Hormonstatus da- und weiss nicht weiter....

Kategorie: Hormontherapie-wechseljahre.de » Expertenrat Hormontherapie | Expertenfrage

10.02.2018 | 13:04 Uhr

Guten Tag!

Kurz zu mir: 46 Jahre, nehme seit 2 Jahren 100mg Famenita, 158cm, 50kg.

2016 wurde mir eine Östrogendominanz diagnostiziert. Famenita hat mir sehr lange geholfen, reicht in dieser Dosierung aber anscheinend nicht mehr aus.

Jetzige Symptome: Sehr starke zyklusunabhängige Brustschmerzen, Schwindel, Knochenschmerzen, verkürzte Zyklen mit starker Blutung, Schwäche, Konzentrationsstörungen, starke Zunahme von Pigmentstörungen im Gesicht und Dekollté.

Seit 3 Jahren überhaupt keine Libido mehr!

Im Oktober letzte Sono und Mammo der Brüste mit kleinen Zysten, Mikrokalk und unklarer Strukturveränderung.

Ich substituiere Vit.D, B-Vitamine, Magnesium, Zink, Selen, Omega 3.

Da ich letztes Jahr einen Zeckenbiss mit Wanderröte hatte, musste ich sehr lange Antibiotika nehmen und laut einem Immunstatus kämpft mein Körper nach wie vor mit "Irgendetwas"...

Ob das noch Borrelien sind oder etwas ganz Anderes weiss ich nicht. Und habe aufgrund der starken Schmerzen Angst, dass ich ein Mammacarzinom haben könnte. Meine FA will jetzt keine Sono/Mammo machen, sondern erst nach 6 Monaten, also im April.

Aufgrund der sehr vielen Werte, stelle ich nur die ein, die aus der Norm fallen, grenzwertig sind oder direkt Hormone betreffen (Abnahmetag 4.Zyklustag):

Erythrozyten 3,81 Mio/ul (Ref 3.90-5.15)

Kreatinin 0,51 mg/dl (Ref 0.51-0.95)

Harnsäure: 2,47 mg/dl (Ref 2.6-6.0)

LH 0,9 mIE/ml (kein Ref)

FSH 2,5 mIE/ml (kein Ref)

Östradiol 143 pg/ml

Progesteron 0,2 ng/ml

17-OH-Progesteron 0,4 ng/ml

Prolaktin 11,2 ng/ml

Testosteron 0,19 ng/ml

Dihydrotestosteron 208 pg/ml

Androstendion 0,8 ng/ml

DHEA-S 2140 ng/ml  (Ist der nicht sehr hoch?)

SHBG 79,1 nmol/l

freier Androgenindex 0,8

Cortisol 6 (Ist der nicht sehr niedrig?)

3-Alpha-Androstendiol-Glucuronid 1,6 ng/ml

CRP hochsensitv <0.08

Homocystein 5,5 umol/l

fT3 2,71 pg/ml (Ref 1.8-5.7)

fT4 11,6 pg/ml (Ref 8.0-18.0)

TSH basal 1,76 mU/l (Ref 0.4-4.0)

Anti-TPO <9,0 IU/ml (Ref<34.0)

TSH-Rezeptor-AAK <0,80 (Ref <1.22)

 

Meine FA schlägt jetzt folgendes vor:

Tag 1-6 keine Hormone

Tag 7-17 1 Hub Gynokadin plus 100mg Progesteron

Tag 18-28 1 Hub Gynokadin plus 200mg Progesteron

 

Meine Fragen:

1. Deuten die Werte evtl. auf eine Hormonabbaustörung hin und ich habe daher nach wie vor viel zu viel Östradiol? (Sonstige Leberwerte sind aber ok) Harnsäure wird glaube ich auch durch Östrogene abgebaut, oder?

2. Sollte ich bei den Werten wirklich Östradiol dazunehmen? Ich habe Angst, die Östrogendominanz zu steigern). Was halten Sie von dem Einnahmeplan?

3. Wodurch ist das DHEA-S so hoch oder auf deutet das hin? (Cortisol aber eher niedrig)

Es wäre schön, wenn Sie mir helfen könnten.

Vielen Dank!

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Bisherige Antworten
Experte-Bohnet
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10.02.2018, 23:51 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Vom Alter her sind Sie in den WJ! die Hormonwerte lassen erkennen, dass Sie noch eine deutliche Restaktivtät der Eierstöcke haben, d.h. es laufen Zyklen untersch. Qualität ab. Mit körpereigenen Hormonen den Zyklus aus zu gleichen ist sehr schwierig, weswegen es am einfachsten ist, eine niedrig dosierte Pille ein zu nehmen, da grunds. auch noch eine SS eintreten könnte; alternativ auch ein spezif. WJ-Präp!

