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Schmerzen im Intimbereich

Pilz oder Wechseljahrsbeschwerden?

Frauen ab Mitte 40 erkennen Scheidenpilz oft nicht sofort, sondern glauben an Vorboten der Wechseljahre. Tatsächlich jedoch sind sie stark gefährdet.

Es kommt gar nicht so selten vor, dass Frauen eine Pilzinfektion für Wechseljahrsmalessen halten, berichtet Gynäkologin Anja Oppelt. Gerade Frauen Mitte bis Ende 40 seien sich häufig unsicher. "Wenn die Scheidenflora trockener wird, kann allein dadurch ein Juckreiz oder ein Fremdkörpergefühl entstehen." Schon vor dem Einsetzen der Wechseljahre spielen nämlich die weiblichen Hormone verrückt, ihre Ausschüttung wird unregelmäßiger. Die Eierstöcke stellen langsam ihre Funktion ein. Die Zahl der Eibläschen nimmt drastisch ab. Sie reifen oft nicht mehr vollständig heran und es kommt immer seltener zum Eisprung. Aus diesem Grund nimmt die Bildung von körpereigenem Östrogen nach und nach ab.

Wechseljahre steigern Risiko für Scheidenpilz

Die hormonelle Veränderung in den Wechseljahren führt dazu, dass Frauen anfälliger werden für Scheideninfektionen. Der Grund: Die fehlenden Östrogene lassen den pH-Wert der Scheide steigen, da sich die Milchsäurebakterien vermindern. Der natürliche saure Schutzwall der Vagina wird dadurch gestört – Pilze und Bakterien können leichter eindringen und sich vermehren. Eine schlechtere Durchblutung der Schleimhäute im Genitalbereich, ebenfalls durch mangelnde Östrogene verursacht, erleichtert Krankheitserregern ihr Werk zusätzlich.

Arztbesuch bringt Gewissheit

"Ein sicheres Zeichen für eine Scheidenpilzinfektion ist der weiße, quarkähnlicher Ausfluss", berichtet LIFELINE-Expertin Oppelt. Allerdings kann eine Vaginalmykose auch ohne dieses Symptom verlaufen. Daher rät die Ärztin: Im Zweifelsfall sollte eine Frau von einem Gynäkologen abklären lassen, was die Ursache von Jucken und Brennen im Intimbereich ist. "Ist sie sicher, dass es sich um Scheidenpilz handelt, kann sie sich in der Apotheke ein rezeptfreies Anti-Pilzmittel besorgen", sagt Oppelt. Tritt allerdings nach drei Tagen Selbstbehandlung keine Besserung ein, ist doch ein Besuch beim Frauenarzt angezeigt.

Um häufigen Pilzinfektionen in den Wechseljahren vorzubeugen, gibt es die Möglichkeit, lokal eine Östrogencreme anzuwenden. Diese Option sollte mit dem Frauenarzt/der Frauenärztin besprochen werden.


Quelle: BSMO-Gespräch mit Anja Oppelt, Frauenärztin und LIFELINE-Expertin
Autor: Springer Medizin
Stand: May 15, 2007


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