Schlank bleiben in den Wechseljahren

Körpergewicht und Fettverteilung ändern sich in den Wechseljahren

Zwischen dem 45. und dem 55. Lebensjahr nehmen Frauen oft besonders an Gewicht zu. In diesem Alter ist ein Drittel der Frauen mehr oder weniger stark übergewichtig. Grund dafür sind jedoch nicht allein die Wechseljahre.

Gewicht halten in den Wechseljahren
In den Wechseljahren sind die Hormone nur ein Grund, dass Frauen zunehmen.
Foto: istockPhoto

Im Alter brauchen wir weniger Kalorien

Mit zunehmenden Lebensalter sinkt bei Männern und Frauen der Grundumsatz des Körpers, also die Menge an Energie, die der Körper zum Funktionieren benötigt: Stoffwechselvorgänge laufen langsamer ab, die mit der Nahrung aufgenommenen Kalorien werden langsamer verbrannt. Bereits ab dem 30. Lebensjahr schrumpft die Muskelmasse und wird zu Fettgewebe umgewandelt. Hinzu kommt, dass Menschen sich mit zunehmendem Alter weniger bewegen. Das alles führt dazu, dass der Körper weniger Kalorien umsetzt. Wer sich nun weiter wie bisher ernährt und das Zuviel an Energie nicht durch Bewegung ausgleicht, wird zwangsläufig zunehmen. Kontraproduktiv ist zudem der Umstand, dass der Körper mit  steigendem Alter hartnäckiger am vorhandenen Gewicht festhält. Abnehmen wird schwieriger, je älter man wird.

Zunahme vor allem am Bauch

  • zum Test

    Das Klimakterium beginnt mit kleinen, körperlichen Veränderungen: Könnten manche Ihrer Symptome von den Wechseljahren herrühren? Testen Sie es!

Bei Frauen kommt mit dem Eintritt in die Wechseljahre ein weiterer Grund für die stetige Gewichtszunahme hinzu: die hormonelle Umstellung. Der sinkende Östrogenspiegel führt im Frauenkörper zu einem Testosteron-Überschuss. Das männliche Sexualhormon ist nicht nur für lästigen Haarwuchs im Gesicht verantwortlich. Es sorgt auch für eine männlichere Fettverteilung.  Überschüssige Kalorien werden nun nicht mehr an Po, Hüfte und Oberschenkel als Fettpolster abgelagert sondern bevorzugt um den Bauch. Fettgewebe in dieser Körperregion ist  besonders  gefährlich, weil es die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen begünstigen kann.

Übergewicht ist riskant für die Gesundheit

Ein paar Pölsterchen mehr in den Wechseljahren können Frauen noch ganz gelassen sehen: Schließlich muss man sich im Alter von über 50 nicht mehr in Kleidergröße 36 zurückhungern. Wenn die Waage jedoch vor und in den Wechseljahren Jahr für Jahr ein, zwei Kilo mehr anzeigt, sollten Frauen das nicht einfach hinnehmen. Denn Übergewicht birgt gesundheitliche Risiken. Mit jedem Kilo zu viel nimmt die Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes zu. Zudem haben Frauen mit Übergewicht vermutlich in stärkerem Maße mit Beschwerden der Wechseljahre wie Hitzewallungen und Schweißausbrüchen zu kämpfen.

Hormonbehandlung und Gewicht

Eine Hormonbehandlung kann Frauen mit Hitzewallungen, depressiven Verstimmungen, Schlafstörungen und anderen Beschwerden, die sich mit den Wechseljahren einstellen können, helfen. Viele betroffene Frauen befürchten jedoch, dass sie mit der Einnahme von Hormonen zusätzlich an Gewicht zulegen. Diese Ängste sind jedoch unbegründet. Zwar nehmen zu Beginn einer Hormonbehandlung Frauen oft ein bis zwei Kilogramm an Gewicht zu. Dies ist jedoch vorrangig auf Wassereinlagerungen zurückzuführen.

Tipps, wie Sie in den Wechseljahren Ihr Gewicht halten

Gut ist es, wenn Frauen bereits mit Beginn der Wechseljahre auf ihr Gewicht achten. Einen guten Anhaltspunkt für das Normalgewicht ist der Body-Mass-Index (BMI). Er berechnet sich aus dem Gewicht, geteilt durch die Körpergröße zum Quadrat. Bei einem Gewicht von 61 Kilogramm und einer Körpergröße von 165 Zentimeter ist der BMI 22,4. Werte zwischen 18,5 und 25 entsprechen dabei dem Normalgewicht, Werte zwischen 25 und 30 Übergewicht. Liegt der BMI bei 30 oder mehr, spricht man bereits von Fettleibigkeit (Adipositas), die behandelt werden muss.

Gewicht halten mit regelmäßigem Sport

Regemäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung sind die besten Mittel, um eine Gewichtszunahme oder Übergewicht zu verhindern. Empfohlen wird eine Kombination aus Ausdauersport und Muskelkräftigung, pro Woche sollte man sich mindestens dreimal 45 Minuten sportlich betätigen, um die Energiebilanz auszugleichen. Regelmäßiger Sport erhöht zudem die Ausdauer und hält Herz und Kreislauf fit, beugt Osteoporose vor, strafft den Körper und hilft, besser mit Wechseljahresbeschwerden wie depressiven Verstimmungen  klarzukommen.

Essverhalten dem Kalorienbedarf anpassen

Statt das Zuviel auf der Waage mit Diäten zu bekämpfen, sollten Frauen in den Wechseljahren auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achten. Eine ausgewogene Kost mit viel frischem Obst, Gemüse, Vollkornprodukten ist optimal. Eiweißreiche Lebensmittel wie mageres Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte oder Hülsenfrüchte sollten auf dem Speiseplan nicht fehlen. Fett und Zucker verwendet man besser nur sparsam. Vor allem Süßigkeiten, Knabbereien und alkoholische Getränke bringen viele Kalorien mit. Die machen sich jetzt leider viel schneller als zusätzliche Kilos auf der Waage bemerkbar.

Das heißt nicht, dass Frauen in den Wechseljahren Askese üben müssen: Genießen ist weiter erlaubt. Wer jedoch sein Essverhalten in den Wechseljahren ganz bewusst auf den verminderten Energiebedarf im Alter und auf die hormonellen Veränderungen einstellt, der kann dem Thema Gewichtszunahme gelassen und entspannt entgegensehen.

Welche Wechseljahresbeschwerden sonst noch auftreten können, lesen Sie hier.

Alltagstipps: Gesund durch die Wechseljahre

Autor:
Letzte Aktualisierung: 07. April 2015

Fragen passend zum Thema
Expertenrat Hormontherapie

Im Expertenrat zu Hormontherapie in den Wechseljahren können Sie all Ihre persönlichen Fragen unserem Spezialisten stellen.

zum Expertenrat
Gratis Broschüren
Forum

Sie möchten sich mit anderen zum Thema Wechseljahre austauschen? Hier geht's zum Forum.

zum Forum
Meistgelesene Artikel
Arztsuche

Diese Ärzte sind speziell fortgebildet im Bereich Vorbeugung und fokussiert auf die Früherkennung von Risiken und Erkrankungen.

Suchen

Zum Seitenanfang