Bis zu welcher Altersgrenze ist eine HET sinnvoll?

Kategorie: Hormontherapie-wechseljahre.de » Expertenrat Hormontherapie | Expertenfrage

22.01.2018 | 21:03 Uhr

Sehr geehrter Prof. Bohnet,
vielen Dank für die Möglichkeit sich bei Ihnen einen Expertenrat einzuholen. Ich habe Fragen zur HET.
Zu meiner Person:
Ich bin 50 Jahre alt und nehme seit meinem 15. Lebensjahr Hormone, da ich nie spontan geblutet habe (primäre Amenorrhoe). Mit 16 bin ich auf die Antibabypille (Tristep) umgestiegen und habe diese nach meinem 28. Geburtstag wegen Kinderwunsch abgesetzt. Da ich keine Blutung bekam und Beschwerden wie in den Wechseljahren bekam, wurde ein Hormonstatus bestimmt. Nun kam das ganze Dilemma erst ans Tageslicht: Hypergonadotrope Ovarialinsuffizienz / TSH Wert ließ auf eine kompensierte Hyperothyrose zu. Darauf folgte eine humangenetische Abklärung die einen Normalbefund 46XX ergab. Es erfolgte eine Bauchspiegelung, um Eierstöcke, Eileiter und Gebärmutter zu checken und um die Möglichkeiten zum Herbeiführen einer Schwangerschaft abzuklären. Befund: Uterus, Endometrium, Tuben unauffällig / Eierstöcke sehr klein, keine Follikel sichtbar - Histologie ergab Atropie, jedoch kein kompletter Verlust der Eizellen )
Zu einer Schwangerschaft kam es trotz vieler Bemühungen leider nie, da auch unter Stimmulierung die Eizellen für eine IVF nicht groß genug wurden. Ich habe eine Adoptivtochter.
Seit dieser Zeit lebe ich wieder mit einer HET. Zuerst Femoston 2mg/10 und später Femoston 1mg/10. Seit 2014 nehme ich Estrifam 1mg und Famenita 200mg cyclisch ein habe ganz normale Blutungen. Da ich in 10 Jahren 10 Kilo zugelegt hatte und meine Schildrüsenwerte gut eingestellt waren, haben meine damalige Frauenärztin und ich mal ein bisschen rumprobiert, um das Gewicht in den Griff zu bekommen. Ich bin sportlich und ernährungsbewusst.
Seit ca. 12 Jahren nehme ich wegen einer Hashimoto-Thyreoditis L-Thyroxin 75 Henning ein. Mein Gewicht halte ich mit vielen Bemühungen stabil (BMI 27). Ich fühle mich wohl und alles könnte so bleiben.
Jetzt komme ich zu meinen Fragen: Die sehr junge Praxisnachfolgerin meiner geschätzten Frauenärztin ( ist sehr spontan aufgrund einer Erkrankung in den Ruhestand gegangen) ist der Meinung, dass ich die HET spätestens in zwei Jahren abbrechen sollte, da dies das Durchschnittsalter für das Ausbleiben der Regelblutung für normale Frauen ist. Die Ärztin ist sympathisch und nett, aber ich verstehe nicht, wie so ich das machen sollte. Mir geht es gut und es gibt aus meiner Sicht keinen Grund. Meine Mutter (77 Jahre) leidet schon seit vielen Jahren an Osteoporose und bekam vor fünf Jahren vier Bypässe. Ich möchte diesen Schritt, eine HET jetzt schon ohne Grund aufzuhören, nicht später bereuen.
Was würden Sie mir empfehlen? Wie lange kann/ sollte ich weitermachen? Es gibt doch bestimmt auch noch niedriger dosierte Alternativen für später. Wie hoch sollte der Östrogenspiegel auch nach Ausbleiben der Regelblutung sein? Mein Östradiol (E2) lag 1997 3 Monate nach Absetzen der Pille bei <10 pg/ml. Zuletzt wurde Östradiol 2014 unter der Einnahme von Femoston 1mg/10 bei 82 pg/ml bestimmt.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Beratung
Bibi

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Bisherige Antworten
Experte-Bohnet
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23.01.2018, 00:41 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Früher sagte man, dass frau ca. 10 J eine HT machen kann, heute gibt es keine Altersgrenze und eine niedrig dosierte Therapie kann sehr lange durchgeführt werden, es sei denn es ergeben sich Risikofaktoren; Übergewicht zählt dazu. Kurzum, Ihre neue FÄ hat nicht Recht und sich nicht ausreichend belesen bzw. fortgebildet!

An Ihrer Stelle würde ich kontinuierlich einen Hub Gel vor dem Schlafengehen auftragen und 200 mg Prog zum Abendbrot einnehmen. Damit kommen keine Blutungen mehr. Möglicherweise können Sie dann auch leichter einige Pfund dauerhaft abnehmen.

Wie ist Ihr TSH, Knochendichte, Vit D?

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23.01.2018, 07:42 Uhr
Antwort

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort! Mit Ihrem Therapievorschlag kann ich mich sehr gut anfreunden. Nun zu den Schilddrüsenwerten: TSH basal 0,89 mIU/l   FT3 2,7 pg/ml   FT4 10,9 ng /l   TPO 25,3 IU/ml.   TRAK <0,30 IU/l

Vitamin D 40 pg / ml

Vitamin D3 nehme ich, in Absprache mit meiner Hausärztin, ab und an mal über ein Nahrungsergänzungsmittel im Winter ein. Die Knochendichte wurde bisher nicht bestimmt.

Die Werte stammen aus 2014.

Danke und VG

Experte-Bohnet
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23.01.2018, 22:13 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Vit D sollte im Winter jd. Tag eingenommen werden, mindestens 1000 E, besser 2000!

Knochendichte unbedingt messen lassen! 

Melden Sie sich gerne mit den sog. T-Werten wieder!