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Hormongel

Östrogenzufuhr sollte bei Raucherinnen über die Haut erfolgen

Die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden mit natürlichem Progesteron in Verbindung mit Östrogenen, die über die Haut zugeführt werden, hat sich als allgemein gut verträglich herausgestellt. Die Gefahr von Brustkrebs oder gefäßverstopfenden Blutgerinnseln kann dadurch erheblich gesenkt werden. Besonders Raucherinnen sollten deshalb auf die lokal anzuwendende Hormontherapie zurückgreifen.

Tabakrauch schädigt bekanntermaßen die Blutgefäße und begünstigt die Entstehung von Arterienverkalkung, der so genannten Arteriosklerose. Dadurch bedingt haben Raucherinnen prinzipiell ein erhöhtes Risiko, einen Gefäßverschluss (Thrombose), Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Darüber hinaus ist Rauchen ein bekannter Risikofaktor für die Entstehung von Brustkrebs. Denn Tabakrauch enthält ein Gemisch aus verschiedenen krebserregenden Stoffen (z.B. Nitrosamine, Phenole, Benzol), die man auch als Karzinogene bezeichnet, und die durch Filter kaum zurückgehalten und vom Rauchenden direkt inhaliert werden. Mehr als 60 solcher im Tabakrauch vorkommenden krebserregenden Stoffe wurden bislang identifiziert. Vermutlich begünstigt sogar das Nikotin selbst die Entartung normaler Körperzellen zu Krebszellen. Es aktiviert den Signalfaktor Akt, ein Enzym, das eine Schlüsselrolle im Zellstoffwechsel sowie bei Prozessen der Zellteilung und des Zelltods spielt. Akt ist neueren Untersuchungen zufolge auch an der Entstehung von Krebszellen in der Brust beteiligt.

Geringeres Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und Brustkrebs

Um die Gefahr von Herz-Kreislauferkrankungen und Brustkrebs nicht zusätzlich zu erhöhen, sollten Raucherinnen, die eine Hormonbehandlung in oder nach den Wechseljahren benötigen, Östrogene über die Haut zuführen. Denn in Studien hat sich gezeigt: Während Östrogene in Tablettenform zu einem gesteigerten Thromboserisiko führen, erhöht ihre Zufuhr über die Haut dieses Risiko nicht. Außerdem wird bei der Hormonzufuhr über die Haut der Leberstoffwechsel umgangen. Dadurch werden in der Leber keine Stoffwechselprodukte des Östrogens gebildet, die in Verbindung mit Stoffen aus dem Tabakrauch zu einem zusätzlich erhöhten Brustkrebsrisiko führen könnten, wie Prof. Dr. Alfred Mueck von der Universitäts-Frauenklinik Tübingen erklärte. In Untersuchungen war auch nach langjähriger Behandlung der Studienteilnehmerinnen mit einer Kombination aus über die Haut zugeführten Östrogenen und natürlichem Progesteron keine vermehrte Häufigkeit von Brustkrebs zu beobachten.


Quelle: Interview mit Prof. Dr. Alfred O. Mueck zum Thema "Hormonersatztherapie: Bei frühem Beginn überwiegt der Nutzen die Risiken", Juli 2006 sowie Parzefall, W. et al.: Die Karzinogene des Tabakrauchs. krebs:hilfe!, 2/05
Autor: Kathrin Sommer
Stand: Oct 27, 2008


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