Zyklusstörungen wie Ausbleiben der Periode

Welche Ursachen außer den Wechseljahren kann es geben?

Zyklusstörungen-Welche Ursachen außer den Wechseljahren kann es geben?
Zyklusstörungen wie etwa das Ausbleiben der Periode können verschiedene Ursachen haben.

Die Regel bleibt aus oder der Monatszyklus schwankt extrem, doch dies müssen nicht zwingend die Wechseljahre sein - es kann auch andere Ursachen haben.

Bereits längere Zeit, bevor die klassischen Symptome der Wechseljahre - die typischen Hitzewallungen - auftreten und die Regelblutung gänzlich ausbleibt, kommt es aufgrund der sinkenden Hormonspiegel bei den meisten Frauen zu Zyklusstörungen. Der früher mehr oder weniger gleichmäßige Abstand zwischen zwei Blutungen beginnt plötzlich stark zu variieren, mal ist er eher kurz, dann wieder dauert es deutlich länger, bis die nächste Blutung kommt. Auch die Blutungsstärke verändert sich. So kann es mitunter zu sehr heftigen Blutungen kommen, die lange andauern, dann wieder ist eine Blutung nur wenig ausgeprägt.

Solche Zyklusschwankungen treten, wenn sie durch den Beginn der Wechseljahre ausgelöst werden, bei den meisten Frauen zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr auf und können mehrere Monate bis Jahre andauern. Doch nicht immer gehen Störungen und Beschwerden im Monatszyklus bei Frauen dieses Alters auf die Wechseljahre zurück. Auch andere Ursachen können sich dahinter verbergen.

Krankheiten als Auslöser von Zyklusstörungen

Zyklusstörungen (auch Blutungs- oder Menstruationsstörungen) bezeichnen Veränderungen der normalen, regelmäßigen Monatsblutung. So können die Abstände zwischen den Blutungen zu lang oder zu kurz sein, die Blutungen selbst zu stark oder zu schwach, zu lang oder zu kurz. Auch zusätzliche Blutungen oder das völlige Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhö) sind möglich.

Die Ursachen für solche Zyklusstörungen können neben dem Beginn der Wechseljahre verschiedenste körperliche Erkrankungen und Zustände sein wie beispielsweise Erkrankungen der Eierstöcke, Gebärmutterkrebs, eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, Diabetes mellitus, Leber- und Nierenerkrankungen, Über- oder starkes Untergewicht etwa infolge von Magersucht (Anorexie). Ebenso seelische Störungen wie starker beruflicher oder privater Stress, Konflikte in der Partnerschaft oder ein unerfüllter Kinderwunsch können sich auf den Monatszyklus auswirken und Störungen verursachen. Zudem reagieren manche Frauen auf äußere Umstände wie Urlaubsreisen, Klimaumstellungen oder ausgeprägte sportliche Aktivitäten etwa im Leistungssportbereich mit Schwankungen im Monatszyklus.

Prämenstruelles Syndrom (PMS)

Die Tage vor den Tagen sind für viele Frauen nicht die beliebtesten. Sie können von Abgeschlagenheit, Reizbarkeit, Überempfindlichkeit, depressiven Stimmungen, aber auch Bauchschmerzen, Heißhunger oder Appetitlosigkeit und dem verstärkten Auftreten von Hautunreinheiten (Akne) geprägt sein. All diese Symptome werden, stehen sie im zeitlichen Zusammenhang mit der Regelblutung, unter den Begriffen prämenstruelles Syndrom (PMS) oder bei besonders schweren Fällen prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) zusammengefasst.

Die Beschwerden beginnen meist zehn bis 14 Tage vor der Blutung, verschlimmern sich zunehmend und verschwinden ein bis zwei Tage, nachdem die Blutung eingesetzt hat.

Die genauen Ursachen für PMS sind bislang noch unklar. Die Behandlung kann u.a. medikamentöse und/oder psychotherapeutische Maßnahmen umfassen.