DHEAS ist völlig normal, auch die anderen Hormonwerte!

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12.02.2018, 10:16 Uhr
Kommentar

Sehr geehrter Herr Bohnet,

vielen Dank!

Ich frage mich dennoch, warum ich seit 3 Jahren überhaupt keine Libido habe....

Und ich habe diese starken Brustschmerzen, was glaube ich doch eher auf eine Östrogendominanz hinweist.

Ist es da nicht gefährlich dem Körper noch Östrogene zuzuführen?

Was für eine Pille bzw. was für ein WJ-Präparat schlagen Sie denn vor?

Ich dachte bisher, Gynokadin und Famenita sind solche Präparate....

Danke!

Experte-Bohnet
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13.02.2018, 04:08 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Die Libido ist nicht (alleine) auf eine Hormonwirkung zurück zu führen. Wenn es Ihnen generell nicht gut geht, so ist eine sex. Erlebnisfähigkeit durchaus vermindert. Aus der Ferne Ursachen heraus zu finden, ist für mich nicht möglich. G & F haben sich sehr bewährt, aber damit kann nicht eine gleichbl. hormonelle Situation herbei geführt werden, solange die Eigenproduktion schwankt. Ich darf hier keine Präp-Namen nennen, aber für eine Famme Ihres Alters gibt es ein bewährtes Kombi-Präp.

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18.02.2018, 17:12 Uhr
Kommentar

Guten Abend noch einmal...

Was die Libido angeht: Es ist nicht so, dass es mir seit 3 Jahren durchgehend nicht gut geht - und dennoch habe ich nie eine Libido...

Ich bin weder depressiv noch irgendwie gestresst- ausser vo den sehr starken Brustschmerzen!

Diese sind zyklusunabhängig, beidseitig und inzwischen habe ich Stechen und Pochen an bestimmten Stellen dazu bekommen.

Im Okt war Mammografie und Sono mit dem Ergebnis Mikrokalk und anderweitige Strukturveränderungen - daher muss ich im April schon wieder...

Das alles verunsichert mich wirklich sehr - inzwischen kann ich die Knoten auch ertasten!

Da ich vor Östrogenen bisher Angst hatte, habe ich weiterhin nur Famenita genommen und bei Bedarf Progesteroncreme auf die Brüste gecremt. E hilft kurzfristig ,aber insgesamt wird im Moment alles schlimmer und schmerzhafter!

Mir kommt ein Estradiolwert von 143 pg/ml für den 4.ZT auch recht hoch vor... Solch hohen Werte hatte ich die letzten 3 Jahre nicht!

Meine Fragen:

1. Nehme ich evtl. noch zu wenig Progesteron (Brustschmerzen) oder evtl. zuviel und das "überschüssige" Progesteron wird zu Östrogenen umgebaut?

2. Muss ich trotz der jetzt fühlbaren Knoten wirklich bis April warten? Ich habe ausserdem ACR4... (Die FA wollte kein Ultraschall machen, da ich ja im Apil eh zu Mammo und Sono muss).

3. Ihr "Tipp" hat mich etwas irritiert, da es bei postmenopausalen Frauen angewandt wird, deren letzte natürliche Monatsblutung mindestens 12 Monate zurück liegt... Ich habe meine Menstruation noch- viel zu oft und viel zu stark!

 

Vielen Dank noch einmal!

 

Experte-Bohnet
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19.02.2018, 03:09 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Ich hatte Ihnen ja geschrieben, dass ich ein sog. Kombi-präp anwenden würde, um eine stabile hormonelle Lage zu erzielen. Leider steht in dem Beipackzettel wie immer auch Unzutreffendes! Das Präp kann zunächst zyklisch, d.h. 24 Tage, 4 Tage Pause, angewendet werden und dann koninierlich. 

Ich denke, die Brustbeschwerden mit weiteren, notwendigen Aklärungen können durchaus belastend sein. Aber ich kann mich da leider auch nur wiederholen, dass ich aus der Ferne nicht alle Fragestellungen abedecken kann. Außerdem habe ich auch nur limitierte Zeit und muss anderen Anfragerinnen auch gerecht werden.

Es gibt auch Institute für Sexualmedizin!

Alles Gute!