FAQ

Pille und Wechseljahre – die häufigsten Fragen

Die häufigsten Fragen und Antworten zur Verhütung in den Wechseljahren

Die Antibaby-Pille wird heute von vielen Frauen auch noch im Alter von 40 oder 50 Jahren angewendet. Neben der Verhütungssicherheit spielen häufig auch positive Effekte zum Beispiel auf die Regulation des Zyklus oder auf Haut, Haare und Psyche eine wichtige Rolle für viele Anwenderinnen.

Pille und Wechseljahre – die häufigsten Fragen
Die Pille kann, nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung, grundsätzlich bis Anfang 50 eingenommen werden.
(c) Getty Images/iStockphoto

Doch je näher das Thema Wechseljahre rückt, desto größer die Unsicherheit. Die häufigsten Fragen und Antworten zum Thema haben wir hier für Sie zusammengestellt.

1. Komme ich auch mit Pille in die Wechseljahre?

Verzögert die Pille die Wechseljahre?

Die Wechseljahre lassen sich durch die Pille nicht vermeiden. Der Zeitpunkt, wann eine Frau in die Wechseljahre kommt, lässt sich durch die Einnahme der Pille offenbar nicht beeinflussen.

2. Wie kann ich  erkennen, dass die Wechseljahre eingesetzt haben? 

  • zum Download

    Sie möchten die Wechseljahre besser verstehen? Laden Sie sich Ratgeber zur Hormonersatztherapie, wiederkehrenden Harnwegsinfekten oder Scheidentrockenheit anonym und kostenlos hier herunter.

Bei vielen Frauen, die bis ins höhere Lebensalter mit der Pille verhüten, bleiben erste Anzeichen der Wechseljahre wie beispielsweise unregelmäßige Blutungen aus bzw. sind Symptome nur deutlich abgeschwächt spürbar. Der Grund dafür liegt im Einfluss der Pille auf den Hormonhaushalt.

So verhindert das Einnahmeschema der Pille häufig Zyklusunregelmäßigkeiten. Auch vasomotorische Symptome wie Hitzewallungen können durch die Anwendung der Pille geringer ausgeprägt sein. Wer unsicher ist und sich die Frage stellt „Bin ich in den Wechseljahren?“ kann testhalber die Pille absetzen und beobachten, ob bzw.in welcher Regelmäßigkeit noch Blutungen eintreten. Auch eine Hormonuntersuchung nach Absetzen der Pille kann Klarheit bringen.

3. Bis wann sollte ich verhüten? Wann bin ich nicht mehr fruchtbar?

Eine Frau ist grundsätzlich solange fruchtbar, solange sie noch ihre Menstruation hat. Mit der letzten Regelblutung (Menopause) endet also auch die Notwendigkeit der Verhütung. Allerdings lässt sich der Zeitpunkt der letzten Regelblutung nur abschätzend bzw. rückblickend nach einem Jahr endgültig definieren. Schätzungen zufolge kann das mittlere Menopausenalter von 52 Jahren als der Zeitpunkt angegeben werden, bei dem die Chance auf eine Schwangerschaft bei 0 liegt. Wie gesagt – es handelt sich um einen Schätzwert ohne abschließende Gültigkeit. Sprechen Sie dazu auch mit Ihrem Frauenarzt. Eventuell können Hormonmessungen weiteren Aufschluss bringen.

4. Wie häufig werden Frauen um die 50 schwanger?

Eine Schwangerschaft bei Frauen um die 50 ist sehr selten. Denn mit steigendem Alter nimmt die Fruchtbarkeit immer mehr ab. So liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft bei Frauen über 45 bei gerade mal 2-3 Prozent. Bei einer 52-Jährigen liegt der Wert deutlich unter 1 Prozent. 

Frauen über 40, die Ihre Familienplanung abgeschlossen haben und nicht schwanger werden wollen, sollten dennoch die Verhütung nicht vernachlässigen.

