Unwahrscheinlich, aber möglich!

Schwanger trotz Wechseljahren: Wie lange muss ich verhüten?

Erste Anzeichen der Wechseljahre können weit vor der letzten Regelblutung auftreten. Doch ab wann kann sich eine Frau sicher sein, dass eine Schwangerschaft nicht mehr möglich ist? Alles zur richtigen Verhütung während der Wechseljahre.

Erst nach der letzten Regelblutung – die sich nur rückblickend festlegen lässt – können Frauen in den Wechseljahren das Thema Verhütung ad acta legen.
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Erste Hinweise für den Beginn der Wechseljahre können unregelmäßige Monatszyklen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen sein. Sie gehen auf die sinkenden Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone zurück. Das Einsetzen der Wechseljahre bedeutet aber nicht zwangsläufig das Ende der Fruchtbarkeit.

Auf natürlichem Weg mit 50 schwanger – geht das überhaupt?

Zwar sinkt die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft ab dem Alter von 40 Jahren und auch vorher schon rapide ab, weil sich weniger Eizellen zu Eibläschen entwickeln. Sie ist aber nicht unmöglich! Vor allem gesunde Frauen können immer noch schwanger werden. Erst mit der Menopause, das heißt der letzten Regelblutung, geht die fruchtbare Phase im Leben einer Frau zu Ende. Sie gilt als sicher erreicht, wenn Frauen unter 50 Jahren seit zwei Jahren und Frauen über 50 seit einem Jahr keine Regelblutung mehr hatten.

Schwangerschaften von Frauen mit weit über 50 sind extrem selten – in der Geburtenstatistik in Deutschland werden sie nicht extra ausgewiesen. Da keine befruchtungsfähigen Eizellen mehr vorhanden sind, ist eine Befruchtung auf natürlichem Wege nicht mehr möglich. Wenn Frauen in oder nach den Wechseljahren schwanger werden, dann ist das nur mit Hormonbehandlung und/oder Spenden von Ei- und Samenzellen möglich.

Fruchtbarkeitstests beim Frauenarzt geben Auskunft

Frauen, die sicher wissen wollen, ob die Wechseljahre begonnen haben und ob eine Schwangerschaft noch möglich ist, können sich zur Diagnose an ihren Frauenarzt wenden. So kann zum Beispiel die Messung der Hormonspiegel im Blut, etwa des Follikel-stimulierenden Hormons (FSH) und des Anti-Müller-Hormons (AMH), Hinweise liefern, ob eine Schwangerschaft noch möglich ist.

Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung kann er weiter die sogenannte ovarielle Reserve vorsichtig beurteilen. Das heißt, wie viele herangereifte Eibläschen sich noch in den Eierstöcken befinden. Sind es viele, ist eine Schwangerschaft eventuell noch möglich. Wenige oder keine Eibläschen deuten darauf hin, dass die Fruchtbarkeit abnimmt. Diese Untersuchungen sind jedoch keine Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung und müssen deshalb von der Frau selbst bezahlt werden.

Schwangerschaftsverhütung bis zur letzten Regelblutung

Bis zur Menopause müssen Frauen, die ganz sicher eine Schwangerschaft vermeiden wollen, bei jedem Sex verhüten. Bei der Wahl des richtigen Verhütungsmittels spielen neben der Sicherheit, mit der eine Schwangerschaft verhindert wird, und dem Komfort unter anderem die Verträglichkeit sowie individuelle Voraussetzungen eine Rolle. So ist beim Gebrauch hormoneller Verhütungsmethoden wie der Pille oder des Hormonrings an das mit dem Lebensalter steigende Risiko für Thrombosen zu denken.

Für die Langzeitverhütung von Frauen über 30 Jahren mit abgeschlossener Familienplanung bieten sich Spiralen oder Hormonspiralen an. So kann die Hormonspirale die Blutungen abschwächen und verkürzen sowie Regelschmerzen lindern. Mitunter bleibt die Monatsblutung sogar gänzlich aus. Prinzipiell ist auch eine Sterilisation möglich. Sie lässt sich allerdings nicht mehr rückgängig machen, sodass der Eingriff wohlüberlegt sein sollte.

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Letzte Aktualisierung:21. November 2017
Durch: sba
Quellen: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) (05/2008): Leitlinie Empfängnisverhütung. Familienplanung in Deutschland. URL: http://www.dggg.de/fileadmin/public_docs/Leitlinien/g_02_01_01_empfaengnisverhuetung.pdf (Stand: August 2010) Berufsverband der Frauenärzte e.V. (Pressemitteilung, 2. August 2010): 40 plus: Unregelmäßiger Zyklus allein sagt nichts über Fruchtbarkeit aus. URL: http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_news_652_1_918_40-plus-unregelm-iger-zyklus-allein-sagt-nichts-ber-fruchtbarkeit-aus.html Soares, C.N. & Zitek, B.: Reproductive hormone sensitivity and risk for depression across the female life cycle: Acontinuum of vulnerability? In: Journal of Psychiatry & Neuroscience 33 (2008), S. 331-343