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Wechseljahrsbeschwerden

Probleme mit der Blase und beim Geschlechtsverkehr

In den Wechseljahren treten bei vielen Frauen Probleme im Genitalbereich auf. Woran liegt das? Und vor allem: Was kann man dagegen tun?

Ab etwa Mitte vierzig produziert der weibliche Körper deutlich weniger Geschlechtshormone. Diese Hormone – die wichtigsten sind Östrogen und Progesteron - haben vielseitige Wirkungen in verschiedenen Bereichen des Körpers, auch auf die Geschlechtsorgane und die ableitenden Harnwege. Ihr Fehlen kann deshalb auch das Sexualleben beeinträchtigen und die Kontrolle der Blase erschweren.

Die Scheidenhaut wird dünner und trockener

In der fruchtbaren Lebensphase sorgen Östrogen und Progesteron für einen optimalen Aufbau der Scheidenschleimhaut. Vor allem Östrogen ist hierbei von entscheidender Bedeutung. Außerdem sorgt das Hormon für eine gute Durchblutung des Scheidengewebes und damit auch für eine gute Befeuchtung der Scheide. Schließlich stärkt Östrogen die Elastizität des Bindegewebes in der Scheide. In den Wechseljahren wird die Scheidenhaut durch den Hormonmangel zunehmend dünner und trockener. Die Elastizität der Scheide lässt nach. All dies kann zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr führen. Weil die Scheide trockener ist, können leichter Entzündungen und Infekte entstehen.

Lust und Liebe ändern sich

Viele Frauen stellen in den Wechseljahren ein Nachlassen der sexuellen Lust fest. Dies kann unterschiedliche Gründe haben. Am häufigsten ist die durch den Hormonmangel bedingte Trockenheit in der Scheide verantwortlich. Sie macht die Scheide empfindlicher und verletzlicher. Durch die Hormonschwankungen sind Frauen in den Wechseljahren außerdem anfälliger für Stress und depressive Verstimmungen, was sich ebenfalls nachteilig auf die sexuelle Lust auswirkt. Auch ein Verlust des Selbstwertgefühles oder Partnerkonflikte werden häufig als Ursache genannt. Die sexuelle Lust wird allerdings nicht von Östrogenen gesteuert, sondern – wie auch bei Männern - hauptsächlich durch das männliche Hormon Testosteron. Die Fähigkeit, einen Orgasmus zu erleben, bleibt auch im höheren Lebensalter bestehen.

Viele Maßnahmen helfen

Es gibt eine ganze Reihe von Methoden und Mitteln, mit denen man Störungen der Sexualität in den Wechseljahren bessern kann. Am einfachsten sind Salben, die die Gleitfähigkeit der Scheide steigern und so Schmerzen vorbeugen. Die örtliche Behandlung mit einer östrogenhaltigen Creme oder Vaginalzäpfchen regt Schleimhautwachstum und Durchblutung der Scheide an und beseitigt die Trockenheit ebenfalls. Außerdem kann eine Hormonersatztherapie („Hormonersatz") die Beschwerden der Wechseljahre insgesamt lindern oder beheben. Schließlich ist auch ein vertrauensvoller Austausch mit dem Partner über Gefühle und Probleme eine wichtige Maßnahme, um zu einem befriedigenden Sexualleben zu finden.

Auch Blasenschwäche ist ein häufiges Problem

Blasenschwäche (Harninkontinenz) kann auch schon bei jungen Frauen auftreten und wird mit zunehmendem Alter immer häufiger: Rund 40% der Frauen über 60 Jahren klagen über Blasenschwäche. Hierfür gibt es eine Fülle von möglichen Ursachen, die vom Arzt genau abgeklärt werden müssen. Der Hormonmangel in den Wechseljahren kann eine Blasenschwäche auslösen. Die ausbleibende Östrogenwirkung hat eine Rückbildung der Schleimhäute von Blase und Harnröhre zur Folge. Manche Frauen haben deshalb häufiger Harnwegsentzündungen und -Infekte, die zu Blasenschwäche führen können. Außerdem verliert der Beckenboden an Elastizität und wird nachgiebiger. Dadurch ist die Kontrolle des Blasenverschlusses erschwert. Jede fünfte Frau im Alter zwischen 40 und 50 Jahren klagt über unbeabsichtigten Harnabgang, vor allem unter plötzlicher Belastung wie Husten, Lachen oder beim Anheben schwerer Gegenstände.

Ärztliche Maßnahmen - und was man selbst tun kann

Nach genauer Klärung der Ursachen steht dem Arzt eine Reihe von Maßnahmen bereit, die die Blasenschwäche lindern oder beheben können. Auch operative Eingriffe sind mitunter erforderlich. Jede Frau in jedem Alter kann mit Beckenbodengymnastik sehr viel dazu beitragen, die Blasenschwäche zu bessern. Zur Entlastung des Beckenbodens ist es außerdem sehr sinnvoll, überflüssige Pfunde abzubauen.


Quelle: Herbert Kuhl: Klimakterium, Postmenopause und Hormonsubstitution. Uni-Med 2006.
Autor: Springer Medizin
Stand: Oct 27, 2008


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