
Harnwegsprobleme
Lokale Östrogentherapie verhindert Harnwegsinfektionen
Nach der Menopause kommt es bei Frauen aufgrund von Östrogenmangel und allgemeinen Alterungsprozessen zu typischen Veränderungen im Harnwegs- und Genitalbereich. Die meisten der dadurch ausgelösten Beschwerden lassen sich durch den Ausgleich des Östrogenmangels mit Hilfe entsprechender Präparate bessern.
Sowohl der Genitalbereich als auch die ableitenden Harnwege reagieren auf Sexualhormone. In bzw. nach der Menopause tritt häufig ein Östrogenmangel auf. Typische Beschwerden sind Scheidentrockenheit mit häufigen Infektionen, wiederkehrende Harnwegsinfekte und unwillkürlicher Harnabgang (Harninkontinenz).
Scheidentrockenheit
Die Scheidenschleimhaut wird durch den Östrogenmangel dünner und trockener, ihre Durchblutung lässt nach. Die Folgen dieser so genannten Scheidenatrophie sind Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Juckreiz, Brennen und leichte Blutungen. Die Scheide wird anfälliger für Verletzungen und Infektionen.
Harnwegsinfektionen
Die Zahl der Harnwegsinfektionen nimmt bei Frauen nach der Menopause erheblich zu. Meist werden die Krankheitserreger vom After in Richtung Harnröhre verschleppt (Schmierinfektion) und steigen dann in die Harnblase auf. Die entstehenden Symptome sind häufiger Harndrang, brennende Schmerzen beim Wasserlassen, aber auch Nierenschmerzen und Fieber.
Harninkontinenz
Östrogenmangel kann die Stabilität der Schleimhaut im Harnwegs- und Genitalbereich schwächen und so zu Veränderungen in der Anatomie des Beckenbodens führen. Eine mögliche Folge ist Harninkontinenz, die im höheren Alter häufig durch Östrogenmangel hervorgerufen wird, manchmal aber auch andere Ursachen hat. Schätzungsweise 42% der 60- bis 69-jährigen und 35% der über 70-jährigen Frauen haben Probleme, den Harnabgang willentlich zu steuern. Viele der Betroffenen verspüren plötzlich auftretenden heftigen Harndrang, wobei es ihnen nicht gelingt, den Urin zu halten.
Eine Behandlung mit Östrogenen kann helfen
Den hormonell bedingten Veränderungen der Schleimhaut und den damit zusammenhängenden Beschwerden lässt sich durch eine örtlich angewendete Östrogentherapie entgegenwirken. Die Hormone entfalten dabei ihre Wirkung ausschließlich im Genital- und Harnwegsbereich. Sie werden über die Scheide in Form von Zäpfchen, speziellen Tabletten oder einer Creme zugeführt. Die Behandlung sollte über zwei bis vier Wochen täglich, am besten abends vor dem Zubettgehen, erfolgen. In den sich anschließenden sechs Monaten reicht es aus, die Hormone ein- bis zweimal pro Woche zuzuführen.
Die mit dem Östrogenmangel im Genital- und Harnwegsbereich auftretenden Beschwerden werden von vielen Frauen als belastend und einschränkend für Alltagsleben und soziale Beziehungen empfunden. Sie rechtzeitig und wirksam zu behandeln, verbessert daher entscheidend die Lebensqualität der Betroffenen.






