
Brustkrebs und seine Risikofaktoren
Der Lebensstil hat großen Einfluss
Verschiedene Risikofaktoren sind bekannt, die die Entstehung von Brustkrebs begünstigen. Dabei wird der Einfluss von Lebensstilfaktoren wie körperlicher Bewegung oder Übergewicht oft unterschätzt.
Warum Brustkrebs entsteht, lässt sich im Einzelfall in der Regel nicht klären. Dennoch konnten Mediziner und andere Wissenschaftler verschiedene Risikofaktoren identifizieren, die die Entstehung von Brustkrebs begünstigen können. Neben Faktoren wie erblichen Veränderungen und hormonellen Einflüssen ist es vor allem der Lebensstil, der das Brustkrebsrisiko beeinflussen kann.
Körperliche Aktivität senkt das Brustkrebsrisiko
Eine nicht gerade geringe Bedeutung für die Entstehung von Brustkrebs hat offenbar körperliche Aktivität. Durch vermehrte körperliche Bewegung kann das Risiko für Brustkrebs um 25 bis 30 Prozent gesenkt werden.
Günstiger noch als viel Bewegung im Beruf sind Freizeitaktivitäten, die dem Spaß und der Erholung dienen. Dazu zählen Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking ebenso wie Yoga und Tanzen. Sportliche Höchstleistungen sind nicht gefragt, wichtig ist vielmehr die regelmäßige körperliche Betätigung. Untersuchungen zeigen, dass sowohl lebenslange Aktivität als auch vermehrte Aktivität nach den Wechseljahren bzw. im höheren Lebensalter von Vorteil sind.
Auch Übergewicht spielt eine Rolle
Durch körperliche Bewegung können alle Frauen ihr Brustkrebsrisiko senken - egal ob ihr Körpergewicht im Normalbereich liegt oder ob sie ein paar Pfunde zuviel auf die Waage bringen. Doch auch das Körpergewicht selbst hat Einfluss auf das Brustkrebsrisiko. So steigert Übergewicht bei Frauen nach den Wechseljahren das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Doch nicht nur das: Auch das Risiko, dass zum Zeitpunkt der Diagnose bereits eine fortgeschrittene Brustkrebserkrankung vorliegt, nimmt bei Frauen nach den Wechseljahren durch Übergewicht zu.
Offenbar ist jedoch nicht nur das absolute Gewicht von Bedeutung, sondern auch das Ausmaß der Gewichtszunahme im Erwachsenenalter. Je mehr das Gewicht bei Frauen nach dem 18. Lebensjahr zunimmt, desto größer ist das Risiko für die Entstehung bestimmter (hormonempfindlicher) Tumoren. Forscher vermuten, dass in dem bei Übergewicht vermehrten Fettgewebe mehr Östrogene gebildet werden, die wiederum das Wachstum hormonempfindlicher Brusttumoren fördern können. Ein Beweis für diese Annahme steht allerdings noch aus.
Risikofaktoren Alkohol und Rauchen
Faktoren wie mangelnde Bewegung oder Übergewicht haben somit einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Gefahr, das Brustkrebs entsteht. Diese so genannten Lebensstilfaktoren, zu denen auch Alkoholkonsum und Rauchen gehören, werden aber als Risikofaktoren oft unterschätzt oder gar „vergessen“.
Untersuchungen zufolge erhöht regelmäßiger Alkoholkonsum das Brustkrebsrisiko gegenüber Abstinenzlern abhängig von der genossenen Alkoholmenge um 10 bis 70 Prozent. Frauen, die mindestens sieben alkoholische Getränke pro Woche zu sich nehmen, haben zudem ein erhöhtes Risiko, im Falle einer Brustkrebserkrankung auch Krebs in der zweiten Brust zu bekommen.
Inwiefern Rauchen das Brustkrebsrisiko beeinflusst, ist bislang noch umstritten. Allerdings konnten Untersuchungen zeigen, dass sich Rauchen und Alkohol in ihrer krebsbegünstigenden Wirkung offenbar gegenseitig verstärken. So hatten in einer Studie an Brustkrebs erkrankte Raucherinnen, die durchschnittlich mehr als ein Glas Alkohol pro Tag tranken, im Vergleich zu mäßig trinkenden Nichtraucherinnen ein um das Siebenfache erhöhtes Risiko für Krebs in der anderen Brust.
Der Einfluss der Hormontherapie auf das Brustkrebsrisiko
Bei einer Hormontherapie können die Art der eingenommenen Hormone und die Dauer der Behandlung entscheidenden Einfluss haben, wie diverse Untersuchungen ergaben, darunter auch eine Studie von Wissenschaftlern aus Hamburg und Heidelberg mit fast 3.500 Brustkrebspatientinnen und mehr als 6.500 nicht an Brustkrebs erkrankten Kontrollpersonen. In dieser Studie hatten Anwenderinnen einer Kombinationsbehandlung aus Östrogen und Gestagen ein doppelt so hohes Brustkrebsrisiko wie Frauen, die nie eine Hormonersatztherapie erhalten hatten. Eine alleinige Östrogeneinnahme steigerte das Brustkrebsrisiko um 15 Prozent. Allerdings stieg das Risiko unter Hormonersatztherapie nur dann, wenn die Hormone länger als fünf Jahre eingenommen wurden. Die Anwendung von natürlichem Progesteron in Kombination mit Östrogenen über die Haut, also transdermal, in Form von Gelen oder Pflasternn ist hingegen offenbar nicht mit einer Steigerung des Brustkrebsrisikos verbunden, wie Studienergebnisse aus Frankreich belegen.






