Östrogendominanz und Progestogel

Kategorie: Hormontherapie-wechseljahre.de » Expertenrat Hormontherapie | Expertenfrage

28.01.2009 | 01:15 Uhr

Lieber Herr Prof. Bohnet,

meine Leidensgeschichte begann 2006 im April. Da merkte ich zum
ersten Mal, dass hormonell etwas aus dem Lot geriet. Ich bin noch
43 Jahre und werde im Mai 44. Die Wechseljahre begannen mit einem
Nachlassen der Progesteronbildung. Nachdem ich eine Hormonanalyse
vornehmen liess, die meine Vermutung bestätigte riet mir der Gynäkologe bevor hormonell etwas gegeben werden sollte, mich auch auf Herz und Nieren internistisch untersuchen zu lassen.
Daraufhin veranlasste ich dies beim Hausarzt, der ein grosses Blut-
bild anfertigte mit Schilddrüsenwerten und allem was sonst noch
dazugehört. EKG, Blutzucker Blutdruck. Er gratulierte mir einige
Tages sogar zu meiner TopGesundheit, was aus den Werten hervor-
ging. Aber er gab zu, das hohe Estradiol bereite ihm Sorgen. ER
meinte auch dass er sich mit den Hormonen nicht auskenne. Aber
es ihm doch auffiel, dass die Östrogene so hoch seien. Das bestätigte
meine Vermutung abermals und so ging ich zum Gyn zurück und
erklärte ihm, dass ich erst einmal mit natürlichen Mitteln versuchen
wollte zu therapieren. Das tat ich mit einem Yamswurzelextrakt
mit 16% Diosgenin in Lavendelöl. Tatsächlich schaffte es die Creme
die ganzen Östrogendominanzsymptome auf einen Schlag zu
beseitigen. Ich berichtete meinem Gyn von den Erfolgen und er
wünschte nähere Infos zu der Yamswurzel, die ich ihm daraufhin
zukommen liess. Die Creme half mir dann noch genau bis zum
Mai 2008, dann war es eher so, dass mit der Anwendung die
Östrogendominanzsymptome stärker wurden. Also setzte ich die
Creme ab und dankte ihr im Geiste nochmals für ihre grosse Hilfe, die
sie mir doch lange zeit angedeihen liess. Vermutlich war die enzyma
tische Wirkung verlorengegangen, das Diosgenin in entsprechende
Vorstufen umzuwandeln und so wurde vermutlich aus Dhea vermehrt
Testosteron und dann durch Aromatase wieder Östrogen gebildet.
Nun möchte ich aber nicht zu lange ausführen und Ihnen noch
mitteilen, was ich dann unternommen habe bis heute. Bei einem
Besuch beim Frauenarzt schilderte ich die Problematik und bekam
nun Mönchspfeffer, den ich allerdings bis zu diesem Tag regelmässig
eingenommen hatte, dazu verschrieb er mir Progestogel. Zumal meine Symptome durch die Wassereinlagerungen im Körper haupt-
sächlich im Bauch und in den Brusten, diese mit dem Gel gelindert
werden könnten. Mit der Einnahme besserte sich vor allem der geistige Zustand enorm. Die STimmungsschwankungen und
manchmal diffusen Ängste, wechselnd mit vermehrter Aggressivität
verschwanden. Anfänglilch stellte sie die oft als Nebenwirkung
geschilderte Müdigkeit ein, was aber nach 2 Tagen verschwand.
Jetzt ist die Einnahmedauer unterbrochen, weil ich diese Creme nun
nach Vorschrift 13 Tage genommen habe. Aber die Wassereinlagerungen sind genauso da wie vorher. Nun bin ich doch
etwas verunsichert, obwohl ich mich mit der Thematik ausfühlich
auseinandergesetzt habe, lese ich jetzt. Dass um eine vollständige
Transformation des Endometriums herbeizuführen transdermale
Applikationen nicht geeignet scheinen, zumal um die vielen weiteren
systemischen Wirkungen des Progesterons zu erzielen nur eine
orale Anwendungsform in der vollen Transformationsdosis von 100mg
bis 200mg zu erreichen seien. Aber was ist da mit dem First-pass-
Effekt und der dann folgenden Metabolisierung?!. Bleibt da genug
wirksames Progesteron zurück Ich möchte diese einschränkenden
und lästigen Wasseransammlungen endlich los werden. Und wäre
im Hinblick auf eine bestehende Myomneigung und angeschwollender
Gebärmutter durch die Östrogendominanz, vielleicht Utrogest besser.
Oder soll ich wie mein Gynäkologe rät, erst einmal Progstogel und
Mönchspfeffer 3 Monate weiternehmen. Denn sicher leuchtet es ja
auch ein, dass eine Umstellung in einigermale normale Hormonpegel
ja auch seine Zeit braucht. Brauche ich einfach mehr Geduld
Ich hoffe sie finden es nicht allzu unangenehm, dass ich eine so lange
Geschichte aufliste. Aber man muss sich auch einmal aussprechen
können. Und die Ärzte im Realfall ( Gesundheitssystem) haben nun
einmal sehr wenig Zeit und können einen nicht über die Brücke des
Wechsels begleiten. Vielen Dank für Ihren Fachrat