5. Müssen Frauen, die die Pille nehmen, länger verhüten?

Für Frauen, die eine Schwangerschaft sicher ausschließen möchten, ist die Pille ein zuverlässiges Verhütungsmittel. Sie hat offenbar weder einen Einfluss auf den Beginn der Wechseljahre noch auf den Zeitpunkt der letzten Regelblutung.

Daher müssen Frauen, die die Pille einnehmen, nicht länger verhüten als Frauen, die die Pille nicht einnehmen. Am besten besprechen sich betroffene Frauen mit Ihrem Frauenarzt, ob und wie lange eine Verhütung mit der Pille für sie überhaupt infrage kommt.

6. Bis zu welchem Alter ist die Pille überhaupt einsetzbar?

Die Pille ist ein sehr sicheres Verhütungsmittel, auf das sich viele Frauen verlassen. Die Pille kann grundsätzlich mit Mitte 40 bis Anfang 50 noch eingenommen werden, wobei hier eine gründliche Nutzen-Risiko-Abwägung notwendig ist. Denn mit steigendem Alter nimmt unter der Pilleneinnahme auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten oder auch Thrombosen zu – insbesondere dann, wenn zusätzlich Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, hoher Blutdruck, ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen vorliegen.

Insbesondere Frauen in der Perimenopause (ca. ab 46 Jahren) sollten sich daher ausführlich von Ihrem Frauenarzt beraten lassen, ob und welche Pille in ihrem individuellen Fall in Frage kommt. Eventuell sind auch hormonfreie Alternativen für Sie das Richtige.

7. Welche Pille ist ab 40 die Richtige?

Die Wahl des richtigen Präparates hängt von der individuellen Situation ab. Frauen, die osteoporosegefährdet sind oder bereits unter Hitzewallungen leiden, sollten ein kombiniertes Pillenpräparat anwenden, das sowohl Östrogen als auch ein Gestagen enthält. Die Östrogendosis sollte vergleichsweise gering sein (in der Regel maximal 30 Mikrogramm). Im Einzelfall sind auch bereits 20 Mikrogramm  Östrogenanteil ausreichend – lassen Sie sich von Ihrem Gynäkologen beraten.

8. Wie soll ich in den Wechseljahren verhüten?

Es existieren viele Verhütungsmethoden, die auch Frauen im mittleren Alter anwenden können. Dazu gehören zum einen die Pille, die Hormonspirale oder auch die Kupferspirale. Aufgrund von bereits existierenden Unregelmäßigkeiten der Eizellreifung und des Menstruationszyklus, ist die natürliche Verhütung mit Temperaturmessung und Schleimbeurteilung in den Wechseljahren kaum noch praktikabel. Eine Sterilisation der Frau bietet einen sicheren Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft, ist aber immer auch eine sehr persönliche Entscheidung der Frau und aufgrund der reduzierten Fruchtbarkeit ab einem Alter von 40 Jahren in der Regel nicht mehr angezeigt.

Frauen sollten die Frage nach der geeigneten Verhütungsmethode immer gemeinsam mit ihrem Arzt besprechen. Das gilt insbesondere für Frauen, die kurz vor den Wechseljahren stehen. Dabei gilt es, zahlreiche individuelle Risikofaktoren und auch persönliche Prioritäten zu berücksichtigen.

9. Kann man die Pille bis zum Ende der Wechseljahre einnehmen?

Auch Frauen in den Wechseljahren können unter gewissen Voraussetzungen mit der Pille verhüten. Die Einnahme der Pille ist laut Experten  bis zum Alter von 51–52 Jahren grundsätzlich möglich – dabei handelt es sich um das Durchschnittsalter bei der letzten Regelblutung (Menopause). Nach der Menopause ist eine Schwangerschaft nicht mehr möglich und eine Verhütung daher an sich nicht mehr nötig. Natürlich spielt bei vielen Frauen nicht nur das Thema Empfängnisschutz bei der Entscheidung für die Pille eine Rolle – auch das Wohlbefinden kann unter der Pille günstig beeinflusst werden und für Anwenderinnen ein relevantes Kriterium darstellen. Eventuell ist auch eine Hormonersatztherapie ein guter Weg- insbesondere zur gezielten Linderung typischer Beschwerden.

