Hormonspiegel: Werte

Mein Laborbefund – was sagt er aus

Um festzustellen, ob bestimmte Beschwerden auf den Beginn der Wechseljahre zurückzuführen sind oder nicht, werden die Konzentrationen verschiedener Hormone im Blut gemessen. Was bedeuten die ermittelten Werte?

Neben Unregelmäßigkeiten und schließlich dem gänzlichen Ausbleiben der Regelblutung können während der Wechseljahre verschiedenste Symptome, z.B. Hitzewallungen, plötzliche Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Depression, Gedächtnisstörungen, Beschwerden im Intimbereich, Gelenk- und Muskelschmerzen, trockene Augen, Blasenschwäche oder Spannungen in der Brust, auftreten. Um sicherzugehen, dass solche Beschwerden nicht auf eine Krankheit, sondern auf den Eintritt der Wechseljahre und die damit verbundene Hormonumstellung zurückzuführen sind, kann der Hormonspiegel im Blut gemessen werden.

Welche Hormone werden gemessen?

Die Wechseljahre sind eine Folge der allmählich nachlassenden Funktion der Eierstöcke. Diese produzieren weniger weibliche Geschlechtshormone (Östrogene, Progesteron), wodurch es auch zu einer Veränderung anderer Hormonspiegel im Körper kommt. Nach und nach verändern sich die Spiegel folgender Hormone:

FSH (Follikel-stimulierendes Hormon)
FSH ist ein so genanntes Gonadotropin ("auf die Geschlechtsdrüsen einwirkend"). Es wird in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet. FSH wirkt bei der Frau auf die Eierstöcke und sorgt für die Entwicklung funktionsfähiger Eizellen. Zusammen mit dem sogenannten Luteinisierenden Hormon (LH) regt FSH außerdem die Produktion von Östrogenen und Progesteron in den Eierstöcken an. Zwischen FSH und den weiblichen Geschlechtshormonen besteht eine negative Rückkopplung: Sind die Östrogen- und Progesteronspiegel im Blut hoch, wird wenig FSH von der Hirnanhangdrüse ausgeschüttet. Fallen die Östrogen- und Progesteronspiegel ab, steigt die Ausschüttung von FSH an. Auf diese Weise regulieren sich diese Hormone gegenseitig.

Versiegt in den Wechseljahren allmählich die Produktion der Geschlechtshormone durch die Eierstöcke, versucht der Körper durch eine vermehrte Bildung von FSH die Funktion der Eierstöcke wieder anzukurbeln. Die Konzentration von FSH im Blut steigt an. Erst einige Jahre nachdem die letzte Regelblutung aufgetreten ist, sinken die FSH-Werte wieder leicht ab.

Der FSH-Spiegel im Blut kann auch zur Vorhersage der letzten Regelblutung - und damit zur Vorhersage des Eintritts der Menopause - herangezogen werden.

Progesteron
Progesteron wird von den Eierstöcken während der zweiten Zyklushälfte ausgeschüttet. Es sorgt im Falle einer Befruchtung u.a. für die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut. Wird im Verlauf der Wechseljahre weniger Progesteron gebildet, kommt es zu Zyklusstörungen mit unregelmäßigen Blutungen. Die Bestimmung des Progesteronspiegels muss in der zweiten Zyklushälfte erfolgen.

Östrogene
Östrogene, die ebenfalls von den Eierstöcken ausgeschüttet werden, sorgen u.a. für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut während des monatlichen Zyklus. Durch ihren Ausfall kommt es zu den Hitzewallungen und Schweißausbrüchen. Bei der Bestimmung des Hormonspiegels wird in der Regel die Konzentration von Östradiol gemessen.

Wie sehen die Laborbefunde aus?

Die folgenden Tabellen sollen die Veränderungen der Hormonspiegel während der Wechseljahre verdeutlichen. Die dargestellten Werte sind Referenzwerte, die für den Durchschnitt der Bevölkerung zutreffen. Individuelle Abweichungen von diesen Werten sind möglich. Auch können die Referenzbereiche von Labor zu Labor geringfügig schwanken.

Laborbefund vor den Wechseljahren

Hormon
Referenzbereich
 
1. Zyklushaelfte
Eisprung
2. Zyklushaelfte
FSH
2,5 - 10 IE/l
3,5 - 33,5 IE/l
1,5 - 9 IE/l
Oestradiol
25 - 200 ng/l
150 - 300 ng/l
> 80 ng/l
Progesteron
< 1 µg/l
 
Fruehphase: > 5 µg/l

Spaetphase: > 12 µg/l




Laborbefund in den frühen Wechseljahren

Hormon
Referenzbereich
FSH
10 - 12 IE/l
Oestradiol
meist entsprechend dem Befund vor den Wechseljahren
Progesteron
entsprechend dem Befund vor den Wechseljahren oder erniedrigt




Laborbefund in den Wechseljahren

Hormon
Referenzbereich
FSH
> 12 IE/l
Oestradiol
1. Zyklushaelfte: < 25 ng/l
2. Zyklushaelfte: < 80 ng/l
Progesteron
2. Zyklushaelfte: < 5 µg/l




Laborbefund nach den Wechseljahren

Hormon
Referenzbereich
FSH
23 - 116 IE/l
Oestradiol
< 20 ng/l
Progesteron
< 1 µg/l





Quelle: Nach Informationen von Leidenberger, F. et al. (Hrsg.): "Klinische Endokrinologie für Frauenärzte" (Springer Verlag, 2005) sowie Dudenhausen und Schneider (Hrsg.): "Frauenheilkunde und Geburtshilfe" (Walter de Gruyter, 1994)
Autor: Kathrin Sommer
Stand: Feb 23, 2009


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