Wechseljahre die Auswirkungen des Hormonmangels sehr viel gravierender sind als in den Folgejahren. Das gilt besonders für die Dichte der Knochen, Veränderungen der Nerven und Herz-Gefäßerkrankungen. Besonders gut dokumentiert ist der Vorteil einer frühen Hormonersatztherapie beim Schutz vor Knochenschwund.
Weibliche Geschlechtshormone schützen die Gefäße und beeinflussen den Fettstoffwechsel positiv. Das ist der Grund, warum Frauen vor den Wechseljahren äußerst selten von Erkrankungen wie Herzinfarkten und Gefäßverkalkung betroffen sind. Mit den Wechseljahren steigt das Risiko erheblich. Die Hormonersatztherapie kann das Risiko vermindern. Je früher die Therapie begonnen wird desto besser ist der Schutz für das Herz-Kreislaufsystem.
Die Dauer der Behandlung richtet sich nach den Beschwerden. Wenn diese soweit gelindert wurden, dass sich die Frau wieder wohl fühlt, oder wenn sie sogar gänzlich beseitigt werden konnten, dann kann die Hormonersatztherapie abgesetzt werden. Eine längere Therapie über Jahre hinweg ist aber auch möglich. Entscheidend ist hier die Wahl der Wirkstoffe und eine möglichst niedrige Dosierung. Unter Progesteron und natürlichen Östrogenen, die über die Haut angewendet werden, ist auch nach langjähriger Behandlung kein erhöhtes Risiko für Brustkrebs und Herz-Kreislauferkrankungen zu beobachten. Wesentlich sind eine andauernde Betreuung und regelmäßige Untersuchungen durch einen Frauenarzt.






