Auf die Knochengesundheit achten

Osteoporose mit Kalzium und Vitamin D vorbeugen

Durch die Hormonumstellung in den Wechseljahren steigt das Risiko für eine Osteoporose, die zu schmerzhaften Knochenbrüchen führen kann. Eine wichtige Rolle bei der Vorsorge der Erkrankung und ihrer Folgen spielen Kalzium und Vitamin D.

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Ob farbig oder typisch gelb, ob weich oder hart: Käse ist ein wichtiger Kalzium-Lieferant.
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Bei der Osteoporose kommt es zum schrittweisen Abbau von Knochensubstanz, so dass Knochenmasse verloren geht und sich die Architektur des Knochens krankhaft verändert. Dadurch verlieren die Skelettbausteine ihre Festigkeit, die Gefahr für Brüche steigt. Schon ein kleiner Sturz verursacht dann unter Umständen einen Wirbelkörper- oder anderen Knochenbruch.

Osteoporose in den Wechseljahren häufiger

Aufgrund der Hormonumstellung in den Wechseljahren mit sinkenden Spiegeln an Östrogen und Progesteron im Blut wächst das Risiko für Osteoporose. Vor allem die ausbleibende Wirkung des Östrogens spielt dabei eine Rolle: Der Knochenaufbau kann sich verlangsamen, der Abbau beschleunigen. Die Folge: Knochenmasse nimmt schnell ab.

Aus diesem Grund erkranken Frauen mit zunehmendem Lebensalter deutlich häufiger an Osteoporose. Sind es bei Frauen nach der letzten Regelblutung (Menopause) im Alter von 55 Jahren sieben Prozent, liegt die Erkrankungsrate im Alter von 80 Jahren schon bei 19 Prozent. Auch die Häufigkeit von Wirbelkörper- und anderen Knochenbrüchen steigt mit dem Lebensalter an.

Vitamin-D-Mangel erhöht das Sturz- und Bruchrisiko

Eine entscheidende Rolle im Knochenstoffwechsel spielt Vitamin D, das für feste Knochen sorgt. Doch nicht nur das: Auch die Muskulatur und die Koordinationsfähigkeit der Muskeln werden durch das Vitamin beeinflusst. Ein Mangel an Vitamin D führt daher nicht nur zu einer verminderten Festigkeit der Knochen, sondern auch zu einem erhöhten Risiko für Stürze. Zudem können Betroffene im Fall eines Sturzes weniger gut reagieren, stützen sich oft nur unzureichend ab und fallen deshalb ungünstig.

Wie kommt es zum Vitamin-D-Mangel?

Unser Körper kann Vitamin D selbst herstellen. Dazu braucht er aber ausreichend Sonnenlicht: UV-B-Strahlen sind es, die unsere Haut dazu bringen, das "Sonnenhormon" zu produzieren. UV-A-Strahlen haben diese Fähigkeit nicht, weshalb Besuche im Solarium keine Alternative zum Aufenthalt in der Sonne sind. Sonnenbänke strahlen nämlich meist nur UV-A-Licht ab.

Reicht die Sonneneinstrahlung auf die Haut nicht aus, wie es etwa im Winter in den nördlichen Breiten Europas der Fall ist, steht dem Körper nicht genügend Vitamin D zur Verfügung. Ältere Menschen sind gefährdeter: Bei gleicher UV-Bestrahlung bilden sie deutlich weniger Vitamin D als jüngere Menschen.

Mangel an Vitamin D ausgleichen

Wer einen Mangel ausgleicht, senkt sein Risiko für Stürze und damit einhergehende Knochen- oder Wirbelkörperbrüche. Experten empfehlen dafür, das Gesicht und die Arme eine halbe Stunde pro Tag der Sonne auszusetzen.

Im Winter ist das häufig nicht möglich, weshalb sich unser Organismus in den kalten Monaten an körpereigenen Depots bedient. Die Leber und das Fettgewebe können Vitamin D speichern. Dennoch kann es zu Mangelzuständen kommen, die der Arzt mittels Bluttest nachweisen kann.

Nicht nur durch die Sonne, sondern zu einem kleineren Maß auch über die Ernährung können wir unseren Körper mit Vitamin D versorgen. Lieferanten sind zum Beispiel:

  • Seefisch wie Hering, Makrele oder Lachs
  • Eier
  • Champignons
  • Hartkäse

Reichen weder Sonnenbestrahlung noch die Zufuhr über die Ernährung aus, wird die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten empfohlen. Niedrig dosierte Nahrungsergänzungsmittel (Supplemente) beheben leichte Mangelzustände. Bei einem akuten Mangel verschreibt der Arzt hochdosierte Produkte.

Den Kalziummangel beheben

Kalzium oder Calcium sorgt in erster Linie dafür, dass unsere Knochen und Zähne fest sind. Ist das Mineral nicht in ausreichender Menge vorhanden, kann das nicht nur Osteoporose begünstigen, sondern auch die Ursache von Karies und Paradontose sein. Kalzium steckt zum Beispiel in:

  • Milch und Milchprodukten
  • Sesamsamen
  • Sojabohnen
  • Ölsardinen
  • Mandeln
  • Grünkohl
  • Schnittlauch
  • Petersilie
  • Mineral- und Heilwässern

Schon zwei Scheiben Käse und ein Glas Milch täglich können Experten zufolge reichen, um den Bedarf zu decken. Nur wenn es nicht möglich ist, genügend Kalzium über die Nahrung aufzunehmen, wird die Einnahme spezieller Kalziumpräparate empfohlen.

Eine tägliche Zufuhr von 1.000 Milligramm (mg) sehen Experten als ausreichend an. Eine Überdosierung ist aber möglich: Mehr als 1.500 mg Kalzium pro Tag gelten als bedenklich, weil dadurch besonders Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion eventuell einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgesetzt sind. Ein Mediziner kann den Kalziummangel anhand einer Urinprobe oder im Blutserum nachweisen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 07. Juni 2016
Durch:
Quellen: Empfehlungen des Dachverbandes Osteologie (DVO): Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei Erwachsenen S3-Leitlinie. Stand: 10/2009. In: Osteologie 18, 2009, S. 304-328; Lückerath, E., Müller S.: Diätetik und Ernährungsberatung. Karl F. Haug Verlag, Stuttgart 2014; Scharla, S.: Stellenwert von nativem und biologisch aktivem Vitamin D bei der Prävention und Therapie der Osteoporose. In: Zeitschrift für Rheumatologie 65(5), (2006), S. 391-399; Braun, J; Pfeilschifter, J.: Leitliniengerechte Diagnostik und Therapie der Osteoporose 2010. In: Zeitschrift für Rheumatologie 69(4), (2010), S. 327-339; Knieriemen, H.: Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente. AT Verlag, Aarau und München 2010

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