
Scheidenpilz oder Östrogenmangel?
Vielfältige Ursachen für Brennen und Jucken im Vaginalbereich
Wenn die Scheide juckt, kann das verschiedene Ursachen haben. Neben Infektionen und Hauterkrankungen kann auch ein Hormonmangel dahinterstehen.
Anhaltender Hormonmangel führt zur Austrocknung und Ausdünnung der Scheidenschleimhaut. Nicht nur ältere Frauen während der Wechseljahre können betroffen sein, sondern beispielsweise auch Frauen, die die Pille zur Schwangerschaftsverhütung einnehmen. Nicht selten werden die auftretenden Symptome mit denen einer Pilzinfektion verwechselt.
Juckreiz, Brennen oder Rötung im Scheidenbereich sind typische Symptome einer Infektion mit Krankheitserregern wie Pilzen oder Bakterien. Doch auch andere Erkrankungen, z.B. eine Rückbildung der Scheidenschleimhaut infolge eines Hormonmangels (Scheidenatrophie) oder Hautkrankheiten wie Schuppenflechte, können sich dahinter verbergen. Die sichere Diagnose stellen und die richtige Therapie einleiten kann nur der Gynäkologe. Er führt eine eingehende Befragung und Untersuchung der Patientinnen durch.
Anhaltender Hormonmangel führt zur Scheidenatrophie
Die Scheidenschleimhaut wird durch den Östrogenmangel trockener und dünner. Die Durchblutung wird vermindert und die Schleimhäute bilden sich schließlich zurück.
Bei einer Scheidenatrophie leiden die Betroffenen oftmals unter Juckreiz und Brennen im Vaginalbereich. Auch leichte Blutungen sind möglich. Der Geschlechtsverkehr ist schmerzhaft, da sich die Scheide nur langsam befeuchtet. Die Scheidenschleimhaut wird anfälliger für Verletzungen und Infektionen, sodass es nicht selten zu einer späteren Ansteckung mit Krankheitserregern wie Bakterien oder Pilzen kommt.
Ein Hormonmangel tritt häufig während der Wechseljahre auf. Doch auch junge Frauen können betroffen sein, nämlich dann, wenn sie eine mit oralen Kontrazeptiva ("Pille") verhüten. Typischerweise leiden die Betroffenen nach dem Geschlechtsverkehr unter anhaltendem Brennen im Scheidenbereich. Oftmals wird zunächst eine Pilzinfektion als Ursache diagnostiziert und eine entsprechende Behandlung mit einem Pilzmittel eingeleitet, welche die Beschwerden jedoch nicht beseitigen kann. Eine gründliche Begutachtung der Scheidenschleimhaut mit einem speziellen Mikroskop (Kolposkop) führt zur richtigen Diagnose. Als Therapie wird die mehrwöchige Anwendung einer östrogenhaltigen Creme, Ovula oder Vaginalzäpfchen im Scheidenbereich empfohlen.
Infektion mit Krankheitserregern
Eine der häufigsten Ursachen für Jucken und Brennen im Scheidenbereich ist die Infektion mit Krankheitserregern. In Frage kommen Pilze (z.B. Candida albicans), Bakterien (z.B. Streptokokken, Staphylokokken, Chlamydien), Viren (z.B. Herpesviren) oder Parasiten (z.B. Trichomonas vaginalis). Besteht der Verdacht auf eine Infektion, müssen die Erreger durch spezielle Untersuchungsverfahren identifiziert werden. Anschließend wird eine spezifisch gegen den jeweiligen Erreger wirkende Behandlung durchgeführt.
Andere Ursachen
Schließlich können Hauterkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis), Lichen sclerosus oder Lichen ruber planus ("Knötchenflechte") die Genitalien betreffen und Juckreiz oder Brennen auslösen. Darüber hinaus verursachen auch krankhafte Verdickungen der obersten Zellschicht der Vulva, so genannte hyperplastische Dystrophien, die mit Krebszellvorstufen einhergehen können, zum Teil heftigen Juckreiz. Eine weitere Ursache für Brennen und Juckreiz sind allergische Reaktionen.






