Schilddrüse oder Progesteronmangel?

Kategorie: Hormontherapie-wechseljahre.de » Expertenrat Hormontherapie | Expertenfrage

03.04.2008 | 07:47 Uhr

Guten Abend Herr Prof. Dr. Bohnet,

ich bin 34 Jahre habe 2 Kinder, 6 und 11 Jahre, wiege momentan 52 KG, bei 1,54 m, Blutdruck ca. 110/70.

Ich leide seit 07.2007 wohl unter hormonellen Störungen. (zuvor hatte ich eine Hormonspirale, die ich nach 3 Mon entfernen lies. Schon wärend des Tragens der Spirale litt ich unter Benommenheit, Antriebslosigkeit und Müdigkeit. Mein TSH war damals sehr gut mit 0,4. Jedoch oft Unterzuckerproblematik v.a. beim Sport.

Nach Entfernung wegen Unterleibsschmerz und Dauerschmierblutung, fanden sich große Zysten, eine ist geplatzt und danach hatte ich lange Beschwerden und Schmerzen, ca. 3 Wochen.

Jetzt leide ich unter Gewichtszunahme (4 KG), Haarausfall, Beschwerden wie Gelenkschmerzen, Blähungen, Oberbauchbeschwerden und vor Allem sind meine Brüste mind. 1/3 größer geworden. Sie haben geschmerzt und verhärten hin und wieder, was momentan etwas besser ist. Mein Schlaf ist ok, keine Probleme.
Jedoch komme ich vom Gewicht nicht runter, egal ob Sport oder gute Ernährung. 4 Kg sind für meine Größe viel und ich fühle mich oft aufgebläht Druck im Oberbauch meist hinter den Rippen, v.a. am Bauch und Oberschenkel Gewichtszunahme. Ich habe starken Haarausfall, der an den Seitenpartien schon erkennbar ist.

Ich habe jetzt einen TSH von 2,48 und nehme L-Thyroxin momentan 50 mg wofür ich sehr gekämpft hab und versuche mich mit Progesteron oral 100 mg abends, was mir ein FA für ganzheitliche Medizin riet.
Aber es will nicht wirklich besser werden.
Die letzten 2 Zyklen waren 21 Tage lang und beim jetzigen hatte ich keinen Eisprung (habe das erste Mal Temparatur gemessen, in der Eisprungzeit ging es mir sehr schlecht), könnte sein, dass es auch zuvor schon keine Eisprünge habe.

Meine Hormone waren seit den Kontrollen von August bis Dez. immer an der Untergrenze Östrogen mit 80 und Progesteron zwischen 2 und max. 5 , bei 10 -20 als Vorgabe. (21 ZT) der Rest war wohl normal. Es hieß die Werte wären zwar niedrig stünden aber in einem guten Verhältnis.

Könnte es sein, dass ich die Prog. Dosis doch erhöhen muss? Ich hatte schon mal 200 genommen (1 vaginal und 1 oral abends). Da hatte ich aber vermehrt Brustschmerzen bekommen, wenn ich auch das Gefühl hatte, dass das Gewicht runter ging.

Wenn ich meine Periode habe, geht es mir immer am Besten und sobald die sich dem Ende zuneigt, werde ich wieder müder und schlapper und fühle mich antriebslos. Ich muss dazu sagen, dass diese inzwischen 8 Tage dauert und sehr schwach ist.

Ich bin etwas ratlos, mein Gyn empfohl mir Jod und Mastodynon, aber damit ging es mir noch viel schlechter, ich kann sagen, dass mir die SD-Hormone ohne Jod schon etwas geholfen haben, zumindest was mein psychischen Befinden angeht, das war total im Keller. Das Gewicht will sich aber einfach nicht regulieren, auch habe ich seit langem Probleme mit einer gefühlen trockenen Zunge, die ab und zu pelzig ist und auch ab und zu brennt.
Vit. B und Zink nehme ich.
Meine Ferritin Werte liege bei 236 (Höchstgrenze 150), Eisen ist auch mit 36 zu hoch (Höchsgrenze 26).

Was können Sie mir raten. Ich fühle mich hier von den Ärzten nicht so richtig ernst genommen. Bei meiner Zungenproblematik die mich schon sehr belastet, riet man mir doch ein Bonbon zu lutschen, könnte auch von trockener Luft kommen - ohne Worte-!

MFG

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Bisherige Antworten
Experte-Bohnet
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04.04.2008, 12:24 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Ihre Beschwerden erklaeren sich nicht ueber die Hormonspirale. Das war ein zufaelliges gleichzeitiges Ereignis. Sie haben keinen Eisprung!!! Ursache muss abgeklaert werden. Bei rel. niedrigen Oestrogenen Prog unzuwenden bringt nichts! Die Eireifung wird dadurch nicht normalisiert, im Gegenteil sie wird unterdrueckt.
Ursache des grenzw. TSH muss ebenfalls abgekaert werden; SD-Antikoerper oder Jodmangel. Sie sollten zu einem Endokrinologen gehen. Ich sehe nicht, wie man Ihnen mit Altenativ/Medizin weiterhelfen kann.
Was glauben Sie, warum die Situation eingetreten ist?!

