Symptome der Wechseljahre

Stimmung und Psyche in den Wechseljahren

Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Gedächtnislücken – bei vielen Frauen schlagen die Wechseljahre auch auf das Gemüt.

Symptome der Wechseljahre-Sinkende Stimmung und kein Verlass auf das Gedächtnis?
Yoga und andere Enspannungstechniken helfen die Symptome zu lindern.
(C) 2008 Jupiterimages

Symptome wie Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Antriebslosigkeit und depressive Verstimmungen treten im Klimakterium häufig auf. Sie werden meist mit dem Östrogenabfall in Verbindung gebracht. In den Wechseljahren sinkt als erstes der Pegel des Progesterons im Blut und erzeugt damit eine ähnliche Verschiebung der Hormon-balance wie in den Tagen vor der Regel und damit häufig auch ausgeprägtere Stimmungstiefs. Vor allem aber reagieren die meisten Frauen sehr empfindlich auf Schwankungen dieser beiden Hormone, die in den Wechseljahren heftig sein können.

Schließlich fallen die hormonellen Veränderungen oft zusammen mit einschneidenden privaten Umwälzungen in der Lebensmitte, die ohnehin von vielen Frauen als belastend empfunden werden. Hierzu gehören Veränderungen in der Partnerschaft, der Auszug der erwachsenen Kinder oder auch der Tod der Eltern. Die damit verbundenen reaktiven Ängste und Verstimmungen können durch den Hormonentzug physiologisch verstärkt werden.

  • zum Test

    Das Klimakterium beginnt mit kleinen, körperlichen Veränderungen: Könnten manche Ihrer Symptome von den Wechseljahren herrühren? Testen Sie es!

Weibliche Geschlechtshormone sprechen nicht nur speziell weibliche Organe an, sie steuern auch viele weitere Funktionen, beispielsweise im Nervengewebe und Gehirn. In den Wechseljahren wird die körpereigene Ausschüttung der beiden Hormone Östrogen und Progesteron nach und nach eingestellt. Diese hormonelle Veränderung kann auch Auswirkungen auf die Psyche und den Schlaf haben.

Schlafen mit Unterbrechungen

Viele Frauen können in den Wechseljahren nicht gut einschlafen. Sie wachen häufiger auf und finden nicht in den Schlaf zurück. Ungefähr jede vierte Frau ist davon betroffen. Oft liegt das auch an und nächtlichem Schwitzen, die den gewohnten Schlafrhythmus stören. Ausgeprägte Schlafstörungen führen zu körperlicher Erschöpfung am Tage, Leistungsfähigkeit und Stimmung sinken erheblich.

Was gegen Wechseljahres-Blues hilft

Wahrnehmung und Gedächtnis lassen nach

Östrogene wirken aktivierend auf die Gehirndurchblutung und fördern das Nervenwachstum sowie die Vernetzung der Nerven untereinander. Sie bessern das Kurzzeitgedächtnis und die Schärfe der Sinne, also Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken und Riechen. Mit zunehmendem Alter lassen all diese Fähigkeiten ohnehin nach. Ein Mangel an Östrogenen kann den Rückgang der geistigen Leistungsfähigkeit und der Wahrnehmung beschleunigen und Depressionen begünstigen.

Was tun, um vergnügt und fit zu bleiben?

  • zum Download

    Sie möchten die Wechseljahre besser verstehen? Laden Sie sich Ratgeber zur Hormonersatztherapie, wiederkehrenden Harnwegsinfekten oder Scheidentrockenheit anonym und kostenlos hier herunter.

Gegen Schlafstörungen gibt es eine ganze Reihe von einfachen Maßnahmen, die auch der seelischen und geistigen Gesundheit dienen. Dazu zählt ein regelmäßiger Lebensrhythmus, viel Bewegung und der Verzicht auf Aufputschmittel wie Tee und Kaffee sowie Zigaretten. Außerdem lohnt es sich, eine Entspannungstechnik, z.B. Yoga oder Autogenes Training, zu lernen.

Schlafstörungen und psychische Probleme können auch mit einer Hormonersatztherapie gebessert werden. Für betroffene Frauen speziell mit Schlafproblemen, die häufig durch Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen verursacht werden, eröffnet eine Untersuchung neue Perspektiven. Nach den Ergebnissen einer Schlafstudie nahmen die Wachzeiten bei der abendlichen Einnahme von natürlichem Progesteron im ersten Drittel des Nachtschlafes um 30 Prozent ab. Die für den Körper so wichtigen Traumphasen nahmen hingegen sogar zu.

Damit sind weitere positive Effekte des Hormons belegt, das zur Behandlung klimakterischer Beschwerden meist mit einem östrogenhaltigen kombiniert wird. Eine Kombinationstherapie aus Progesteron und Östrogen ist bei Frauen notwendig, die noch eine Gebärmutter haben. Ein Gespräch mit dem Arzt hilft, die individuell am besten geeigneten Maßnahmen herauszufinden unter Berücksichtigung aller persönlichen Vorbelastungen und Risiken.

Welche Wechseljahresbeschwerden sonst noch auftreten können, lesen Sie hier.

Psyche und Wohlbefinden
Raus aus dem Wechseljahres-Blues
Innere Balance finden

Was gegen Stress und Stimmungstiefs im Klimakterium hilft mehr...

Fragen passend zum Thema

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 10. Juni 2015
Quellen: Informationen der Deutschen Gesellschaft für präventive Medizin e.V. zur 9. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie in Dresden 2005 sowie Herbert Kuhl: Klimakterium, Postmenopause und Hormonsubstitution. Uni-Med 2006.

Expertenrat Hormontherapie

Im Expertenrat zu Hormontherapie in den Wechseljahren können Sie all Ihre persönlichen Fragen unserem Spezialisten stellen.

zum Expertenrat
Forum

Sie möchten sich mit anderen zum Thema Wechseljahre austauschen? Hier geht's zum Forum.

zum Forum
Arztsuche

Diese Ärzte sind speziell fortgebildet im Bereich Vorbeugung und fokussiert auf die Früherkennung von Risiken und Erkrankungen.

Suchen

Zum Seitenanfang