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Prävention für Frauen - Sport

Bewegung hält gesund: Jeder Schritt zählt

Dank besserer Lebensumstände und enormer Fortschritte in der Medizin steigt die Lebenserwartung immer mehr. Zugleich nimmt das Risiko für bestimmte Erkrankungen mit dem Alter zu. Regelmäßige Bewegung kann vorbeugen und hält Geist und Körper jung.

Die positiven Effekte regelmäßiger körperlicher Aktivitäten wurden in der Vergangenheit wiederholt nachgewiesen. So kann Sport vor der Entstehung von Herzkreislauferkrankungen, Brust- und Darmkrebs sowie Diabetes mellitus schützen, stärkt den Bewegungsapparat und beugt der Entstehung von Osteoporose vor. Die regelmäßige Bewegung bei Frauen in den Wechseljahren kann typische Beschwerden wie Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl oder Schlaflosigkeit lindern und das seelische Wohlbefinden verbessern.

Viele Menschen haben Übergewicht

Doch mehrere Untersuchungen zeigen, dass die Deutschen eher zu den Bewegungsmuffeln gehören: Einer repräsentativen Umfrage der Techniker Krankenkasse zufolge verbringen zwei von drei Bundesbürgern ihre Freizeit am liebsten zu Hause auf dem Sofa. Nur jeder Fünfte treibt regelmäßig Sport. Die moderne Technik nimmt uns mit Auto, Rolltreppen, Aufzügen und Fernbedienungen zusätzlich nahezu jeden Schritt ab.

Das hat - im wahrsten Sinne des Wortes - schwerwiegende Folgen: Bereits zwei Drittel aller Männer und mehr als die Hälfte aller Frauen in Deutschland sind übergewichtig. Jeder fünfte Bundesbürger ist adipös, also fettleibig, bei den über 60-Jährigen sogar fast jeder Dritte. Die Fettleibigkeit wiederum geht häufig mit erhöhten Blutfettwerten, Bluthochdruck und Störungen des Zuckerstoffwechsels einher. Dieses Zusammenspiel steigert das Risiko für Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und begünstigt so die Entstehung von Herzkreislauferkrankungen.

Das als metabolisches Syndrom bezeichnete Phänomen ist letztendlich eine Vorstufe vom Diabetes, bei dem sich die Probleme weiter verschärfen. So tritt bei Frauen mit Diabetes 30 Prozent häufiger ein Ereignis auf, das auf eine Herzkreislaufstörung zurückzuführen ist, beispielsweise ein Schlaganfall oder Herzinfarkt. Zudem ist bei ihnen die Rate an peripheren arteriellen Verschlusskrankheiten dreifach höher, die Rate an Herzschwäche um 40 Prozent erhöht und auch die Sterblichkeitsrate aufgrund eines Herzinfarktes liegt über der von Frauen ohne Diabetes.

Der innere Schweinehund

Die wichtigste Ursache für Übergewicht, metabolisches Syndrom und Diabetes ist - neben einer falschen Ernährung - in erster Linie ein Mangel an körperlicher Bewegung. Denn die meisten Menschen haben große Probleme, den inneren Schweinehund zu überwinden, weiß Dr. Till Sukopp, Sportwissenschaftler aus Köln. Eine typische Ausrede: "Keine Zeit - ich weiß nicht, wann ich auch noch Sport machen soll." Sukopp geht das ganz pragmatisch an und setzt bei der Mobilisierung auf kleine Schritte. Er stattet seine Klienten zunächst mit einem Schrittzähler aus: 10.000 Schritte pro Tag - das ist das Ziel. Viele sind erstmal erstaunt, wie wenig sie sich bislang bewegen. Im Durchschnitt laufen sie daher allein aufgrund der veränderten Wahrnehmung durch das Tragen eines Schrittmachers rund 2.500 Schritte pro Tag mehr als zuvor.

Ein guter Anfang, wie Sukopp versichert: "Übers Jahr gerechnet sind das ein gewaltiger Zuwachs an Bewegung und etliche Kilo weniger Bauchfett." Zusätzlich bietet der Sportwissenschaftler Übungen an, die bequem ohne besondere Gerätschaften zu Hause durchgeführt werden können. Sie stärken gezielt die Muskulatur, lösen Verspannungen, etwa im Rücken, und verbessern die Beweglichkeit von Gelenken.

Bewegung im Alltag

Grundsätzlich empfiehlt Sukopp, jede Gelegenheit zur körperlichen Bewegung zu nutzen, die sich im Alltag bietet. Schon ein längerer Spaziergang an der frischen Luft, etwa zum Zeitungskiosk, regt den Kreislauf an und verbessert die Fitness. Das Fahrrad ist die bessere Alternative zum Auto, anstelle des Aufzugs sollte die Treppe benutzt werden. Als sportliche Aktivitäten eignen sich vor allem Sportarten, bei denen die Muskulatur längere Zeit gleichmäßig beansprucht wird. Hierzu zählen Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking, Wandern und Skilanglauf.

Ein derartiger Einsatz zahlt sich aus: Wie eine große US-amerikanische Studie belegte, kann selbst durch eine geringe Steigerung der Aktivität - 30 Minuten moderate Bewegung am Tag - die Sterblichkeit im Vergleich zu inaktiven Menschen um 27 Prozent gesenkt werden.

Weitere Informationen von Dr. Till Sukopp, inklusive Buchtipps, Bewegungsübungen und Newsletter-Bestellmöglichkeit, unter Homepage Dr. Till Sukopp

Quelle: Newsletter Prävention, 01/2008, Hrsg. Dr. Kade/Besins Pharma GmbH; Pressemitteilung der Techniker Krankenkasse vom 23. Oktober 2007; Nationale Verzehrsstudie II. Hrsg. Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz; Informationen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Broschüre "Chronischer Schmerz", 2001)


Autor: Kathrin Sommer
Stand: Jun 12, 2008


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