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Bisherige Antworten
Experte-Bohnet
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29.01.2009, 04:10 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Ich glaube, Ihr Beitrag ist wg. der aussergew. Laenge verspaetet eingegangen!
Ich denke, da wird zuviel heruminterpretiert als gehandelt!
Es ist in Ihrer Altersgruppe rel. haeufig, dass im Vergleich zu E wenig P gebildet wird. Eine Estrogendominanz ist nicht immer vorhanden, da Hormonanalysen immer nur eine Momentaufnahme darstellen!
In Ihrer Altersgruppe mit Pflanzenexrakten rumzudoktern funktioniert nicht!
Sie brauchen ein modernes KombiPraep, welches Wasser ausschwemmt. Dies nehmen Sie 21 Tage und machen 7 Tage Pause usw. In einigen Monaten muss man dann eine Bestandsaufnahme machen!
Groesse? Gewicht? BD?

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29.01.2009, 04:51 Uhr
Antwort

Danke für die schnelle Reaktion.
Bisher habe ich immer nach Wegen gesucht, synthetische Hormone
zu nehmen. Es stimmt tatsächlich, zumindest in den letzten MOnaten
habe ich die Beschwerden eher ausgesessen aber ich war da für meine
Umgebung und für meine Freunde keine gute Gesellschafterin. Übel
gelaunt und aggresiv aber auch voller Zorn diesen Veränderungen
gegenüber, litt ich teilweise lieber als die Sache beherzt anzugehen.
Meine Grösse beträgt 1,65 m. Mein Gewicht schwankt zwischen
57 und 58 Kg . Blutdruck schwankt liegt aber im Mittel bei 130/85.
Ich denke die Werte sind ok. Ich treibe, wenn mich die Beschwerden
nicht allzusehr quälen viel Sport, versuche gesund zu leben. Aber
esse zu viel Schokolade. DA muss ich auch noch Einschränkungen
vornehmen. Ansonsten bin ich ein lebensfroher Mensch, der auch
gerade beruflich noch mal durchstartet.
Könnten Sie mir vielleicht näher spezifizieren, was Sie mit einem
Kombipräparat meinen. Vielleicht die Angeliq mit diesem neuartigen
Drospirenon?!. Ich weiss Sie dürfen keine Werbung machen aber
ein Tip schadet sicher nicht, dann muss ich nicht so viel herumdoktern. Ich schliesse jetzt und freue mich über Ihre Antwort.

Experte-Bohnet
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29.01.2009, 06:39 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Genau das ist es! Habe sehr gute Erfolge gesehen!

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