
Menopause mit 35
Wechseljahre - wenn sie früher kommen als gedacht
Erst 35 und plötzlich bleibt die Regelblutung aus: Manchmal werden bereits Frauen unter 40 mit der Diagnose vorzeitige Wechseljahre konfrontiert. Was verbirgt sich dahinter und welche Konsequenzen hat es?
Bei jeder Frau stellen die Eierstöcke ab einem bestimmten Alter ihre Funktion ein, die weiblichen Sexualhormone Östrogen und Progesteron werden nicht mehr in ausreichendem Maße gebildet. Dieser natürliche Vorgang der Wechseljahre beginnt im Normalfall zwischen 40 und 50 Jahren. Doch bei einigen Frauen zeigen sich erste Symptome bereits vor dem 40. Lebensjahr. Experten sprechen in diesem Fall von vorzeitigen Wechseljahren, der prämaturen Menopause oder dem Klimakterium praecox. Schätzungen zufolge ist bei den 30-Jährigen ca. eine von 1.000 Frauen betroffen, bei den 40-Jährigen etwa eine von 100.
Bei Symptomen zum Arzt gehen
Treten bei jüngeren Frauen Symptome auf, die denen der Wechseljahre gleichen, sollten diese einen Gynäkologe aufsuchen. Er kann anhand der Hormonspiegel im Blut und einer Knochendichtemessung bestimmen, ob es sich tatsächlich um einen vorzeitigen Eintritt der Wechseljahre handelt oder ob eine andere Störung vorliegt.
Typisch sind neben dem Ausbleiben der Regelblutung Beschwerden wie Hitzewallungen, plötzliche Schweißausbrüche, trockene Schleimhäute, eine trockene Scheide und dadurch verursacht Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie psychische Verstimmungen bis hin zu Depressionen. Allerdings treten diese Symptome nicht immer auf - oftmals ist es das Ausbleiben der Schwangerschaft trotz wiederholter Versuche, das die betroffenen Frauen zum Gynäkologen führt.
Was sind die Ursachen?
Eine einheitliche Ursache für das vorzeitige Aussetzen der Eierstockfunktion ist nicht bekannt. Oftmals muss der Arzt den betroffenen Frauen den Grund für ihre Erkrankung schuldig bleiben, weil sich dieser anhand der Befunde nicht feststellen lässt. Eindeutiger hingegen ist die Situation bei Frauen, die sich beispielsweise aufgrund einer Krebserkrankung einer Chemo-, Hormon- oder Strahlentherapie unterziehen oder die Entfernung beider Eierstöcke vornehmen lassen mussten. Diese Behandlungen können vorübergehend oder dauerhaft zum Eintreten der Wechseljahre führen.
Hormonersatz ist wichtig
Die natürlichen Wechseljahre sind keine Krankheit im eigentlichen Sinne und werden deshalb in der Regel nur dann behandelt, wenn sich die betroffenen Frauen durch die Beschwerden stark beeinträchtigt fühlen. Kommen junge Frauen in die Wechseljahre ist das anders. Sie sollten nach Meinung von Experten immer eine Hormonersatztherapie erhalten.
Grund dafür ist der drohende Knochendichteverlust, der zur Osteoporose mit einem erhöhten Knochenbruchrisiko führt. Es wird vermutet, dass bedingt durch den Östrogenmangel der Abbau der Knochenmasse bereits nach wenigen Monaten beginnt und sich - unbehandelt - unvermindert fortsetzt. Hat der Knochenabbau bereits eingesetzt, kann ein Hormonausgleich meist nicht mehr zur vollständigen Wiederherstellung des Knochens führen. Dem Knochendichteverlust sollte deshalb durch einen rechtzeitigen Beginn der Hormonersatztherapie vorgebeugt werden.
Vermutlich kann der Hormonausgleich - vor allem bei Zufuhr über die Haut - auch vor Herzkreislauferkrankungen schützen, die ebenfalls durch anhaltenden Östrogenmangel begünstigt werden.
Welche Rolle spielt Verhütung?
Frauen, die von vorzeitigen Wechseljahren betroffen sind und kein Kind mehr bekommen möchten, wird eine Schwangerschaftsverhütung mit der Pille empfohlen. Unter der Hormonersatztherapie kann es nämlich, wenngleich selten, zu einer Schwangerschaft kommen.
Dennoch sollten betroffene Frauen mit Kinderwunsch keine allzu großen Hoffnungen darauf setzen, dass sich dieser durch die Hormonersatztherapie erfüllen kann. Denn erfahrungsgemäß lässt sich die Schwangerschaftsrate bei Frauen mit vorzeitigen Wechseljahren auf diese Weise nicht steigern. Allerdings können sich - je nach Ursache der vorzeitigen Wechseljahre - die Eierstöcke bei manchen Frauen vorübergehend erholen. In einem solchen Fall wird eine Schwangerschaft spontan wieder möglich.






