Die meisten Frauen leiden unter Hitzewallungen

Fliegende Hitze in den Wechseljahren

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Rund drei Viertel aller Frauen werden in den Wechseljahren von Hitzewallungen geplagt. Manche Frauen leiden über Jahre daran.
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Rund drei Viertel aller Frauen werden in den Wechseljahren von Hitzewallungen geplagt. Dabei gibt es Unterschiede in Dauer und Intensität. Manche Frauen haben nur wenige Monate mit dem Problem zu kämpfen, andere leiden über Jahre daran.

Am stärksten verbreitet sind Hitzewallungen in den beiden Jahren vor und nach der letzten Regel. Sie können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und sowohl den Schlaf als auch die Psyche durcheinander bringen.

Eine hormonelle Umstellung erzeugt die Wallungen

In der Lebensmitte setzen körperliche Veränderungen ein, die die fruchtbare Phase beenden. Ab Mitte vierzig etwa stellen die Eierstöcke die Ausschüttung der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron nach und nach ein, allerdings nicht langsam und gleichmäßig, sondern oft in einem heftigen Auf und Ab. Da Östrogen im Gehirn auf die Steuerung der Körpertemperatur einwirkt, können die Schwankungen der Hormonwerte Hitzewallungen auslösen. Dabei sorgt die Blutgefäßerweiterung in der Haut für eine höhere Hauttemperatur, die wiederum einen Schweißausbruch nach sich zieht.

Hitze, Erröten, Schweißausbruch

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Bei einer typischen Hitzewallung setzt plötzlich das Gefühl einer intensiven Hitze ein, die meist von Kopf, Hals, Brust oder Armen ausgeht. Begleitet wird das Hitzegefühl von einem wellenförmigen Erröten. Wenige Sekunden später folgt ein Schweißausbruch dort, wo die Hitze aufgetreten war. Durch den Wärmeverlust kommt es anschließend zu Frösteln. Manche Frauen erleben solche Wallungen bis zu dreißig Mal am Tag, meist sind sie aber seltener.

Auslöser und Begleiterscheinungen

Stress, heftige Gefühlserlebnisse, Alkohol, Kaffee oder heiße Speisen und Getränke können das Auftreten von Hitzewallungen fördern und verstärken. Außerdem treten Hitzewallungen bei übergewichtigen Frauen und Raucherinnen häufiger auf. Begleitet werden die Wallungen oft von Schwindel, Übelkeit, Herzklopfen, Kopfschmerzen oder seelischer Verstimmung hier reagiert jede Frau anders.

Die Gesundheit der Blutgefäße lässt nach

Weibliche Geschlechtshormone haben auch eine schützende Wirkung auf die Blutgefäße und regeln den Fettstoffwechsel. Sie wirken den gefährlichen Ablagerungen an den Innenwänden der Gefäße (Arteriosklerose) entgegen, so dass es bei Frauen bis zur Lebensmitte nur halb so häufig zu Herz- und Kreislauferkrankungen kommt wie bei gleichaltrigen Männern. Nach den Wechseljahren gleicht sich der Unterschied zwischen den Geschlechtern in kurzer Zeit wieder aus. Eine ungesunde Lebensweise kann die Ausbildung von Arteriosklerose zusätzlich beschleunigen. Dadurch steigt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombosen.

Maßnahmen, die gegen fliegende Hitze helfen können

Manchen Frauen helfen Akupunktur, Homöopathie oder andere naturheilkundliche Methoden gegen Hitzewallungen. Pflanzliche Präparate sind jedoch nicht so harmlos, wie viele glauben. Es gibt bis heute über Nutzen und Risiken bei Langzeiteinnahme keine wissenschaftlichen Untersuchungen. Vor jeder Anwendung von pflanzlichen Arzneimitteln empfiehlt sich daher eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt .Um Herz und Blutgefäße fit zu halten, ist eine gesunde Lebensführung besonders wirkungsvoll: Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum, gesunde, vitaminreiche Ernährung, Vermeidung von Übergewicht und viel Bewegung halten den Kreislauf gesund.

Hitzewallungen lassen sich mit einer Hormonersatztherapie am wirksamsten bekämpfen, da sie an der Ursache der Beschwerden, dem Versiegen der körpereigenen Hormone, angreift. Nach neuesten Daten aus der Forschung lassen sich unerwünschte Nebenwirkungen der Hormonersatztherapie durch die Wahl von natürlichen Hormonen und der richtigen Darreichungsform weitgehend ausschließen: Auf die Haut aufzutragende (transdermale) Hormonpräparate wie Dosiergel eignen sich besser als über den Mund zugeführte (orale) Medikamente, da die Zufuhr über die Haut keine negativen Effekte auf den Fettstoffwechsel und die Blutgerinnung bewirkt. Vor einer Hormontherapie sollte die familiäre und persönliche Vorbelastung mit dem Arzt immer genau abgeklärt werden.

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 06. März 2014
Quellen: Nach Informationen von PD Dr. med. A. Römmler, Hormon Zentrum München, sowie Herbert Kuhl: Klimakterium, Postmenopause und Hormonsubstitution. Uni-Med 2006.

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