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Symptome der Wechseljahre

Sinkende Stimmung und kein Verlass auf das Gedächtnis?

Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Gedächtnislücken – bei vielen Frauen schlagen die Wechseljahre auch auf das Gemüt.

Die Stimmung leidet unter den Hormonschwankungen

Symptome wie Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Antriebslosigkeit und depressive Verstimmungen treten im Klimakterium häufig auf. Sie werden meist mit dem Östrogenabfall in Verbindung gebracht. In den Wechseljahren sinkt als erstes der Pegel des Progesterons im Blut und erzeugt damit eine ähnliche Verschiebung der Hormon-balance wie in den Tagen vor der Regel und damit häufig auch ausgeprägtere Stimmungstiefs. Vor allem aber reagieren die meisten Frauen sehr empfindlich auf Schwankungen dieser beiden Hormone, die in den Wechseljahren heftig sein können.

Schließlich fallen die hormonellen Veränderungen oft zusammen mit einschneidenden privaten Umwälzungen in der Lebensmitte, die ohnehin von vielen Frauen als belastend empfunden werden. Hierzu gehören Veränderungen in der Partnerschaft, der Auszug der erwachsenen Kinder oder auch der Tod der Eltern. Die damit verbundenen reaktiven Ängste und Verstimmungen können durch den Hormonentzug physiologisch verstärkt werden.

Weibliche Geschlechtshormone sprechen nicht nur speziell weibliche Organe an, sie steuern auch viele weitere Funktionen, beispielsweise im Nervengewebe und Gehirn. In den Wechseljahren wird die körpereigene Ausschüttung der beiden Hormone Östrogen und Progesteron nach und nach eingestellt. Diese hormonelle Veränderung kann auch Auswirkungen auf die Psyche und den Schlaf haben.

Schlafen mit Unterbrechungen

Viele Frauen können in den Wechseljahren nicht gut einschlafen. Sie wachen häufiger auf und finden nicht in den Schlaf zurück. Ungefähr jede vierte Frau ist davon betroffen. Oft liegt das auch an Hitzewallungen und nächtlichem Schwitzen, die den gewohnten Schlafrhythmus stören. Ausgeprägte Schlafstörungen führen zu körperlicher Erschöpfung am Tage, Leistungsfähigkeit und Stimmung sinken erheblich.

Wahrnehmung und Gedächtnis lassen nach

Östrogene wirken aktivierend auf die Gehirndurchblutung und fördern das Nervenwachstum sowie die Vernetzung der Nerven untereinander. Sie bessern das Kurzzeitgedächtnis und die Schärfe der Sinne, also Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken und Riechen. Mit zunehmendem Alter lassen all diese Fähigkeiten ohnehin nach. Ein Mangel an Östrogenen kann den Rückgang der geistigen Leistungsfähigkeit und der Wahrnehmung beschleunigen.

Was tun, um vergnügt und fit zu bleiben?

Gegen Schlafstörungen gibt es eine ganze Reihe von einfachen Maßnahmen, die auch der seelischen und geistigen Gesundheit dienen. Dazu zählt ein regelmäßiger Lebensrhythmus, viel Bewegung und der Verzicht auf Aufputschmittel wie Tee und Kaffee sowie Zigaretten. Außerdem lohnt es sich, eine Entspannungstechnik, z.B. Yoga oder Autogenes Training, zu lernen.

Schlafstörungen und psychische Probleme können auch mit einer Hormonersatztherapie gebessert werden. Für betroffene Frauen speziell mit Schlafproblemen, die häufig durch Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen verursacht werden, eröffnet eine jüngste Untersuchung des Max Planck Institutes neue Perspektiven. Nach den Ergebnissen einer Schlafstudie nahmen die Wachzeiten bei der abendlichen Einnahme von natürlichem Progesteron im ersten Drittel des Nachtschlafes um 30 Prozent ab. Die für den Körper so wichtigen Traumphasen nahmen hingegen sogar zu. Damit sind weitere positive Effekte des Hormons belegt, das zur Behandlung klimakterischer Beschwerden meist mit einem östrogenhaltigen Dosiergel kombiniert wird. Eine Kombinationstherapie aus Progesteron und Östrogen ist bei Frauen notwendig, die noch eine Gebärmutter haben.

Ein Gespräch mit dem Arzt hilft, die individuell am besten geeigneten Maßnahmen herauszufinden unter Berücksichtigung aller persönlichen Vorbelastungen und Risiken.


Quelle: Informationen der Deutschen Gesellschaft für präventive Medizin e.V. zur 9. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie in Dresden 2005 sowie Herbert Kuhl: Klimakterium, Postmenopause und Hormonsubstitution. Uni-Med 2006.
Autor: Springer Medizin
Stand: Oct 27, 2008


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