Veränderung des Zyklus

Schwanger in und nach den Wechseljahren?

Kann eine Frau in oder nach den Wechseljahren noch schwanger werden? Im Prinzip ja, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch äußerst gering.

„Die hin und wieder auftretenden schwangerschaftsähnlichen Beschwerden gehen in den allermeisten Fällen auf die im Körper stattfindenden Hormonumstellungen zurück und können durch die Anwendung von Östrogenen über die Haut gelindert werden", sagt Prof. Dr. med. Heinz-Günther Bohnet vom Expertenrat Hormontherapie.

Die Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Schwangerschaft nimmt mit zunehmendem Lebensalter ab. Erfolgt der Geschlechtsverkehr etwa zum Zeitpunkt des Eisprungs, beträgt sie bei Frauen zwischen dem 20. und 25. Lebensjahr rund 30 Prozent. Besonders jenseits der Vierzig wird die Chance, schwanger zu werden, immer geringer.

Bis zur Postmenopause ist eine Schwangerschaft möglich

Während der Wechseljahre (Klimakterium) versiegt zunehmend die Aktivität der Eierstöcke und es reifen immer weniger befruchtungsfähige Eizellen heran., Die Produktion der Geschlechtshormone, wie Progesteron und Östrogen, geht nach und nach zurück. Die monatlichen Blutungen treten nur noch unregelmäßig auf. In dieser Zeit ist eine Schwangerschaft bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr prinzipiell nicht ausgeschlossen, da es immer wieder zu einem Eisprung kommen kann. Nach dem Ende der Wechseljahre jedoch, in der so genannten Postmenopause, die zwölf Monate nach der letzten spontanen Regelblutung beginnt, reifen keine befruchtungsfähigen Eizellen mehr aus. Eine Schwangerschaft ist dann im Grunde nicht mehr möglich. Frauen wird daher empfohlen, so lange zu verhüten, bis der Eintritt der Postmenopause sicher festgestellt wurde – also mindestens ein Jahr nach dem Ausbleiben der letzten Regelblutung.

Leicht zu verwechselnde Symptome

Nicht selten allerdings treten in und nach den Wechseljahren Beschwerden auf, die denen einer Schwangerschaft ähneln. Leichte Übelkeit, Hungerattacken, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und schnelles Ermüden gehören ebenso dazu wie Brustspannen oder Unterleibsschmerzen. Diese Symptome lassen sich durch einen Ausgleich des Hormonmangels verringern. Prof. Bohnet empfiehlt die Anwendung geringer Mengen von Östrogenen über die Haut. Die idealerweise in Form eines Dosiergels angewendeten Hormone können das Befinden rasch bessern.

Im Zweifelsfall können betroffene Frauen einen in der Apotheke erhältlichen Schwangerschaftstest durchführen, um eine Schwangerschaft sicher auszuschließen.

Zur kompletten Antwort von Prof. Bohnet im Expertenrat Hormontherapie


Quelle: Nach Informationen von J. W. Dudenhausen und H. P. G. Schneider "Frauenheilkunde und Geburtshilfe" (Berlin, New York: Walter de Gruyter 1994) sowie New England Journal of Medicine (NEJM 1995, 333(23), 1517-1521)
Autor: Kathrin Sommer
Stand: May 22, 2008


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