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Gynokadin Dosierung

Kategorie: Hormontherapie-wechseljahre.de » Expertenrat Hormontherapie | Expertenfrage

29.10.2016 | 12:44 Uhr

Sehr geeehrter Herr Bohnet,

 

Seit ein paar Jahren nehme ich erfolgreich 2 Utrogest täglich (morgens/abends vaginal) gegen starke Pms Beschwerden und Wechseljahrebedingte Östrogendominanz.

Seit Anfang 2016 blieb die Regelblutung dann aus und der Östradiolwert war kaum noch messbar.

Ich hatte viele Beschwerden, u.a. depresssive Stimmung und immer wieder Schwindel.

Ich begann mit der Gynokadin Behandlung im Juni progressiv bis auf 2 Hub täglich (weiterhin 2 Utrogest) – es ging mir dann ca. 2 Monate sehr gut bis Anfang Oktober.

Dann fühlte ich mich wieder schlechter und erhöhte für ca. 2 Wochen auf 2,5 Hub.

Sehr schnell reagierte ich mit Bluthochdruck, bzw Blutdruckschwankungen, Wattekopf, Schwindel, Ängstlichkeit und Unruhe.

Dann habe ich eine Woche lang an der Dosierung herumprobiert, von 3 Hub auf 0,5 – bis ich dann eine Panikattacke bekam.

Mein Arzt konnte mir keine klare Richtlinie geben- ich habe ihn dann bedrängt den zugeführten Östradiolwert messen zu lassen- er liegt bei 106 ng/l.

Ich hatte dann selbst geschlußfolgert, das ich zuviel Östradiol zugeführt habe und

jetzt nehme ich täglich 1,25 Hub Gynokadin seit 10 Tagen und fühle mich aber nicht gut.

Ich habe starke Unruhe, Herzrasen und Angstattacken, wobei der Bluthochdruck und Schwindel besser geworden ist.

 

Am Anfang der Behandlung hatte ich die erste Woche zu hoch dosiert und reagierte auch mit BHD und Unruhe (nicht mit Brustspannen und Kopfschmerzen, was ja ein Symptom für Überdosierung sein soll- sehr verwirrend)

 

Meine Fragen:

Wie schnell reagiert der Körper auf Dosierungsveränderungen, bzw. können meine Beschwerden an einer Überdosierung liegen, welche noch im Abbau begriffen ist?

Wie lange kann es dauern bis sich alles wieder eingependelt hat?

Und woran kann ich merken ob die aktuelle Dosierung nun die Richtige ist?

 

Ich bin extrem verunsichert und weiß nicht weiter.

Einen Termin in einer Endokrinologischen Praxis habe ich erst im März 2017.

 

Mit besten Grüßen

 

 

 

 

 

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Bisherige Antworten
Experte-Bohnet
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30.10.2016, 02:28 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Leider mussten Sie erfahren, dass viel nicht viel hilft! Das Auf und Ab der Dosis ist Gift für das Vegetativum! Ich empfehle, weil die besten Erfahrungen, immer nur einen Hub Gel abends vor dem Schlafengehen auf zu tragen. Im Nachhinein ist man immer schlauer, aber Sie hätten viel früher zu dem Prog das Gel anwenden müssen. Es dauert schon 4-12 Wo bis sich die Symptome besser werden. Schlafen Sie gut? ggf. zum Abendbrot 1 Prog Kaps. Um den BD zu stabilisieren und leicht zu senken, setze ich gerne Spiro 50 ein, was Ihnen der Hausarzt verschreiben könnte.

Alter, Gewicht etc.?!

 

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30.10.2016, 10:01 Uhr
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Herzlichen Dank für Ihre Antwort- dann werde ich mit 1 Hub weitermachen.

Es ergeben sich aber noch ein paar Fragen, danke für Ihre Mühe!

Zu den anderen Symptomen, habe ich seit 1 Woche Abends Kopfschmerzen (habe ich sonst nie) obwohl ich ja auf 1,25 Hub reduziert habe- liegt das auch am Durcheinander?

Ich bin einfach immer noch sehr verunsichert, ob das alles durch eine Über- oder Unterdosierung zustande kommt, da ich mich ja eine Zeitlang mit 2 Hub wohlgefühlt habe.

Kann es denn sein, das eine Art "Östrogensättigung" eingetreten ist, und man dann reduzieren muss??

Was sagen Sie denn zu dem Östrogenwert 106 ?

Gynokadin wende ich bisher immer um die Mittagszeit an- Sie empfehlen immer die abendliche Anwendung, welchen Grund hat das?

Ich bin 49, 68 Kg bei 1,68 Größe- seit 2 Jahren nehme ich abends Valdoxan ein, somit schlafe ich gut- sonst keine weiteren Medikamente.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag!

 

 

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30.10.2016, 16:31 Uhr
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P.S.

Ich habe festgestellt, das ca.2-3 Std. nach der Anwendung von Gynokadin der BD steigt (z.B. 150:91 ), Puls auch und gegen Abend dann wie Spannungskopfschmerz. und das seit ca. 1 Woche trotz Reduzierung auf 1,25 bzw heute 1 Hub.