Keine Regelblutung – schwanger?

Eine Schwangerschaft kann ein möglicher Grund für das Ausbleiben der Periode sein. Zwar nimmt die Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Schwangerschaft mit zunehmendem Lebensalter ab. Vor allem jenseits der 40 wird sie immer geringer, da die Aktivität der Eierstöcke allmählich versiegt und immer weniger befruchtungsfähige Eizellen heranreifen. Dennoch können sogar Frauen, bei denen die Wechseljahre bereits begonnen haben, bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr noch schwanger werden, da es vereinzelt noch zu einem Eisprung kommen kann. Deshalb sollten Frauen über 40, bei denen die Monatsblutung plötzlich ausbleibt, eine mögliche Schwangerschaft in Betracht ziehen.

Ausbleiben der Periode oder andere Beschwerden? Bitte den Frauenarzt konsultieren

Treten Zyklusstörungen oder andere Beschwerden im Rahmen der Monatsblutung auf, sollte ein Frauenarzt aufgesucht werden. Er kann durch eine gründliche Erfassung der bestehenden Symptome und Untersuchungen feststellen, ob es sich um Auswirkungen der Wechseljahre handelt oder andere Ursachen vorliegen.

So zeigen sich die Wechseljahre
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    Schweißausbruch und Hitzewallung

    Hitzewallungen und darauffolgende Schweißausbrüche gehören zu den häufigsten Wechseljahresbeschwerden. Meist treten sie erst auf, wenn der Wechsel bereits voll im Gange ist. Denn erst dann sinkt der Östrogenspiegel im Blut, was in Zusammenhang gebracht wird mit unkontrollierten Hitze- und Kreislaufreaktionen.

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    Spannungsgefühle in den Brüsten

    Bereits zu Beginn der Wechseljahre sind Spannungsgefühle und Schmerzen in der Brust vor der Regelblutung häufig. Sie werden auf das Hormonungleichgewicht zwischen zunächst noch normalem Östrogenspiegel und bereits erniedrigtem Progesteron zurückgeführt, dem Hormon, das für die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet. Durch das Ausbleiben des Eisprungs bleibt auch die Progesteronproduktion aus.

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    Sexuelle Probleme

    Der Rückgang der Östrogenproduktion führt in den Wechseljahren oft zu sexuellen Problemen. Zum einen werden äußerer Intimbereich, die Schamlippen und die Schleimhaut der Vagina schlechter durchblutet. Das macht sie dünner, trockener und weniger elastisch und kann zu Brennen oder Schmerzen beim Verkehr führen, was den Spaß am Sex rauben kann. Sexuelle Unlust kann aber auch durch psychische Veränderungen während der Wechseljahre bedingt sein.

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    Kopfschmerzen

    Kopfschmerzen treten bei Frauen viel häufiger als bei Männern auf, und es wird vermutet, dass das Zusammenspiel der Hormone bei der Frau dafür verantwortlich ist. Die hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre können die Kopfschmerzen verstärken, bei manchen Frauen aber auch für ihr Verschwinden sorgen.

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    Haarausfall

    Dünner werdendes Haar und vermehrter Haarausfall sind in den Wechseljahren keine Seltenheit. Der Rückgang der weiblichen Sexualhormone lässt den Einfluss männlicher Hormone zunehmen. Wie empfindlich die Haarwurzeln darauf reagieren, hängt von den Erbanlagen der Frau ab. Jede Vierte neigt zu androgenetischer Alopezie, so der Fachausdruck für Haarausfall, der durch männliche Hormone (Androgene) bedingt ist.

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    Harnwegsinfekte

    Laktobazillen besiedeln die Scheide der gesunden Frau und haben eine Schutzfunktion, von der auch die Harnröhre profitiert. Das Wachstum der Laktobazillen steht in Zusammenhang mit dem Östrogenspiegel. Da er in den Wechseljahren sinkt, steigt das Infektionsrisiko für Scheide und Harnröhre. Häufigere Harnwegsinfekte gehören daher zu den möglichen Begleiterscheinungen der Wechseljahre.