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04.04.2008, 16:37 Uhr
Antwort

Sehr geehter Herr Prof. Dr. Bohnet,

vielen Dank für Ihre Antwort, ich hatte den Eindruck dass diese Situation in Zusammenhang mit dem ganzen Geschehen nach der Sprialenentfernung stand.
Man sagte aber damals, dass es auch ein psychischer Faktor sein könnte, da ich unter Druck stand und die Zystengeschichte mit den ständigen Schmerzen auch die Psyche belastet. Nach der geplatzten Zyste hatte ich übrigens auch ein sehr geblähtes Abdomen und hohe Entzündungswerte.

Seit einiger Zeit bin ich nun sehr relaxt und bin mit meiner Situation zufrieden.
Dennoch ist irgendetwas blockiert.

Ich hatte eine Situation, in der ich wenige Wochen nach Besserung der Beschwerden, nach der geplatzten Zyste, auf einmal sehr massives Sodbrennen bekam, über 1 Woche, fast unerträglich, ich hatte das Gefühl dass die Darmtätigkeit herabgesetzt war, was schon während der aufgetretenen Zyste, die sich im Bauchaum befand, begann.
Mein HA sprach von Östrogenmangel, da meine Zunge auch trocken aussah und ich sehr depressiv war was ich von mir nicht kenne.
Nach der Östrogenkontrolle hieß es von Seiten des HA kein Östrogenmangel, wenn auch niedrige Werte.
Da es mir aber schlecht ging hab ich weiterhin um Hormonkontrollen gebeten. Man sprach mich dann auch auf eine evtl. latente Hypothyreose an, ich sollte einen TRH Test machen lassen, der zuständige Arzt verweigerte diese Untersuchung, weil seiner Meinung nach die alten Werte allesamt in Ordnung waren und meine Finger auch keine feinschlägiges Zittern aufwiesen.
Seither suche ich nun nach Antworten und habe leider noch keine bekommen, fühle aber genau dass irgendwas nicht in rund läuft.
Ich nehme jetzt gerade 75 mg L-Thyroxin ohne Jod, da ich von Thyronajod das Gefühl bekomme, dass es mir den Hals zuschnürrt und die Stirnhöhlen etwas brennen und ein Druck im ganzen Körper entsteht.

Ich habe auch mal an die Bauchspeicheldrüse gedacht, denn ich habe auch mit Unterzucker zu kämpfen, man hatte festgestellt, dass die Regulation nicht stimmt, ich hatte eine Infusion bei der man den Insulinspiegel drückt um bestimmten Medikamente so besser in die Zellen einzuschleusen. Nach Injektion wurde ich dann mit Glucose wieder hochgefahren.
Bei mir war es so, dass sich der Blutzuckerspiegel erst gar nicht regte und dann völlig übers Ziel hinausschoss. Wobei ich erwähnen muss, dass ich zum Zeitpunkt der IPP-Therapie eine starke Grippe hatte und mein Körper vielleicht auftrund dessen nicht normal reagierte. Zu der Zeit hatte ich auch fast anhaltend Herpes-Bläschen an der Lippe über Wochen.
Jetzt ist es besser.
An eine Autoimmunge Sache hatte ich auch schon gedacht.
Bei einem Endokrinologen war ich im Juli 07, der fand nichts Ungewöhnliches an der Schilddrüse, ich war dort wegen Schwächegefühl und Benommenheit, das war während der Spriralzeit, mein TSH war zu dem Zeitpunkt völlig ok 0,4.
Aber Er sah auch den leichten Unterzucker, es wurde aber nichts weiter unternommen. Antikörper wurden nicht kontrolliert. Welcher Wert gibt den Hinweis auf einen Jodmangel?
Ich frage mich weshalb meine Brüste so an Größe zunehmen, kann das auch an der Schilddrüse liegen?

MFG und vielen Dank im vorraus

Experte-Bohnet
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04.04.2008, 17:45 Uhr
Antwort von Experte-Bohnet

Jod ist eine natuerliche Substanz und liegt als Salz vor. Es wird so immer vertragen. Da das bei Ihnen nicht so ist, muss man von einer psychischen Ueberlagerung ausgehen! Ich wuerde doch zu einem orientierenden Gespraech mit dem P raten!
B rustbeschwerden haben vielfaeltige Ursachen! Aber Stress fuehrt zur Erhoehung des Milchhormons und das beeinflusst wiederum die Brust und den Zyklus.

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04.04.2008, 20:15 Uhr
Antwort

vielen Dank für Ihren Rat, Herr Prof Dr. Bohnet, die Antwort bezüglich der Brust in Bezug auf den psychischen Faktor war sehr hilfreich für mich.

MFG