10. Ist es ratsam, die Pille länger zu nehmen, um Wechseljahresbeschwerden zu verhindern?

Die Einnahme der Pille kann bei Frauen im klassischen Wechseljahresalter dazu führen, dass der Beginn des Klimakteriums nicht bemerkt wird. Denn die Pille kann Symptome wie Blutungsstörungen, Zyklusunregelmäßigkeiten, Hitzewallungen oder schmerzhafte Regelblutungen günstig beeinflussen. Dem stehen jedoch Risiken wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Blutgerinnsel gegenüber. Eventuell bestehen Risikofaktoren, die gegen die Pille sprechen.

Daher sollte sich eine Frau über die längere Einnahme der Pille mit ihrem Frauenarzt beraten. Eine gezielte Therapie zur Linderung typischer Beschwerden bietet die Hormonersatztherapie durch einen Ausgleich des Östrogenmangels. Ein fließender Übergang von Pille zur Hormontherapie (kein Empfängnisschutz!) ist grundsätzlich möglich, sollte aber mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Gesunder Lebensstil in den Wechseljahren – die besten Tipps

Autor:
Letzte Aktualisierung: 16. Juli 2014
Durch: es
Quellen: BZgA: familienplanung.de: Interview: Verhütung am Ende der Fruchtbarkeit. URL: http://www.familienplanung.de/verhuetung/wechseljahre/ende-der-fruchtbarkeit/ (Stand 3.7.2012) BZgA: familienplanung.de: Wie lange ist Verhütung nötig? URL: http://www.familienplanung.de/verhuetung/wechseljahre/wie-lange-ist-verhuetung-noetig/#c11118 (Stand 3.7.2012) BZgA: familienplanung.de: Verhütungsmittel für die Wechseljahre. URL: http://www.familienplanung.de/verhuetung/wechseljahre/verhuetungsmittel-methoden/ (Stand 3.7.2012) BZgA: familienplanung.de: Spüre ich den Beginn der Wechseljahre, wenn ich die Pille nehme? URL: http://www.familienplanung.de/faq/verhuetung/faq/spuere-ich-den-beginn-der-wechseljahre-wenn-ich-die-pille-nehme/ (Stand 4.7.2012) Hohmann, C.: Prä- und Perimenopause. Verhüten für Fortgeschrittene. Pharmazeutische Zeitung online, URL: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=5383 (Stand 4.7.2012) Ludwig, M.: Hormonelle Kontrazeption in Risikosituationen? So geht’s! EXTRACTA gyn 2010; 4: 20–21 Ludwig, M.: Kontrazeption: Ab wann und bis wann ist sie sinnvoll? Gynäkologie + Geburtshilfe 2011; 5: 28–32 Stute, P.; Kiesel, L.: Hormonale Kontrazeption in der Perimenopause. Gynäkologische Endokrinologie 2006; 4: 84–88 Wiegratz, I.; Thaler C. J.: Hormonale Kontrazeption – was, wann, für wen? Dtsch Ärztebl 2011; 108; 485–506

Fragen passend zum Thema
Expertenrat Hormontherapie

Im Expertenrat zu Hormontherapie in den Wechseljahren können Sie all Ihre persönlichen Fragen unserem Spezialisten stellen.

zum Expertenrat
Gratis Broschüren
Forum

Sie möchten sich mit anderen zum Thema Wechseljahre austauschen? Hier geht's zum Forum.

zum Forum
Meistgelesene Artikel
Arztsuche

Diese Ärzte sind speziell fortgebildet im Bereich Vorbeugung und fokussiert auf die Früherkennung von Risiken und Erkrankungen.

Suchen

Zum Seitenanfang