
Was tun gegen Übergewicht?
Die richtige Ernährung macht's
Betroffene wissen: Sind die Pfunde erst da, wird man sie schwer wieder los. Dennoch ist allen Warnungen vor Gesundheitsschäden zum Trotz ein Großteil der Deutschen zu dick. Experten fordern Präventionsprogramme.
Herzkreislauferkrankungen, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und Krebs - Übergewicht fördert die Entstehung zahlreicher Krankheiten. Doch allen Warnungen vor gesundheitlichen Schäden durch die überflüssigen Pfunde zum Trotz steigt die Zahl der Übergewichtigen in allen Altersgruppen stetig an. Zwei Drittel aller Männer und mehr als die Hälfte aller Frauen in Deutschland sind übergewichtig, jeder fünfte Bundesbürger ist sogar fettleibig.
Bei den über 60-Jährigen betrifft die Fettleibigkeit fast schon jeden Dritten. Experten wie der Internist und Ernährungsmediziner Dr. Detlef Pape aus Essen fordern jetzt ganzheitliche Präventionsprogramme, die dieser Entwicklung entgegenwirken. Ihre einhellige Meinung: "Es ist leichter, einer Gewichtszunahme entgegenzuwirken, als Übergewicht abzubauen."
Der Arzt als Ernährungsberater
Übergewichtige gingen viermal häufiger als Normalgewichtige zum Arzt, führt Pape aus. Diesen Umstand könne man sich zunutze machen, ebenso wie den Vertrauensvorschuss, den Ärzte bei Patienten genießen würden. Einer Umfrage aus dem Jahr 1988 zufolge sehen zwei Drittel der Patienten ihren Arzt als kompetenten Ernährungsberater an, mit großem Abstand gefolgt von Apotheken und Reformhäusern. Ärzte könnten deshalb ihren Patienten Hilfe bei der Gewichtskontrolle anbieten. In jeder Krankenakte sollten der Body Mass Index (BMI) und der Taillenumfang als Maß für eventuelles Übergewicht vermerkt sein, so Pape.
Bei der Ernährung ansetzen
Den entscheidenden Ansatzpunkt für die Gewichtskontrolle sieht er bei der Ernährung. Das Grundprinzip ist einfach: Drei richtige Mahlzeiten zum Sattessen und keine "Dickmacher" wie Schokoladenriegel, Käsestückchen oder gezuckerte Limonaden, Obstsäfte und gesüßte Tees zwischendurch. Zum Frühstück sollten Kohlenhydrate überwiegen, mittags sei Mischkost zu empfehlen, abends rät Pape zu einem weitgehenden Verzicht auf kohlenhydratreiche Nahrungsmittel. Empfehlenswert seien stattdessen Fisch, mageres Fleisch, Magerkäse, Naturjoghurt oder Quark.
Im Alltag mehr bewegen
Untersuchungen zeigen es: Übergewichtige ernähren sich nicht nur falsch, sondern bewegen sich im Alltag auch deutlich weniger als Schlanke - der Unterschied beträgt pro Tag im Durchschnitt etwa 153 Minuten. Dicke Menschen verbrennen damit aufs Jahr gerechnet 17 Kilogramm weniger Fett als dünne. Der Hauptteil der mit dem Essen zugeführten Kalorien, so Prof. Dr. Armin Heufelder aus München, würde durch Alltagsaktivitäten verbraucht. Diese seien es, die bei drohendem Übergewicht deutlich gesteigert werden müssten.
Daher sollte man neben regelmäßigem Sport besser die Treppe als den Aufzug oder die Rolltreppe benutzen, häufiger das Auto stehen lassen und stattdessen zu Fuß gehen oder aufs Fahrrad steigen, selbst ein leckeres Essen kochen und auf den Pizza-Lieferservice verzichten - das sind nur einige Beispiele für gesünderen Lebensstil im Alltag. Die Botschaft der Ärzte ist einfach: Sich - neben einer gesunden Ernährung - bewegen, so viel es geht.






