Prolaktinom

Kategorie: Hormontherapie-wechseljahre.de » Expertenrat Hormontherapie | Expertenfrage

21.08.2009 | 05:52 Uhr

Hallo Herr Doktor!
Bin 41, ein Kind, regelmässige Zyklen, kein Kinderwunsch mehr. Seit zwei Jahren nehme ich Dostinex, weil ich ein prolaktinproduzierendes Mikroprolaktinom habe. Dadurch ist mein Prolaktinwert schnell auf die Norm gesunken. Ich leide an mehr oder weniger starken depressiven Verstimmungen, die ich vor der Behandlung nicht hatte, deswegen habe ich im Einverständniss mit dem Arzt Dostinex abgesetzt, um zu sehen ob die Depressionen als Nebenwirkung von dem Medikament aufgetretten sind. Ich war auch ständig schläfrig nach dem Dostinex. MRT Bild war nach zwei Jahren unverändert.
In den ersten Wochen danach ging es mir etwas besser, danach ist aber das Prolaktinwert wieder stark angestiegen und damit auch die depressive Verstimmungen. Also liegt es scheinbar nicht am Dostinex. Ist es möglich, dass das Prolaktinom an sich die psychische Probleme verursacht? Ich habe in einem Selbsthilfeforum gelesen, dass mehr als die Hälfte der Betroffenen an Depressionen leidet :-(
Können Sie das aus eigener Praxiserfahrung bestätigen? Ich habe Angst, dass ich eines Tages noch Antidepressiva dazu nehmen muß...
Wie hoch ist die Chance, dass Prolaktinom durch Dostinex verschwindet? Gibt es auch wirkungsvollere Präparate?
Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen, Leila.

Helfen Sie mit Ihrer Bewertung: Ja, dieses Thema ist hilfreich!

2
Bisherige Antworten
Beitrag melden
21.08.2009, 06:03 Uhr
Antwort

P.s.

Noch eine Frage- kann man bei Prolaktinom eventuell die Pille nehmen? Ich habe bis jetzt nie hormonell verhütet, will aber nicht noch mal schwanger werden, besonders weil ich oft so depri bin. Mein Zyklus ist regelmässig und ES habe ich auch noch ( Temperaturmessen). Oder ist es etwa zu spät, in meinem Alter mit der Pille anzufangen? Ich rauche nicht, bin schlank, Blutdruck normal, ich habe nur Krampfadern seit der Schwangerschaft.

Experte-Bohnet
Beitrag melden
21.08.2009, 09:27 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Eigentlich brauchen Sie den PRL-Hemmer gar nicht, da die Adenome fast nie (schnell) wachsen. Bei Hyperprol. besteht sogar häufig ein gleichbleibender Hormonstatus, also kein auf und ab, was häufig D. begünstigt! Wenn Sie dann keine Periode haben, sollten die Hormone überprüft werden. Ist die Schilddrüsenfunktion überprüft?
Schicken Sie mir ggf. die Ergebnisse!

Experte-Bohnet
Beitrag melden
21.08.2009, 09:29 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Können Sie! Aber brauchen Sie vielleicht gar nicht, wenn das PRL rel hoch ist (50 -100)

Beitrag melden
22.08.2009, 09:31 Uhr
Antwort

Hallo Herr Doktor,

vielen Dank für die schnelle und sehr interessante Antwort. Ich würde mir Prolaktinhemmer sehr gerne ersparen, nur es ist so, dass meine Beschwerden mit ansteigendem Prolaktinspiegel stärker werden.. Im Mai 2009 habe ich Dostinex abgesetzt, Prolaktinwert war 17,60 (ng/ml), schon erheblich höher als ein halbes Jahr davor, weil ich Dostinextabletten reduziert habe, ich konnte mit der Schläfrigkeit, Depri und Kreislaufproblemen nicht richtig funktionieren. Ich nahm nur noch die halbe Tablette wöchentlich.
Andere Werte waren am 5 ZT folgend:
TSH 1,72
FT3 2,30
FT4 10,90
E1 80,40
E2 109,60
Progesteron 0,96
FSH 5,60
LH 5,70
In dem ersten Monat danach ohne Dostinex ging es mir viel besser, ich hatte viel weniger depressive Verstimmungen, also war ich überzeugt das Dostinex daran schuld war. Schon Ende Juni ging es mir aber allmählich schlimmer- ich wurde immer mehr müde und erschöpft, Libido wurde immer schwächer, Stimmungesschwankungen und depressive Zustände kamen immer öfter und in der Brustwarze habe ich beim ausquetschen zwei, drei Tropfen Milch entdeckt. Deswegen bin ich zu der Frauenärztin gegangen, die mir Blut abgenommen hat und Prolaktin ist tatsächlich auf 80,69 angestiegen, also war so hoch wie vor zwei Jahren, bevor ich mit Behandlung anfing. Nur mein Zyklus ist noch regelmässig.
Andere Werte am 7 ZT im Juli 2009 waren folgend:
LH 5,6
FSH 6,6
E2 42.2
Progesteron 0,96
Ich habe auch wieder Haarausfall und trockene Schleimhäute im Intimbereich und ich fühle mich insgesamt wie in den Wechseljahren ( wie man halt so darüber liest). Am schlimmsten sind die depressive Verstimmungen, Erschöpfung und null Libido. Meinen Sie, dass sich diese Beschwerden irgendwann normalisieren, wenn der Körper sich angepasst an hohen Prolaktinspiegel hat oder müsste ich diesen Zustand in Kauf nehmen? ( was keine so gute Option ist...)
Anfang September habe ich Kontrolltermin in der Endokrinologie und ich weiß, dass mir mein Arzt Prolaktinhemmer dringend empfehlen wird. Kennen Sie erfahrungsgemäss ein anderes Medikament, das nicht so starke Nebenwirkungen wie Dostinex hat?
Sorry, dass ich so lang geworden bin.
Vielen Dank und herzlichen Gruß, Leila