Hormonelle Veränderungen schlagen aufs Gemüt

Depression durch Östrogen-Mangel

Hormon-Mangel kann Depressionen und Angststörungen begünstigen

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Die Wechseljahre und ihr veränderter Östrogen-Haushalt schlagen auf die Stimmung und öffnen depressiven Verstimmungen Tür und Tor.
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Depressive Verstimmungen in den Wechseljahren sind keine Seltenheit. Dafür verantwortlich sind Veränderungen im Hormonhaushalt, die mit der Menopause einhergehen.

Frauen erleben Stimmungsschwankungen öfter als Männer. Von Beginn der Pubertät bis zu den Wechseljahren treten depressive Verstimmungen bei ihnen bis zu zweimal häufiger auf. Das wird auf die hormonellen Veränderungen zurückgeführt, die Frauen im Laufe ihres Lebens, insbesondere aber während der Wechseljahre erfahren.

Schätzungen zufolge sind etwa dreiviertel aller Frauen nach der Menopause seelischen und körperlichen Befindlichkeitsschwankungen unterschiedlicher Intensität ausgesetzt. Anhaltende Traurigkeit, emotionale Labilität, vermehrte Ängstlichkeit, aber auch Unruhe, Nervosität, Reizbarkeit und Aggressivität treten auf. Manche Frauen fühlen sich bereits nach geringer Anstrengung seelisch und körperlich ermattet.

Was passiert in den Wechseljahren?

Während der Wechseljahre, auch Klimakterium genannt, versiegt die Hormonproduktion in den Eierstöcken. Die weiblichen Geschlechtshormone Progesteron und Östrogen werden nicht mehr gebildet, Eisprung und Regelblutung werden unregelmäßig und bleiben schließlich ganz aus.

Progesteron und Östrogen wirken allerdings nicht nur auf die weiblichen Geschlechtsorgane, sondern beeinflussen ebenso Nervenzellen im Gehirn und steuern die Aktivität anderer Hormone. Östrogen beispielsweise erhöht die Aktivität des Hormons Serotonin, dessen Mangel mit Depression und Angststörungen in Verbindung gebracht wird. Das Fehlen der weiblichen Geschlechtshormone Progesteron und Östrogen nach der Menopause wird deshalb als eine mögliche Ursache für die Häufigkeit von Stimmungsschwankungen bei Frauen angesehen. .

Weniger Hormone wie Östrogene schuld an Depressionen?

Die Experten sind sich noch uneinig darüber, wie groß der Einfluss der Hormone tatsächlich ist. So wiesen zwar einige Untersuchungen ein gehäuftes Auftreten depressiver Symptome bei Frauen in den Wechseljahren nach. Andere Ursachen als die hormonellen Veränderungen, etwa Depressionen bereits im früheren Lebensalter, finanzielle Probleme, wurden dabei ausgeschlossen. Doch nicht alle Studien konnten einen solchen Zusammenhang herstellen.

Soziale und kulturelle Faktoren

Neben den hormonellen Veränderungen werden vor allem soziale und kulturell bedingte Faktoren für die labile Stimmungslage von Frauen in den Wechseljahren verantwortlich gemacht. So ist dieser Zeitraum vor allem in den westlichen Industrieländern nicht nur von körperlichen Veränderungen geprägt, sondern stellt auch eine Zeit sozialer Umbrüche dar. Die jüngsten Kinder ziehen von zu Hause aus ("Leeres-Nest-Syndrom"), das Rentenalter wird erreicht und soziale Beziehungen brechen weg oder schlafen langsam ein. Dies alles wird als verstärkte psychische Belastung angesehen.

Hormontherapie mit Östrogenen kann depressive Verstimmung lindern

Verschiedene Untersuchungen konnten eine Verbesserung der Stimmungslage durch die Gabe von Östrogenen nachweisen. Beispielsweise ergaben sich positive Effekte, wenn Östrogene bei Vorliegen einer Depression zusätzlich zu einem Antidepressivum verabreicht wurden (im Vergleich zur Gabe des Antidepressivums allein).

In Kombination mit Progesteron in Tablettenform wirkt sich eine Hormonersatztherapie ebenfalls positiv auf Stimmungsschwankungen aus, wie in unterschiedlichen Studien nachgewiesen werden konnte. Die Hormontherapie ist die wirksamste medikamentöse Behandlung von Stimmungsschwankungen, die durch einen Hormonmangel bedingt sind, das bestätigen aktuelle Studien der führenden deutschen Facharztgesellschaften.

So zeigen sich die Wechseljahre
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    Schweißausbruch und Hitzewallung

    Hitzewallungen und darauffolgende Schweißausbrüche gehören zu den häufigsten Wechseljahresbeschwerden. Meist treten sie erst auf, wenn der Wechsel bereits voll im Gange ist. Denn erst dann sinkt der Östrogenspiegel im Blut, was in Zusammenhang gebracht wird mit unkontrollierten Hitze- und Kreislaufreaktionen.

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    Spannungsgefühle in den Brüsten

    Bereits zu Beginn der Wechseljahre sind Spannungsgefühle und Schmerzen in der Brust vor der Regelblutung häufig. Sie werden auf das Hormonungleichgewicht zwischen zunächst noch normalem Östrogenspiegel und bereits erniedrigtem Progesteron zurückgeführt, dem Hormon, das für die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet. Durch das Ausbleiben des Eisprungs bleibt auch die Progesteronproduktion aus.

