
Hormonmangel
Sexualprobleme: Frau ist nicht allein
Über Probleme beim Sexualverkehr sprechen Frauen beim Gynäkologen von sich aus nur ungern. Stellt der Arzt dagegen gezielte Fragen zum Thema, überwinden viele ihre Hemmschwelle.
Frauen ist es oftmals peinlich, über sexuelle Probleme mit ihrem Gynäkologen zu sprechen, selbst wenn sie erheblich darunter leiden. Mehr als drei Viertel von ihnen wünschen sich, dass der Arzt die Initiative ergreift, das Thema offen anspricht und ihre Probleme ernst nimmt. Stellt der Gynäkologe neben gesundheitlichen Fragen auch solche zum Sexualleben, berichten 16 von 100 Frauen über sexuelle Schwierigkeiten. Von sich aus sprechen hingegen nur drei von 100 Frauen Probleme beim Geschlechtsverkehr an. Bei jüngeren Frauen ist die Hemmschwelle größer als bei Frauen über 45 Jahren.
Dabei sind sexuelle Probleme bei Frauen keine Seltenheit. In einer großen Studie mit Teilnehmerinnen im Alter zwischen 20 und 70 Jahren aus Deutschland, England, Frankreich und Italien gab fast ein Drittel der Befragten mangelndes sexuelles Verlangen an, jede Fünfte berichtete über Schwierigkeiten mit der Erregung beim Geschlechtsverkehr oder Probleme mit dem Orgasmus, jede Siebte klagte über Schmerzen beim Verkehr.
Von Bedeutung sind solche Probleme allerdings erst dann, wenn ein persönlicher Leidensdruck für die Betroffenen daraus entsteht. Während sich unter den 60- bis 70-Jährigen nur jede Vierte an fehlender sexueller Lust stört, leiden junge Frauen oftmals massiv darunter. Eine Verringerung der sexuellen Aktivitäten kann gerade in jungen Jahren zu Problemen in der Partnerschaft führen. Umgekehrt sind Partnerschaftsprobleme immer wieder auch der Anlass für Störungen des Geschlechtslebens, ebenso wie psychischer Stress oder organische Krankheiten.
Liegt die Ursache für sexuelle Probleme in einem erniedrigten Hormonspiegel, wie er während der Wechseljahre auftritt, können eine niedrig dosierte Hormontherapie und eine konsequente lokale Behandlung im Scheidenbereich mit Östrogenen Besserung verschaffen. Wichtig ist dabei, dass insbesondere die lokale Behandlung dauerhaft, mindestens aber drei bis sechs Monate lang durchgeführt wird, da sonst die Hormonspiegel wieder abfallen.






