Verhütung in den Wechseljahren

Wie lange ist eine Schwangerschaft möglich?

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Die Spirale als Verhütungsmethode
(c) Medioimages/Photodisc

Unregelmäßige Monatszyklen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen können Anzeichen für den Beginn der Wechseljahre sein. Doch ab wann kann sich Frau sicher sein, dass eine Schwangerschaft nicht mehr möglich ist?

Erste Hinweise für den Beginn der Wechseljahre können unregelmäßige Monatszyklen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen geben. Sie gehen auf die sinkenden Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone zurück.

Erste Anzeichen oft nicht als solche erkannt

Haben Frauen im mittleren Alter plötzlich beginnende Unregelmäßigkeiten im Monatszyklus, liegt es nahe, an Wechseljahresbeschwerden zu denken. Dabei können sich die Abstände zwischen den Blutungen verändern und die Blutungsdauer stark variieren. Dagegen werden Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen nicht selten fehlgedeutet: Gereiztheit, Unausgeschlafensein und Übermüdung passen auch gut zu Stress im Beruf oder Privatleben. Doch sehen Experten inzwischen diese Zeichen ebenfalls als Folge der sich verändernden Hormonspiegel in den Wechseljahren an, wobei die Zusammenhänge bislang noch nicht vollständig geklärt sind.

Auch in den Wechseljahren kann eine Frau schwanger werden
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Das Einsetzen der Wechseljahre bedeutet nicht zwangsläufig das Ende der Fruchtbarkeit. Zwar sinkt in dieser Zeit die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft, weil sich weniger Eizellen zu Eibläschen entwickeln, sie ist aber nicht unmöglich. Vor allem gesunde Frauen können immer noch schwanger werden. Erst mit der Menopause, das heißt der letzten Regelblutung, geht die fruchtbare Phase im Leben einer Frau zu Ende. Sie gilt als sicher erreicht, wenn Frauen unter 50 Jahren seit zwei Jahren und Frauen über 50 seit einem Jahr keine Regelblutung mehr hatten.

Untersuchungen beim Frauenarzt geben Auskunft

Frauen, die sicher wissen wollen, ob die Wechseljahre begonnen haben und ob eine Schwangerschaft noch möglich ist, können sich an ihren Frauenarzt wenden. So kann zum Beispiel die Messung der Hormonspiegel im Blut, etwa des Follikel-stimulierenden Hormons (FSH) und des Anti-Müller-Hormons (AMH), Hinweise liefern.

Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung kann er weiter die sogenannte ovarielle Reserve vorsichtig beurteilen, das heißt wie viele herangereifte Eibläschen sich noch in den Eierstöcken befinden. Sind es viele, ist eine Schwangerschaft eventuell noch möglich. Wenige oder keine Eibläschen deuten darauf hin, dass die Fruchtbarkeit abnimmt. Diese Untersuchungen sind jedoch keine Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung und müssen deshalb von den Frauen selbst bezahlt werden.

Verhütung bis zur letzten Regelblutung

Bis zur Menopause müssen Frauen, die ganz sicher eine Schwangerschaft vermeiden wollen, beim Geschlechtsverkehr verhüten. Bei der Wahl des richtigen Verhütungsmittels spielen neben der Sicherheit, mit der eine Schwangerschaft verhindert wird, und dem Komfort unter anderem auch Fragen der Verträglichkeit sowie individuelle Voraussetzungen eine Rolle. So ist beim Gebrauch hormoneller Verhütungsmethoden wie der Pille oder des Hormonrings an das mit dem Lebensalter steigende Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu denken.

Für die Langzeitverhütung von Frauen über 30 Jahren mit abgeschlossener Familienplanung bieten sich  Spiralen oder Hormonspiralen an. So kann die Hormonspirale die Blutungen abschwächen und verkürzen sowie Regelschmerzen lindern. Mitunter bleibt die Monatsblutung sogar gänzlich aus. Prinzipiell ist auch eine Sterilisation möglich. Sie lässt sich allerdings nicht mehr rückgängig machen, sodass ihr Einsatz wohl überlegt sein sollte.

So zeigen sich die Wechseljahre
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    Schweißausbruch und Hitzewallung

    Hitzewallungen und darauffolgende Schweißausbrüche gehören zu den häufigsten Wechseljahresbeschwerden. Meist treten sie erst auf, wenn der Wechsel bereits voll im Gange ist. Denn erst dann sinkt der Östrogenspiegel im Blut, was in Zusammenhang gebracht wird mit unkontrollierten Hitze- und Kreislaufreaktionen.

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    Spannungsgefühle in den Brüsten

    Bereits zu Beginn der Wechseljahre sind Spannungsgefühle und Schmerzen in der Brust vor der Regelblutung häufig. Sie werden auf das Hormonungleichgewicht zwischen zunächst noch normalem Östrogenspiegel und bereits erniedrigtem Progesteron zurückgeführt, dem Hormon, das für die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet. Durch das Ausbleiben des Eisprungs bleibt auch die Progesteronproduktion aus.

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    Sexuelle Probleme

    Der Rückgang der Östrogenproduktion führt in den Wechseljahren oft zu sexuellen Problemen. Zum einen werden äußerer Intimbereich, die Schamlippen und die Schleimhaut der Vagina schlechter durchblutet. Das macht sie dünner, trockener und weniger elastisch und kann zu Brennen oder Schmerzen beim Verkehr führen, was den Spaß am Sex rauben kann. Sexuelle Unlust kann aber auch durch psychische Veränderungen während der Wechseljahre bedingt sein.

