Frauenärzte setzen auf Hormontherapie

Ärztebefragung belegt positive Einstellung der Gynäkologen

Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass deutsche Frauenärzte eine positive Einstellung zur Hormontherapie in den Wechseljahren haben. Dieses Ergebnis steht im Einklang mit den Forschungsergebnissen der letzten Jahre – sie haben gezeigt, dass eine Hormontherapie sehr effektiv Wechseljahresbeschwerden lindert und zusätzlich mit diversen Vorteilen verbunden sein kann. Viele Experten sprechen daher auch von einem „Comeback“ der Hormontherapie.

Ärztin_Rezept_93223380.jpg
Die Befragung belegt: Ärzte vertrauen der Hormontherapie und verschreiben geeignete Präparate.
(c) Getty Images
  • zum Download

    Sie möchten die Wechseljahre besser verstehen? Laden Sie sich Ratgeber zur Hormonersatztherapie, wiederkehrenden Harnwegsinfekten oder Scheidentrockenheit anonym und kostenlos hier herunter.

Vor einem Jahrzehnt wurden die ersten Ergebnisse der Women’s Health Initiative-Studie (WHI) publiziert, die auf mögliche Nebenwirkungen der Hormontherapie hindeuteten und viele Frauen in den Wechseljahren verunsicherten. Doch bereits zwei Jahre später zeigten neue Daten, dass Frauen von einer Östrogentherapie bezüglich ihrer Herzgesundheit profitieren können, wenn sie relativ früh mit einer solchen Behandlung beginnen. Weitere Studienergebnisse belegten ebenfalls günstige Effekte der Hormontherapie.

Die öffentliche, immer noch anhaltende Diskussion und die unterschiedlichen, zum Teil widersprüchlichen Presseberichte haben nicht nur die Patientinnen, sondern auch einige Gynäkologen verunsichert. Wie sich das auf das Verschreibungsverhalten deutscher Frauenärzte ausgewirkt hat, wollten Hamburger, Berliner und Tübinger Forscher herausfinden.

Ermittlung des Verschreibungsverhaltens per Fragebogen

In Deutschland verschreiben fast ausschließlich niedergelassene Gynäkologen – derzeit fast 10.000 - eine Hormontherapie. Diese erhielten von den Autoren einen Fragebogen per E-Mail, der unter anderem erfasste, wie häufig eine Hormontherapie vor und nach der Veröffentlichung der ersten WHI-Ergebnisse verschrieben wurde. Auch die Art der verordneten Hormontherapie wurde erhoben.

Etwa ein Viertel (über 2.500) der angeschriebenen Frauenärzte beantworteten die Fragen so, dass zur Auswertung durch die Wissenschaftler genutzt werden konnten.

Häufige Verordnung der Hormontherapie

Mehr als 80 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Frauen mit typischen Symptomen der Wechseljahre eine Hormontherapie empfehlen. Bei sogenannten vasomotorischen Beschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüchen gaben sogar 90 Prozent der Ärzte die HT als Therapie der Wahl an. Die Verordnung richtet sich grundsätzlich nach Art und Ausprägung der Beschwerden.

Zeit der Verunsicherung: Rückgang der Verordnungen seit den ersten WHI-Ergebnissen

Seit Erscheinen der ersten WHI-Ergebnisse 2002 ging die Verordnung der Hormontherapie bei fast drei Viertel der befragten Ärzte zurück. Das spiegelte nicht unbedingt ihre Meinung wider, sondern lag vielmehr an der Verunsicherung der Patientinnen und deren teils unzureichendem Informationsstand. In diesem Zusammenhang gaben fast 90 Prozent der Ärzte an, dass ihre Patientinnen schlecht oder nur mäßig über die Hormontherapie informiert waren.

Erhöhte Verordnungszahlen für Hormontherapie über die Haut

Ein weiteres Ergebnis der Befragung: Die Verschreibungshäufigkeit der transdermalen – also der über die Haut zugeführten – Hormontherapie ist gestiegen. Das berichteten drei Viertel der befragten Ärzte.

Insgesamt, so schlussfolgern die Autoren, stehen deutsche Frauenärzte der Hormontherapie heute eher positiv gegenüber. Die Gynäkologen legen im Allgemeinen großen Wert darauf, Nutzen und Risiken der Hormontherapie genau gegeneinander abzuwägen. Einer der Hauptgründe gegen eine Verschreibung von Hormonen ist nach wie vor die Verunsicherung der Patientinnen. Die umfassende Aufklärung der Patientinnen ist daher eines der Hauptanliegen der niedergelassenen Gynäkologen. Denn fest steht, dass die richtige Hormonzufuhr in den Wechseljahren belastende Beschwerden lindern und damit auch die Lebensqualität nachhaltig erhöhen kann.

Tipps: Gesunder Lebensstil lindert Beschwerden

Autor:
Letzte Aktualisierung: 14. Oktober 2014
Quellen: Buhling KJ et al.: Attitude of German gynecologists towards prescribing HRT before and after the WHI study. Climacteric 2012; 15: 326–331; Wenderlein M: Hormonersatztherapie – Comeback nach zehn Jahren Verunsicherung. gynäkologie + geburtshilfe 2012; 17(3): 26–29

Fragen passend zum Thema
  • Expertenrat Hormontherapie
    Progesteron Famentina 100mg
    heute, 09:32 Uhr

    Sehr geehrter Herr Bohnet, Ich weiß zwar nicht genau ob ich hier in diesem Forum richtig...  mehr...

  • Expertenrat Hormontherapie
    Fem Conti weiternehmen?
    gestern, 12:32 Uhr

    Ich bin 57 Jahre, 162 cm, 47 kg, habe seit 10 Jahren chron. Insomnie. Hatte die letzten 3...  mehr...

  • Expertenrat Hormontherapie
    Gynokadin und Famenita 100
    gestern, 12:04 Uhr

    sehr geehrter Herr Bohnet, ich bin 53 Jahre alt und seit 6 Jahren in den WJ. Anfangs hatte...  mehr...

Expertenrat Hormontherapie

Im Expertenrat zu Hormontherapie in den Wechseljahren können Sie all Ihre persönlichen Fragen unserem Spezialisten stellen.

zum Expertenrat
Gratis Broschüren
Forum

Sie möchten sich mit anderen zum Thema Wechseljahre austauschen? Hier geht's zum Forum.

zum Forum
Meistgelesene Artikel
Arztsuche

Diese Ärzte sind speziell fortgebildet im Bereich Vorbeugung und fokussiert auf die Früherkennung von Risiken und Erkrankungen.

Suchen

Zum Seitenanfang