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    Schwindel

    Karussell im Kopf – auch Schwindelanfälle in den Wechseljahren können durch Hormonschwankungen ausgelöst werden, können aber auch andere Ursachen haben. Deshalb sollte ein Arzt konsultiert werden.

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    Gewichtszunahme

    Mit zunehmendem Alter sinkt der Grundumsatz des Körpers, das heißt, wir brauchen weniger Nahrung, um unser Körpergewicht zu halten. Das hat mehrere Ursachen und liegt unter anderem an dem Wachstumshormon Somatotropin, das am Abbau von Körperfett beteiligt ist, dessen Produktion aber im Erwachsenenalter absinkt. Ab 40 wird es kaum noch gebildet. Die Gewichtszunahme in den Wechseljahren ist also nicht unbedingt im Wechsel selbst begründet, verstärkt aber die damit verbundene psychische Belastung, wenn Lieblingskleider plötzlich nicht mehr passen.

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    Schlafstörungen

    Schätzungsweise jeder zweiten Frau in den Wechseljahren machen Schlafstörungen zu schaffen. Wieder sind die Hormone schuld: In dieser Lebensphase gerät der gesamte Hormonhaushalt aus den Fugen, und auch die Produktion der Botenstoffe, die an der Schlafregulation beteiligt sind, kann beeinträchtigt sein. Aber auch der Psyche mach der körperliche Umbruch in den Wechseljahren zu schaffen, was unter anderem zu Schlafstörungen beitragen kann.

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    Stimmungsschwankungen

    Hormone steuern nicht nur unsere Körperfunktionen, sie beeinflussen auch unsere Gemütslage. Kein Wunder also, dass die Wechseljahre auf die Psyche schlagen. Häufige Stimmungsschwankungen sind häufig, und schon kleine unangenehme Alltagsereignisse können die Stimmung in den Keller bringen.

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    Reizbarkeit

    Sprichwörtlich ist auch die Reizbarkeit, die Frauen im Wechsel zu schaffen macht. So mancher Partner staunt nicht schlecht, wenn seine bis dahin sanftmütige und gelassene Frau bei nichtigem Anlass ausrastet.

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    Lustlosigkeit

    Viele Frauen erfasst in den Wechseljahren ein "Null-Bock-Gefühl": Selbst die bislang karriereverwöhnte Geschäftsfrau ist davor nicht unbedingt gefeit. Da hilft nur: Raus aus dem Alltag, zum Beispiel mit einer von der Krankenkasse geförderten Präventionsreise, wo Frau Entspannungstechniken lernt oder Stress durch Bewegung abbaut.

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    Depressionen

    Depressive Verstimmungen in den Wechseljahren können mit zu den psychischen Auswirkungen des Hormonchaos in den Wechseljahren gehören. Der Anteil der Frauen mit echten Depressionen steigt jedoch in den Wechseljahren nicht.

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    Vergesslichkeit

    Gemütsschwankungen, Stress und Schlafstörungen während den Wechseljahren können die Aufnahmefähigkeit des Gehirns belasten und zu Vergesslichkeit führen. Die nachlassende Östrogenproduktion wirkt sich aber auch direkt auf die Hirnleistung aus: Östrogene tragen auf vielfältige Weise zur Funktion und Erhaltung von Nervenzellen beitragen – ein Effekt, der während der Wechseljahre nachlässt.

Autor: Kathrin Sommer
Letzte Aktualisierung: 10. Juni 2013
Quellen: Nach Informationen von Frauenärzte im Netz, hrsg. v. Berufsverband der Frauenärzte e.V. in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V./ Dudenhausen und Schneider (Hrsg.): Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Walter de Gruyter 1994 / Farage, M.A. et al.: Cognitive, sensory, and emotional changes associated with the menstrual cycle: a review. Arch Gynecol Obstet. 2008, 278(4):299-307

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