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Metabolisches Syndrom

Hormonersatztherapie: Behandlung über die Haut empfohlen

Die Häufigkeit des metabolischen Syndroms nimmt bei Frauen nach den Wechseljahren aufgrund des Östrogenmangels zu. Ist bei betroffen Frauen eine Hormonersatztherapie nötig, sollte diese über die Haut erfolgen.

Nach den Wechseljahren haben Frauen durch die Verminderung der Östrogene ein erhöhtes Risiko, am metabolischen Syndrom zu erkranken. Dabei handelt es sich um das gemeinsame Auftreten von starkem Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und einem gestörten Zuckerstoffwechsel bis hin zum Diabetes mellitus.

Ein metabolisches Syndrom besteht nach der Definition der Fachgesellschaft International Diabetes Federation, wenn Übergewicht und mindestens zwei weitere dieser Faktoren gleichzeitig vorliegen. Vier von zehn Frauen jenseits der Wechseljahre, so vorsichtige Schätzungen, haben ein metabolisches Syndrom.

Herzkreislauferkrankungen drohen

Die Folgen für die Betroffenen sind gefährlich: Gestörter Fettstoffwechsel, Bluthochdruck und Diabetes mellitus begünstigen die Entstehung von Arteriosklerose ("Arterienverkalkung"). Diese wiederum ist eine der wichtigsten Ursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall.

Durch eine gesunde Lebensweise mit viel körperlicher Bewegung, einer ausgewogenen fett- und kalorienarmen Ernährung sowie dem Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholgenuss kann dem metabolischen Syndrom und seinen Folgen vorgebeugt werden.

Darüber hinaus ist eine medikamentöse Therapie möglich. So gibt es verschiedene Medikamente zur Behandlung des erhöhten Blutdrucks und des gestörten Fett- sowie Zuckerstoffwechsels.

Hormonersatztherapie bei metabolischem Syndrom

Bei der Hormonersatztherapie, die das fehlende Östrogen ersetzt, wird das metabolische Syndrom hingegen oft als Ausschlussgrund angesehen. Grund dafür ist die einhergehende erhöhte Gefahr für gefäßverstopfende Blutgerinnsel, so genannte Thromben. Denn auch das metabolische Syndrom selbst erhöht das Thrombose-Risiko.

Dem stehen Untersuchungen gegenüber, die belegen, dass ein Hormonausgleich in den Wechseljahren die Stoffwechsellage günstig beeinflussen kann. So verbesserten sich bei Frauen, die ein metabolisches Syndrom hatten, durch eine Hormonersatztherapie die Blutfettwerte. Die Konzentration gefährlicher Blutfette ging zurück, außerdem wurde überschüssiges Bauchfett abgebaut, das als besonders gefährlich gilt.

Auch eine bereits vorhandene Resistenz gegen Insulin bildete sich wieder zurück. Da diese die Ursache von Diabetes mellitus Typ 2 ist (früher "Altersdiabetes" genannt), nahm durch die Hormonersatztherapie letztlich auch das Risiko für die Entstehung der Zuckerkrankheit ab.

Darüber hinaus gingen bestimmte Entzündungsparameter und für die Blutgerinnung bedeutsame Faktoren zurück, die beim metabolischen Syndrom in vermehrtem Maße auftreten. Einige Untersuchungen wiesen zudem eine Senkung des Blutdrucks nach.

Empfohlen: Anwendung über die Haut

Da das metabolische Syndrom mit einem erhöhten Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln einhergeht, wird betroffenen Frauen mit Wechseljahrsbeschwerden, die einen Hormonausgleich erhalten sollen, eine Behandlung über die Haut empfohlen, etwa in Form eines Estradiol-Gels. Dadurch lässt sich das hormonbedingte Thromboserisiko minimieren oder ganz vermeiden. Vaginale Beschwerden, wie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, können durch eine zusätzliche Behandlung mit estriolhaltigen Vaginalzäpfchen oder -cremes gebessert werden.


Quelle: Nach Informationen der Fachzeitschriften Menopause International (2008. 14:21-5), Maturitas (2008. 60:10-8) sowie Diabetes, Obesity and Metabolism (2005. 8:538-54)
Autor: Kathrin Sommer
Stand: Nov 21, 2008


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