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    Sexuelle Probleme

    Der Rückgang der Östrogenproduktion führt in den Wechseljahren oft zu sexuellen Problemen. Zum einen werden äußerer Intimbereich, die Schamlippen und die Schleimhaut der Vagina schlechter durchblutet. Das macht sie dünner, trockener und weniger elastisch und kann zu Brennen oder Schmerzen beim Verkehr führen, was den Spaß am Sex rauben kann. Sexuelle Unlust kann aber auch durch psychische Veränderungen während der Wechseljahre bedingt sein.

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    Kopfschmerzen

    Kopfschmerzen treten bei Frauen viel häufiger als bei Männern auf, und es wird vermutet, dass das Zusammenspiel der Hormone bei der Frau dafür verantwortlich ist. Die hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre können die Kopfschmerzen verstärken, bei manchen Frauen aber auch für ihr Verschwinden sorgen.

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    Haarausfall

    Dünner werdendes Haar und vermehrter Haarausfall sind in den Wechseljahren keine Seltenheit. Der Rückgang der weiblichen Sexualhormone lässt den Einfluss männlicher Hormone zunehmen. Wie empfindlich die Haarwurzeln darauf reagieren, hängt von den Erbanlagen der Frau ab. Jede Vierte neigt zu androgenetischer Alopezie, so der Fachausdruck für Haarausfall, der durch männliche Hormone (Androgene) bedingt ist.

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    Harnwegsinfekte

    Laktobazillen besiedeln die Scheide der gesunden Frau und haben eine Schutzfunktion, von der auch die Harnröhre profitiert. Das Wachstum der Laktobazillen steht in Zusammenhang mit dem Östrogenspiegel. Da er in den Wechseljahren sinkt, steigt das Infektionsrisiko für Scheide und Harnröhre. Häufigere Harnwegsinfekte gehören daher zu den möglichen Begleiterscheinungen der Wechseljahre.

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    Schwindel

    Karussell im Kopf – auch Schwindelanfälle in den Wechseljahren können durch Hormonschwankungen ausgelöst werden, können aber auch andere Ursachen haben. Deshalb sollte ein Arzt konsultiert werden.

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    Gewichtszunahme

    Mit zunehmendem Alter sinkt der Grundumsatz des Körpers, das heißt, wir brauchen weniger Nahrung, um unser Körpergewicht zu halten. Das hat mehrere Ursachen und liegt unter anderem an dem Wachstumshormon Somatotropin, das am Abbau von Körperfett beteiligt ist, dessen Produktion aber im Erwachsenenalter absinkt. Ab 40 wird es kaum noch gebildet. Die Gewichtszunahme in den Wechseljahren ist also nicht unbedingt im Wechsel selbst begründet, verstärkt aber die damit verbundene psychische Belastung, wenn Lieblingskleider plötzlich nicht mehr passen.

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    Schlafstörungen

    Schätzungsweise jeder zweiten Frau in den Wechseljahren machen Schlafstörungen zu schaffen. Wieder sind die Hormone schuld: In dieser Lebensphase gerät der gesamte Hormonhaushalt aus den Fugen, und auch die Produktion der Botenstoffe, die an der Schlafregulation beteiligt sind, kann beeinträchtigt sein. Aber auch der Psyche mach der körperliche Umbruch in den Wechseljahren zu schaffen, was unter anderem zu Schlafstörungen beitragen kann.

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    Stimmungsschwankungen

    Hormone steuern nicht nur unsere Körperfunktionen, sie beeinflussen auch unsere Gemütslage. Kein Wunder also, dass die Wechseljahre auf die Psyche schlagen. Häufige Stimmungsschwankungen sind häufig, und schon kleine unangenehme Alltagsereignisse können die Stimmung in den Keller bringen.

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    Reizbarkeit

    Sprichwörtlich ist auch die Reizbarkeit, die Frauen im Wechsel zu schaffen macht. So mancher Partner staunt nicht schlecht, wenn seine bis dahin sanftmütige und gelassene Frau bei nichtigem Anlass ausrastet.

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    Lustlosigkeit

    Viele Frauen erfasst in den Wechseljahren ein "Null-Bock-Gefühl": Selbst die bislang karriereverwöhnte Geschäftsfrau ist davor nicht unbedingt gefeit. Da hilft nur: Raus aus dem Alltag, zum Beispiel mit einer von der Krankenkasse geförderten Präventionsreise, wo Frau Entspannungstechniken lernt oder Stress durch Bewegung abbaut.

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    Depressionen

    Depressive Verstimmungen in den Wechseljahren können mit zu den psychischen Auswirkungen des Hormonchaos in den Wechseljahren gehören. Der Anteil der Frauen mit echten Depressionen steigt jedoch in den Wechseljahren nicht.

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    Vergesslichkeit

    Gemütsschwankungen, Stress und Schlafstörungen während den Wechseljahren können die Aufnahmefähigkeit des Gehirns belasten und zu Vergesslichkeit führen. Die nachlassende Östrogenproduktion wirkt sich aber auch direkt auf die Hirnleistung aus: Östrogene tragen auf vielfältige Weise zur Funktion und Erhaltung von Nervenzellen beitragen – ein Effekt, der während der Wechseljahre nachlässt.

Autor: Kathrin Sommer
Letzte Aktualisierung: 31. Mai 2013
Quellen: Nach Informationen des Journal of Affective Disorders , der Zeitschriften Clinical Obstetrics and Gynecology sowie Pychoneuroendocrinology, des Bundesverbands der Angehörigen psychisch Kranker e.V. sowie der Arbeitsgemeinschaft Psychosoziale Gesundheit

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