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    Kopfschmerzen

    Kopfschmerzen treten bei Frauen viel häufiger als bei Männern auf, und es wird vermutet, dass das Zusammenspiel der Hormone bei der Frau dafür verantwortlich ist. Die hormonellen Veränderungen während der Wechseljahre können die Kopfschmerzen verstärken, bei manchen Frauen aber auch für ihr Verschwinden sorgen.

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    Haarausfall

    Dünner werdendes Haar und vermehrter Haarausfall sind in den Wechseljahren keine Seltenheit. Der Rückgang der weiblichen Sexualhormone lässt den Einfluss männlicher Hormone zunehmen. Wie empfindlich die Haarwurzeln darauf reagieren, hängt von den Erbanlagen der Frau ab. Jede Vierte neigt zu androgenetischer Alopezie, so der Fachausdruck für Haarausfall, der durch männliche Hormone (Androgene) bedingt ist.

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    Harnwegsinfekte

    Laktobazillen besiedeln die Scheide der gesunden Frau und haben eine Schutzfunktion, von der auch die Harnröhre profitiert. Das Wachstum der Laktobazillen steht in Zusammenhang mit dem Östrogenspiegel. Da er in den Wechseljahren sinkt, steigt das Infektionsrisiko für Scheide und Harnröhre. Häufigere Harnwegsinfekte gehören daher zu den möglichen Begleiterscheinungen der Wechseljahre.

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    Schwindel

    Karussell im Kopf – auch Schwindelanfälle in den Wechseljahren können durch Hormonschwankungen ausgelöst werden, können aber auch andere Ursachen haben. Deshalb sollte ein Arzt konsultiert werden.

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    Gewichtszunahme

    Mit zunehmendem Alter sinkt der Grundumsatz des Körpers, das heißt, wir brauchen weniger Nahrung, um unser Körpergewicht zu halten. Das hat mehrere Ursachen und liegt unter anderem an dem Wachstumshormon Somatotropin, das am Abbau von Körperfett beteiligt ist, dessen Produktion aber im Erwachsenenalter absinkt. Ab 40 wird es kaum noch gebildet. Die Gewichtszunahme in den Wechseljahren ist also nicht unbedingt im Wechsel selbst begründet, verstärkt aber die damit verbundene psychische Belastung, wenn Lieblingskleider plötzlich nicht mehr passen.

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    Schlafstörungen

    Schätzungsweise jeder zweiten Frau in den Wechseljahren machen Schlafstörungen zu schaffen. Wieder sind die Hormone schuld: In dieser Lebensphase gerät der gesamte Hormonhaushalt aus den Fugen, und auch die Produktion der Botenstoffe, die an der Schlafregulation beteiligt sind, kann beeinträchtigt sein. Aber auch der Psyche mach der körperliche Umbruch in den Wechseljahren zu schaffen, was unter anderem zu Schlafstörungen beitragen kann.

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    Stimmungsschwankungen

    Hormone steuern nicht nur unsere Körperfunktionen, sie beeinflussen auch unsere Gemütslage. Kein Wunder also, dass die Wechseljahre auf die Psyche schlagen. Häufige Stimmungsschwankungen sind häufig, und schon kleine unangenehme Alltagsereignisse können die Stimmung in den Keller bringen.

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    Reizbarkeit

    Sprichwörtlich ist auch die Reizbarkeit, die Frauen im Wechsel zu schaffen macht. So mancher Partner staunt nicht schlecht, wenn seine bis dahin sanftmütige und gelassene Frau bei nichtigem Anlass ausrastet.

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    Lustlosigkeit

    Viele Frauen erfasst in den Wechseljahren ein "Null-Bock-Gefühl": Selbst die bislang karriereverwöhnte Geschäftsfrau ist davor nicht unbedingt gefeit. Da hilft nur: Raus aus dem Alltag, zum Beispiel mit einer von der Krankenkasse geförderten Präventionsreise, wo Frau Entspannungstechniken lernt oder Stress durch Bewegung abbaut.

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    Depressionen

    Depressive Verstimmungen in den Wechseljahren können mit zu den psychischen Auswirkungen des Hormonchaos in den Wechseljahren gehören. Der Anteil der Frauen mit echten Depressionen steigt jedoch in den Wechseljahren nicht.

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    Vergesslichkeit

    Gemütsschwankungen, Stress und Schlafstörungen während den Wechseljahren können die Aufnahmefähigkeit des Gehirns belasten und zu Vergesslichkeit führen. Die nachlassende Östrogenproduktion wirkt sich aber auch direkt auf die Hirnleistung aus: Östrogene tragen auf vielfältige Weise zur Funktion und Erhaltung von Nervenzellen beitragen – ein Effekt, der während der Wechseljahre nachlässt.

Autor: Kathrin Sommer
Letzte Aktualisierung: 20. Januar 2014
Durch: es / Lifeline
Quellen: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) (05/2008): Leitlinie Empfängnisverhütung. Familienplanung in Deutschland. URL: http://www.dggg.de/fileadmin/public_docs/Leitlinien/g_02_01_01_empfaengnisverhuetung.pdf (Stand: August 2010) Berufsverband der Frauenärzte e.V. (Pressemitteilung, 2. August 2010): 40 plus: Unregelmäßiger Zyklus allein sagt nichts über Fruchtbarkeit aus. URL: http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_news_652_1_918_40-plus-unregelm-iger-zyklus-allein-sagt-nichts-ber-fruchtbarkeit-aus.html Soares, C.N. & Zitek, B.: Reproductive hormone sensitivity and risk for depression across the female life cycle: Acontinuum of vulnerability? In: Journal of Psychiatry & Neuroscience 33 (2008), S. 331-343

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