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Günstigere Fettverteilung dank Hormonersatztherapie?

In den Wechseljahren kommt es bei vielen Frauen zu Veränderungen im Körperbau. Die Fettpölsterchen vor allem an Bauch und Taille nehmen zu und das Körpergewicht steigt – eine Entwicklung, die zu Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann. Ob eine Hormonbehandlung nach der Menopause diese Entwicklung positiv beeinflussen kann, wurde in zahlreichen Studien untersucht.

In den Wechseljahren nimmt bei vielen Frauen die Knochendichte ab und das Körpergewicht steigt. Letzteres ist vor allem durch eine Abnahme der so genannten "fettfreien Körpermasse" (besteht aus der Masse von Knochen, Muskeln und Organen, auch „Magermasse" genannt) und der Zunahme der Körperfettmasse bedingt. Auch die Verteilung des Körperfetts ändert sich. Denn Frauen nach der Menopause neigen dazu, Fett vor allem an Bauch und Taille anzusetzen. Untersuchungen ergaben, dass Frauen vor der Menopause insgesamt schlanker sind, einen geringeren Körpermassenindex und ein günstigeres Taillen-/Hüftverhältnis aufweisen als Frauen nach der Menopause.

Der Körpermassenindex, auch Body Mass Index (BMI) genannt, gilt als Maß für die Beurteilung des Körpergewichts. Er errechnet sich wie folgt:

• BMI = Körpergewicht in kg geteilt durch die Körpergröße in m zum Quadrat

Nach Festlegungen der World Health Organization (WHO) gilt ein BMI von 25 bis 29.9 als Übergewicht und ein BMI von mehr als 30 als Fettsucht (Adipositas).

Das Taillen-Hüft-Verhältnis, englisch Waist-Hip-Ratio (WHR), spiegelt die Verteilung der Körpermaße wider. Ermittelt wird es im unbekleideten Zustand im Stehen, wobei der Taillenumfang in Höhe des Nabels und der Hüftumfang an der breitesten Stelle gemessen werden:

• WHR = Taillenumfang geteilt durch Hüftumfang

Bei Frauen sollte das Taillen-/Hüftverhältnis nicht mehr als 0,8 betragen, da ab diesem Wert das Risiko für Folgekrankheiten steigt. Frauen nach der Menopause, deren Körpergewicht und Taillenumfang stark zunehmen, sind deshalb in besonderem Maße durch Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefährdet.

Was bewirkt eine Hormonersatztherapie?

Es gibt Hinweise darauf, dass eine Hormonersatztherapie die Veränderungen des Körperbaus während der Wechseljahre günstig beeinflussen kann. In einer Untersuchung, in der Frauen nach der Menopause zwei Jahre lang mit Tibolon oder einer Kombination von Estradiol und Norethisteronazetat behandelt worden waren, zeigten sich deutliche Verbesserungen. Nachdem die Frauen vor Beginn der Therapie die für die Menopause typischen Veränderungen aufgewiesen hatten, nahm ihre Körpermasse im Laufe der Behandlung ab und die fettfreie Körpermasse zu. Gleichzeitig stieg die ausgangs niedrige Knochendichte wieder - ein positiver Effekt auf die Beweglichkeit, der zudem das Risiko für Knochenbrüche senkt.

In weiteren Untersuchungen wurde unter der Hormonersatztherapie außerdem eine Verbesserung der Insulin-Wirksamkeit beobachtet, die vor der Entstehung der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) schützt. Seit längerem ist bekannt, dass vermehrtes Körperfett die Empfindlichkeit der Körperzellen für die Wirkung des Hormons Insulin herabsetzt. In der Folge reicht das freigesetzte Insulin nicht mehr aus, um den durch die Nahrungsaufnahme steigenden Blutzucker abzubauen. Der Körper leidet gewissermaßen unter Insulinmangel, neues Insulin muss freigesetzt werden. Die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse werden übermäßig beansprucht. Sie "erschöpfen", sodass sich die „Zuckerkrankheit" entwickelt. Frauen jenseits der Menopause, die häufiger unter Übergewicht leiden, sind daher stärker gefährdet, Diabetes zu bekommen. Eine Hormonersatztherapie vermag, einigen Untersuchungen zufolge, die Empfindlichkeit der Körperzellen für die Wirkung des Insulins wieder zu steigern.

Nicht in allen bisherigen Studien konnte jedoch festgestellt werden, dass eine Hormonersatztherapie die Insulin-Wirksamkeit verbessert, die Körperfettmenge reduziert und die Fettverteilung verändern kann. Eine amerikanische Studie beispielweise kam zu gegenteiligen Ergebnissen: Nach einer zweijährigen Behandlung von Frauen jenseits der Menopause mit Östrogenen und Medroxyprogesteronazetat verschlechterte sich die Insulin-Wirksamkeit; Körperfettmasse und Fettverteilung blieben dagegen unbeeinflusst. Ein abschließendes Urteil über die Effekte der Hormonersatztherapie auf den Körperbau ist aus diesem Grund nicht möglich.


Quelle: Nach Informationen von Journal of Applied Physiology, Human Reproduction, The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism sowie Journal für Menopause
Autor: Kathrin Sommer
Stand: Feb 8, 2007


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