Abnehmende Östrogenspiegel spielen eine Rolle

Dünnere Haut in den Wechseljahren?

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Die Haut ist nach den Wechseljahren häufig dünner.
(c) Medioimages/Photodisc

Einige Frauen bekommen nach den Wechseljahren eine trockene schlaffe und faltige Haut, dünne Haare oder brüchige Nägel. Dahinter können sinkende Östrogenspiegel stehen.

Nicht selten treten nach den Wechseljahren Veränderungen an Haut und Haaren auf. So kann die Haut dünner und trockener werden sowie an Elastizität verlieren. Auch die Durchblutung der Schleimhaut im Scheidenbereich geht unter Umständen zurück, die Scheidenhaut bildet sich zurück. Daneben können die Haare ausfallen und die Nägel brüchig werden. Andere mögliche Symptome sind verzögerte Wundheilungsprozesse, sodass es deutlich länger dauert, bis Hautverletzungen abheilen. Eine wesentliche Ursache für diese Veränderungen können die sinkenden Östrogenspiegel während der Wechseljahre sein.

Östrogen – mehr als nur "Geschlechtshormon"

Bei Frauen im gebärfähigen Alter werden die Östrogene hauptsächlich in den Eierstöcken produziert, zu einem geringeren Teil auch in der Nebennierenrinde und im Fettgewebe. Als weibliche Geschlechtshormone sind sie wesentlich für die Ausprägung weiblicher Merkmale wie Brustwachstum, weibliche Fettverteilung im Körper oder weibliche Behaarung verantwortlich und an der Steuerung des Monatszyklus beteiligt.

Doch Östrogene sind weit mehr als „nur“ Geschlechtshormone, sie erfüllen eine Vielzahl weiterer Aufgaben im Körper. So unterstützen sie beispielsweise den Knochenaufbau, sind an der Stabilisierung des Bindegewebes beteiligt, in den Fettstoffwechsel eingebunden und stimulieren das Immunsystem. Sinken die Östrogenkonzentrationen, können diese Prozesse in Mitleidenschaft gezogen werden.

So wirken Östrogene auf Haut und Haare

Östrogene beeinflussen auch die Beschaffenheit der Haut. Noch weiß man noch nicht vollständig, welche Prozesse dabei ablaufen. Es wird allerdings vermutet, dass die Hormone über spezielle Bindungsstellen, so genannte Rezeptoren, an der Haut wirken. Die derzeit vorliegenden Erkenntnisse zum Einfluss der Östrogene auf Haut und Scheidenhaut gehen unter anderem auf die Erfahrungen mit der Hormontherapie bei Frauen in und nach den Wechseljahren zurück.

So ergaben Untersuchungen, dass eine Therapie mit Östrogenen nach der Menopause auch die Dicke der Haut positiv beeinflusst. Nach einer mehrwöchigen Therapie mit einem Östrogen-Gel kann beispielsweise die Dicke von Ober- und Unterhaut (Epidermis und Dermis) zunehmen. Ebenso erhöht sich unter Umständen die Menge an Kollagen, das Bestandteil des Bindegewebes ist und für dessen Zugfestigkeit sorgt. Daneben verbessert sich die Durchblutung und Elastizität der Haut... Darüber hinaus kann eine Hormontherapie offenbar auch die Wundheilung positiv beeinflussen.

Beschwerden im Intimbereich

Scheidentrockenheit, wiederkehrende Infekte, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Reizzustände und Entzündungen können ebenfalls durch einen Östrogenmangel hervorgerufen werden. Eine lokale Therapie mit Östriol kann dann helfen, die Beschwerden zu bessern. Eine Östriol-Therapie sollte über mehrere Monate konsequent durchgeführt werden, damit die Scheidenhaut wieder optimal aufgebaut wird. Die hormonelle Wirkung setzt zudem nur im Vaginalbereich ein und hat kaum Einfluss auf den gesamten Organismus.

So zeigen sich die Wechseljahre

Autor: Kathrin Sommer
Letzte Aktualisierung: 14. Oktober 2014
Quellen: Hall, G und Phillips, TJ: Estrogen and skin: The effects of estrogen, menopause, and hormone replacement therapy on the skin. J Am Acad Dermatol 53 (2005), S. 555-568. Patriarcaa, MT et al.: Effects of topical estradiol on the facial skin collagen of postmenopausal women under oral hormone therapy: A pilot study. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 130 (2007), S. 202-205. Sauerbronn, AVD et al.: The effects of systemic hormonal replacement therapy on the skin of postmenopausal women. Int J Gynaecol Obstet 68 (2000), S. 35-41. Moraes, AB et al.: The effects of topical isoflavones on postmenopausal skin: double-blind and randomized clinical trial of efficacy. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 146 (2009), S. 188-192.

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