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Wechseljahresbeschwerden

Hormontherapie: Ja oder Nein?

Individuelle Faktoren und Beschwerden sind entscheidend

Ob Hormone bei Wechseljahresbeschwerden notwendig sind, hängt vom persönlichen Leidensdruck ab. Welche Hormone sinnvoll sind und auf welchem Weg diese verabreicht werden, richtet sich dabei nach den individuellen Risikofaktoren.

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Wechseljahresbeschwerden müssen nicht sein
Getty Images/Hemera

Immer wieder haben in den letzten Jahren neue Veröffentlichungen zum Thema Hormonersatztherapie für Verunsicherung bei Frauen und Ärzten geführt. Die Entscheidung für oder gegen eine solche Behandlung ist nicht leicht und sollte nach den individuellen Nutzen und Risiken gefällt werden. In den verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen kristallisieren sich nach und nach einige stabile Fakten heraus.

Übergewicht und Thrombosegefahr

Demnach scheint eine Verabreichung von Östrogenen über die Haut (transdermal) vorteilhaft zu sein, um beispielsweise das Risiko für die Bildung gefäßverstopfender Gerinnsel (Thromben) niedrig zu halten. Empfohlen wird die transdermale Anwendung von Östrogenen ebenfalls bei übergewichtigen Frauen, die bereits von sich aus eine erhöhte Thromboseneigung aufweisen. Vaginale Beschwerden, wie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, können zusätzlich durch eine Lokaltherapie mit Vaginalzäpfchen oder Creme oftmals gebessert oder sogar beseitigt werden.

Herz und Kreislauf

In einigen Untersuchungen zeichnete sich ein gewisser Schutz vor Herz-Kreislauferkrankungen bei einem frühen Beginn einer Östrogentherapie ab. Bei Frauen, die im Alter zwischen 50 und 59 Jahren wegen Wechseljahresbeschwerden Östrogene einnahmen, lagerte sich weniger Kalzium in den das Herz versorgenden Blutgefäßen ab. Solche Kalziumablagerungen gelten als Risikofaktor für Herzkrankheiten wie Angina pectoris oder Herzinfarkt. Präventive Maßnahmen, wie körperliche Bewegung, ein gesunder Lebensstil, ausgewogene Ernährung, Blutdruck- und Gewichtskontrolle sowie der Verzicht auf Nikotin senken das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen nachweislich und werden ausdrücklich empfohlen.

Brustkrebsrisiko

Problematisch bleibt die Frage des Brustkrebsrisikos durch die Hormonersatztherapie. Die alleinige Behandlung mit Östrogenen und die Kombination von Östrogenen und natürlichem Progesteron scheinen mit einem geringeren Brustkrebsrisiko einherzugehen als die Kombinationsbehandlung aus Östrogenen und synthetischen Gestagenen. Erste Ergebnisse deuten zudem an, dass über die Haut verabreichtes Östrogen mit einem geringeren Brustkrebsrisiko behaftet zu sein scheint als Östrogene in Tablettenform. Hierzu müssen allerdings noch weitere Untersuchungen abgewartet werden, um endgültige Schlüsse zu ziehen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 05. Juni 2015
Quellen: Nach Presseinformation "Hormontherapie bleibt trotz 'börsianischer Schwankungen' spannend" von Februar 2008 sowie New England Journal of Medicine 2007, 356(25).

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