Möglicher Zusatznutzen

Mit Hormontherapie Diabetes-Risiko senken?

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Ein positiver Nebeneffekt der Therapie!
Getty Images/Hemera

Diabetes mellitus, die Zuckerkrankheit, ist eine gefährliche Erkrankung mit oft weitreichenden Folgen. Eine Hormonersatztherapie kann Frauen in und nach den Wechseljahren eventuell vor ihrer Entstehung schützen.

Der Diabetes mellitus ist durch anhaltend hohe Blutzuckerwerte gekennzeichnet. In den entwickelten Industrienationen ist er inzwischen eine der häufigsten chronischen Erkrankungen, seine Verbreitung nimmt stetig zu. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO wird die weltweite Anzahl der an Diabetes erkrankten Personen von 171 Millionen im Jahr 2000 auf mehr als 366 Millionen im Jahr 2030 ansteigen. Auch in Deutschland ist seit mehreren Jahrzehnten eine kontinuierliche Zunahme von Diabetespatienten zu beobachten. So waren im Jahr 2001 6,9 Prozent der deutschen Bevölkerung wegen einer Zuckerkrankheit in Behandlung, im Jahr 2004 waren es bereits 7,6 Prozent und damit rund 6,4 Millionen Menschen.

Im höheren Lebensalter häufiger

Der Häufigkeitsanstieg betrifft im Wesentlichen den Typ-2-Diabetes. Er wurde früher auch als „Altersdiabetes“ bezeichnet, weil er im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes häufiger im höheren Lebensalter vorkommt. Unter den 40- bis 59-Jährigen sind etwa zwischen vier und zehn Prozent der Frauen und Männer an Diabetes erkrankt, bei den über 60-Jährigen sind es zwischen 18 und 28 Prozent.

Insulin kann nicht mehr wirken

Beim Diabetes mellitus liegt eine Störung des Glukosestoffwechsels vor, die letztendlich zu einer dauerhaften Erhöhung der Zuckerkonzentration im Blut (Hyperglykämie) führt. Beim Typ-2-Diabetes besteht ein relativer Insulinmangel: Das blutzuckersenkende Hormon Insulin kann an den Körperzellen nicht mehr seine volle Wirksamkeit entfalten, weil sich – meist infolge eines dauerhaften Überangebots – eine Resistenz gegen das Hormon entwickelt hat. Als eine der wichtigsten Ursachen gilt Übergewicht bzw. Fettsucht.

Die Folgen sind gefährlich

Diabetes ist eine tückische Erkrankung. Zwar treten bei schlecht eingestelltem Blutzucker oder noch nicht erkannter Krankheit auch Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, starker Durst und häufiges Wasserlassen auf. Doch diese Beschwerden sind oft nur unspezifisch, sodass der Diabtes mellitus häufig erst spät entdeckt wird.

Die Folgen eines nicht oder nur unzureichend behandelten Diabetes können jedoch schwerwiegend sein: Durchblutungsstörungen an der Netzhaut mit Sehstörungen bis hin zur Erblindung (diabetische Retinopathie), Nierenschäden bis hin zum Nierenversagen, Nervenschädigungen, offene schlecht heilende Wunden und Geschwüre insbesondere an den Füßen („diabetischer Fuß“) sowie Arteriosklerose (Gefäßverkalkung), die nicht selten im Zusammenhang mit anderen Risikofaktoren wie Übergewicht, erhöhten Blutfettwerten, Bluthochdruck und Rauchen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, z.B. koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Schlaganfall, steigert.

Schutz vor Diabetes durch Hormonersatztherapie?

Frauen in und nach den Wechseljahren können offenbar von einer Hormonersatztherapie profitieren. So gibt es Studienergebnisse, die darauf hinweisen, dass eine Hormonersatztherapie im Vergleich zu einem Scheinmedikament (Placebo) die Neuerkrankungsrate bei Frauen in den Wechseljahren zurückgehen lässt. Außerdem konnten Wissenschaftler in einer anderen Studie nachweisen, dass Frauen nach den Wechseljahren, die irgendwann einmal eine Hormonersatztherapie angewendet hatten, seltener an Diabetes mellitus erkrankten als Frauen, die niemals eine solche Therapie durchgeführt. Demnach könnte eine Hormonersatztherapie in den Wechseljahren das Risiko für die Entstehung eines Diabetes mellitus senken.

Autor: Kathrin Sommer
Letzte Aktualisierung: 04. März 2010
Quellen: Deutscher Gesundheitsbericht. Diabetes 2007. Hrsg. Deutsche Diabetes-Union (DDU); Wenderlein, M.: Hormonersatztherapie zur Prävention. Diabetes, KHK und Co. – vieles spricht für die HRT. gynäkologie + geburtshilfe, 2009, 10: 69-72; de Lauzon-Guillain, B. et al.: Menopausal hormone therapy and new-onset diabetes in the French Etude Epidemiologique de Femmes de la Mutuelle Générale de l’Education Nationale (E3N) cohort. Diabetologia 2009, 52: 2092-2100

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