Wie kann das denn sein??

Ist es möglich, das durch die 4 Monate Anwendung zuviel Ö. im Körper ist und trotz der Reduktion jetzt erst diese Nebenwirkungen auftreten?

Ein BD-Senker möchte ich nicht wirklich auch noch nehmen, vor allem wenn das Gyn. daran "Schuld" ist (meine Werte waren sonst immer ausgewogen).

Entschuldigen Sie die vielen Fragen, aber das nicht nachvollziehen können dieser Vorgänge macht mich wirklich mürbe.

Danke

 

 

Experte-Bohnet
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31.10.2016, 01:02 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Bei Ihrem Größen-Gew-Verh. waren 2 Hübe von vorneherein zu viel! Aber das Östrogen verschwindet nach 2 - 3 Tagen völlig aus dem Blut, wenn man mit der Gel-Therapie aufhört. Zuviel an Ö begünstigt den BD-Hochdruck, niedrige Mengen stabilisieren ihn eher! In den WJ kann sich leider ein BD-H erstmalig bemerkbar machen. Möglichst jeden Tag mindestens 30 Min. walken1

Die Anflutung der Ö nach Gel fördert den Tiefschlaf; vermutlich könnten Sie das AD dann weglassen; es ist ein "Hammer"! Prog zum Abendbrot eingenommen macht meist müde!

Experte-Bohnet
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31.10.2016, 01:07 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Ja, was soll ich sagen, wenn Sie eben nicht die "Standardanwendung", welche sich hunderttausendemal bewährt hat, vornehmen. Besser ein Mittel gegen BD-H als einen Schlaganfall! Tragen Sie halt mal nur einen halben Hub über einige Wochen auf! Es ist immer schwierig, von einer höheren auf eine niedriger Dosis zu gehen als umgekehrt! Wer hat Ihnen den gesagt, Sie sollten von Anfang an 2 Hübe auftragen?!

Sie sollten dann immer erst mal nach dem Aufwachen noch im Bett den BD messen!

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01.11.2016, 12:05 Uhr
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Ich habe nicht von Anfang an 2 Hub genommen, sondern ansteigend und zwar auf Anraten des Gynäkologen, da 2 Hub die Standarddosierung sei - aber immer mit dem schwammigen Zusatz: "Sie müssen ausprobieren womit Sie sich wohlfühlen..."

Nach einem sehr informativen und freundlichen Telefonat mit der Patientenhotline der Fa.Kade-Besins (Gynokadin), habe ich seit gestern die Anwendung abgebrochen, da mir, aufgrund der auch im Beipackzettel angewarnten Symptome :BHD und migräneartige Kopfschmerzen, dringlich dazu geraten wurde.

Morgen habe ich einen Termin bei einer anderen Frauenärztin, welche sich hoffentlich in der Thematik besser auskennt, sodaß ich, wenn mein Östrogenspiegel auf ein verträgliches Maß abgesunken ist, mit einer viel geringeren Dosierung und vernünftiger Begleitung weitermachen kann.

Vielen Dank dennoch für Ihre Antworten-

wenn ich all die Fragen hier lese, muss ich anmerken:

Es ist erschreckend wie wenig viele niedergelassenen Ärzte sich offensichtlich in der, wenn auch sehr komplexen Thematik, der Hormonsubstitution auszukennen scheinen.

Und wie viele Frauen somit alleine und hilflos mit ihren (oft nicht ernstgenommenen) Problemen dastehen.

Alles Gute & Beste Grüße

Experte-Bohnet
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01.11.2016, 22:50 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Das ist sicher ein gangbarer Weg. Ja, hoffentlich kommen Sie nicht vom Regen in die Traufe. Gerne können Sie sich jederzeit wieder melden, am besten in ca. 2 Wo, wenn Sie Ihre BD-Werte aufgeschrieben haben!

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08.11.2016, 10:40 Uhr
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Sehr geehrter Herr Bohnet,

...leider stehe ich immer noch im Regen, die Ärztin war ein Totalreinfall.

Ich habe das Gynokadin auf 0,75 Hub tägl. reduziert seit 8 Tagen (davor 10 Tage 1,25) d.h. seit fast 3 Wochen verwende ich eine reduzierte Menge.

Seit 2 Wochen habe ich jeden Tag Kopfschmerzen (bahnen sich ab Mittag an und werden stärker zum Abend), hinzugekommen ist starkes Brustspannen...?!

Blutdruck morgens niedriger (z.B. 137:73) schwankt über den Tag 141:80, 153:90 .

Was ist da los??

Sind das Nebenwirkungen des abfallenden Östrogenspiegels?

Durch die Behandlung mit Gynok.war der Estradiolwert von 5< auf 106 pg/ml angestiegen, gemessen vor 3 Wochen- und die Beschwerden haben exakt seit der Dosisreduzierung begonnen!

Wie lange dauert es bis sich das beruhigt? Vor allem die Kopfschmerzen machen mich fertig.

Blutuntersuchung durch den Internisten ergab keine Auffälligkeiten, Schildrüsenwerte gut.

Was soll icht tun?

Vielen Dank!