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Hormonspiegel: Messung

Von Östradiol bis Progesteron - Hormone in der Menopause

Was bedeuten eigentlich all die Begriffe und Abkürzungen im Laborbericht zur Bestimmung des Hormonspiegels? Wir geben einen Überblick.

Der Hormonspiegel einer Frau ist ein wertvolles Diagnoseinstrument. Eine Analyse wird beispielsweise durchgeführt zur Feststellung einer Schwangerschaft, zur Kontrolle des Schwangerschaftsverlaufs oder wenn der Verdacht auf Störungen oder Unregelmäßigkeiten der Eierstockfunktion besteht (Störungen der monatlichen Regelblutung beispielsweise durch Eintritt der Menopause oder zu Grunde liegender Erkrankungen). Je nach Fragestellung werden nicht nur die Geschlechtshormone im Blut bestimmt, sondern auch weitere Hormone, die direkt oder indirekt mit der Funktion der Eierstöcke im Zusammenhang stehen.

Die untersuchten Hormone im Überblick


  • Östriol
    Die Konzentration des Östrogens Östriol steigt im Blut während der 20. und 40. Schwangerschaftswoche kontinuierlich an. Die Messung wird zur Beurteilung des Schwangerschaftsverlaufs herangezogen.

  • Östradiol
    Östradiol ist das hauptsächlich von den Eierstöcken der jüngeren Frau gebildete Östrogen. Die Messung wird zur Beurteilung des Schwangerschaftsverlaufs herangezogen. Östradiol wird auch bestimmt, um den Eintritt der Menopause diagnostisch zu bestätigen.

  • Progesteron
    Zur Kontrolle des Monatszyklus wird die Konzentration von Progesteron im Blut um den 8. sowie den 21. Zyklustag bestimmt. Hierdurch lässt sich z.B. feststellen, ob ein Eisprung stattgefunden hat oder nicht.

  • Gonadotropine LH und FSH
    Zu der Gruppe der Gonadotropine gehören das luteinisierende Hormon (LH) und das Follikel-stimulierende Hormon (FSH). Beide werden in der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) gebildet. Sie sind bei der Frau für die Entwicklung funktionsfähiger Eizellen sowie die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone Östrogene und Gestagene verantwortlich. Die Gonadotropine sind in der Diagnostik einer gestörten Fruchtbarkeit wichtig. Die Konzentration von FSH im Blut wird auch bestimmt, um den Eintritt der Menopause diagnostisch zu bestätigen.

  • Testosteron
    Das männliche Geschlechtshormon Testosteron wird in geringen Mengen bei Frauen in den Eierstöcken und der Nebenniere gebildet. Ist die Produktion z.B. aufgrund einer Erkrankung der Nebenniere erhöht (Hyperandrogenämie), kommt es zu Störungen der Eierstockfunktion, etwa in Form von Unregelmäßigkeiten der monatlichen Regelblutung.

  • Prolaktin
    Prolaktin wird in der Hypophyse gebildet. Es ist für das Wachstum der Brustdrüsen während der Schwangerschaft sowie für die spätere Produktion der Muttermilch verantwortlich. Stark erhöhte Werte liegen beispielsweise bei einem bestimmten Hirntumor (Hypophysentumor) vor. Eine erhöhte Prolaktinkonzentration führt häufig zum Ausbleiben des Eisprungs und der monatlichen Regelblutung.

  • Humanes Choriongonadotropin (HCG)
    HCG wird während der Schwangerschaft von der Plazenta gebildet. Seine Konzentration ist vor allem in der frühen Schwangerschaft sehr hoch, weshalb es zum Frühnachweis einer Schwangerschaft im Blut oder Urin gemessen wird.

  • Sexualhormonbindendes Globulin (sexualh.-bind. G, SHBG)
    Die Geschlechtshormone sind im Blut an ein Eiweiß, das sexualhormonbindende Globulin (SHBG), gebunden. Das gebundene Hormon kann seine Wirkungen nicht entfalten. Die SHBG-Bildung in der Leber unterliegt verschiedenen Einflüssen. Veränderte Konzentrationen von SHBG deuten beispielsweise auf Erkrankungen der Schilddrüse hin.

  • Schilddrüsenhormone T3 und T4Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) werden in der Schilddrüse gebildet. Da sie die Bildung von sexualhormonbindendem Globulin stimulieren, das wiederum die im Blut befindlichen Geschlechtshormone an sich bindet, kann sich hinter Störungen der monatlichen Regelblutung auch eine Schilddrüsenerkrankung verbergen. Aus diesem Grund werden bei der Bestimmung des Hormonstatus auch die Schilddrüsenhormone T3 und T4 im Blut gemessen.

  • Thyreotropes Hormon (Thyrotropin, TSH)
    TSH wird in der Hypophyse gebildet. Es steuert die Produktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4 und wird zur Diagnostizierung von Schilddrüsenerkrankungen herangezogen.


Quelle: Dudenhausen und Schneider "Frauenheilkunde und Geburtshilfe" (Walter de Gruyter 1994), Greiling und Gressner "Lehrbuch der Klinischen Chemie und Pathobiochemie (Schattauer 1989) sowie Löffler und Petrides "Physiologische Chemie" (Springer-Verlag 1990)
Autor: Kathrin Sommer
Stand: Oct 10, 2008


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