Verhütung in den Wechseljahren
Wie lange ist eine Schwangerschaft möglich?
Unregelmäßige Monatszyklen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen können Anzeichen für den Beginn der Wechseljahre sein. Doch ab wann kann sich Frau sicher sein, dass eine Schwangerschaft nicht mehr möglich ist?
Erste Hinweise für den Beginn der Wechseljahre können unregelmäßige Monatszyklen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen geben. Sie gehen auf die sinkenden Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone zurück.
Erste Anzeichen oft nicht als solche erkannt
Haben Frauen im mittleren Alter plötzlich beginnende Unregelmäßigkeiten im Monatszyklus, liegt es nahe, an Wechseljahresbeschwerden zu denken. Dabei können sich die Abstände zwischen den Blutungen verändern und die Blutungsdauer stark variieren. Dagegen werden Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen nicht selten fehlgedeutet: Gereiztheit, Unausgeschlafensein und Übermüdung passen auch gut zu Stress im Beruf oder Privatleben. Doch sehen Experten inzwischen diese Zeichen ebenfalls als Folge der sich verändernden Hormonspiegel in den Wechseljahren an, wobei die Zusammenhänge bislang noch nicht vollständig geklärt sind.
Auch in den Wechseljahren ist eine Schwangerschaft möglich
Das Einsetzen der Wechseljahre bedeutet nicht zwangsläufig das Ende der Fruchtbarkeit. Zwar sinkt in dieser Zeit die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft, weil sich weniger Eizellen zu Eibläschen entwickeln, sie ist aber nicht unmöglich. Vor allem gesunde Frauen können immer noch schwanger werden. Erst mit der Menopause, das heißt der letzten Regelblutung, geht die fruchtbare Phase im Leben einer Frau zu Ende. Sie gilt als sicher erreicht, wenn Frauen unter 50 Jahren seit zwei Jahren und Frauen über 50 seit einem Jahr keine Regelblutung mehr hatten.
Untersuchungen beim Frauenarzt geben Auskunft
Frauen, die sicher wissen wollen, ob die Wechseljahre begonnen haben und ob eine Schwangerschaft noch möglich ist, können sich an ihren Frauenarzt wenden. So kann zum Beispiel die Messung der Hormonspiegel im Blut, etwa des Follikel-stimulierenden Hormons (FSH) und des Anti-Müller-Hormons (AMH), Hinweise liefern.
Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung kann er weiter die sogenannte ovarielle Reserve vorsichtig beurteilen, das heißt wie viele herangereifte Eibläschen sich noch in den Eierstöcken befinden. Sind es viele, ist eine Schwangerschaft eventuell noch möglich. Wenige oder keine Eibläschen deuten darauf hin, dass die Fruchtbarkeit abnimmt. Diese Untersuchungen sind jedoch keine Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung und müssen deshalb von den Frauen selbst bezahlt werden.
Verhütung bis zur letzten Regelblutung
Bis zur Menopause müssen Frauen, die ganz sicher eine Schwangerschaft vermeiden wollen, beim Geschlechtsverkehr verhüten. Bei der Wahl des richtigen Verhütungsmittels spielen neben der Sicherheit, mit der eine Schwangerschaft verhindert wird, und dem Komfort unter anderem auch Fragen der Verträglichkeit sowie individuelle Voraussetzungen eine Rolle. So ist beim Gebrauch hormoneller Verhütungsmethoden wie der Pille oder des Hormonrings an das mit dem Lebensalter steigende Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu denken.
Für die Langzeitverhütung von Frauen über 30 Jahren mit abgeschlossener Familienplanung bieten sich zum Beispiel Mittel wie Spiralen oder Hormonspiralen an. So kann die Hormonspirale die Blutungen abschwächen und verkürzen sowie Regelschmerzen lindern. Mitunter bleibt die Monatsblutung sogar gänzlich aus. Prinzipiell ist auch eine Sterilisation möglich. Sie lässt sich allerdings nicht mehr rückgängig machen, sodass ihr Einsatz wohl überlegt sein sollte.
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