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Gesundheitsrisiken in den Wechseljahren

Hormonbehandlung als Präventionsmaßnahme

Früher Beginn der Behandlung kann Beschwerden vorbeugen

In den Wechseljahren kann es durch die hormonellen Veränderungen zu Beschwerden bzw. Folgeerkrankungen kommen. Eine Ausgleichsbehandlung mit Hormonen ist daher sinnvoll.

Die Wechseljahre (Menopause) entstehen aufgrund einer allmählich nachlassenden Funktion der Eierstöcke. Diese produzieren weniger weibliche Geschlechtshormone, also Östrogene und Progesteron, wodurch es auch zu einer veränderten Produktion anderer Hormone im Körper kommt.

Zahlreiche Beschwerden können die Folge sein: Neben Unregelmäßigkeiten und schließlich dem gänzlichen Ausbleiben der Regelblutung treten vor allem Hitzewallungen, plötzliche Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Depression, Gedächtnisstörungen, Beschwerden im Intimbereich, Gelenk- und Muskelschmerzen, trockene Augen, Blasenschwäche oder Spannungen in der Brust auf.

Knochenschwund und Herzkreislaufrisiken

Doch auch langfristige Folgen sind möglich. So kommt es durch den Mangel an Östrogenen zu Veränderungen des Knochenstoffwechsels. Vor allem in den ersten Jahren nach der Menopause wird besonders viel Knochenmasse abgebaut. Während sich im jungen und mittleren Erwachsenenalter auf- und abbauende Prozesse im Knochen die Waage halten, verschiebt sich dieses Gleichgewicht im höheren Lebensalter zugunsten des Knochenabbaus. Der Östrogenmangel verstärkt diese Entwicklung. In der Folge verändert sich die Struktur des Knochengewebes und die Knochen verlieren an Festigkeit und Elastizität. Eine Osteoporose mit einer erhöhten Gefahr für Wirbelkörper- und Knochenbrüche entsteht.

Auch der Fettstoffwechsel verändert sich im Zuge der wechseljahresbedingten Hormonumstellung: Der Anteil des "guten" Cholesterins (HDL) im Blut sinkt und der Anteil an Triglyceriden steigt. Normalerweise erhöhen Östrogene den Anteil des gefäßschützenden HDL-Cholesterins, das überschüssiges Cholesterin aus den Körpergeweben aufnimmt und in die Leber zum Abbau transportiert. Ist aufgrund des Östrogenmangels nicht genügend HDL vorhanden, steigt die Konzentration des ungesunden LDL-Cholesterins im Blut an. Dieses lagert sich in den Wänden von Blutgefäßen ab und fördert die Entstehung von Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Dadurch erhöht sich bei Frauen nach der Menopause das Risiko für Herzkreislauferkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Nutzen der Hormontherapie

Nicht bei allen Frauen sind die Wechseljahresbeschwerden so stark ausgeprägt, dass sie einer Behandlung mit Hormonen bedürfen. Zwei Drittel der Frauen leiden jedoch mäßig bis schwer unter den Symptomen. In diesen Fällen kann eine Hormonersatztherapie als einzig wirksame Methode deutlich Linderung verschaffen und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Außerdem lassen sich langfristige Folgen des Hormonmangels wie der beschleunigte Knochenabbau und die Fettstoffwechselstörungen günstig beeinflussen.

Auf die Art der Therapie kommt es an

In den letzten Jahren ist die Hormonersatztherapie, die in der Regel aus einer Kombination von Östrogen und Gestagen besteht, aufgrund möglicher Nebenwirkungen wiederholt in die Kritik geraten. Experten wie Prof. Armin Heufelder aus München warnen jedoch vor einer pauschalen Verteufelung. Nach seinen Angaben sind in den Studien, die Hinweise auf mögliche Risiken ergeben hatten, die falschen Hormone bei den falschen Frauen auf die falsche Art und Weise verabreicht worden. Denn die Art der Hormone und die Einnahmeform spielen eine entscheidende Rolle.

Wird eine Hormonersatztherapie verordnet, sollte diese nach Ansicht von Heufelder möglichst frühzeitig beginnen. Besonders günstig ist zudem die Anwendung von Östrogenen, die über die Haut (transdermal) aufgenommen werden, beispielsweise in Form eines Gels. Denn im Vergleich zu Östrogen-Tabletten verringert sich durch transdermale Östrogene das Risiko für die Bildung gefäßverstopfender Gerinnsel (Thrombosen). Daher werden transdermale Östrogene insbesondere auch Frauen empfohlen, die etwa wegen Übergewicht oder Diabetes mellitus bereits ein erhöhtes Thromboserisiko aufweisen.

Gleichzeitig sollte laut Heufelder natürliches Progesteron anstelle der künstlich hergestellten Gestagene verabreicht werden. Denn durch die Kombination von transdermalem Östrogen und natürlichem Progesteron kann das Risiko für Thrombosen noch weiter gesenkt werden. Außerdem erhöht sie - anders als die Kombination von Östrogen und synthetischem Gestagen - nicht das Brustkrebsrisiko. Darüber hinaus wirken sich transdermale Östrogene in Kombination mit natürlichem Progesteron positiv auf das Herzkreislaufsystem aus, weil sie beispielsweise erhöhte Triglyceride und den Blutdruck senken. Auch das natürliche Progesteron allein hat positive Zusatzeffekte: So wirkt es leicht stimmungsausgleichend, nervenschonend, entwässernd und bessert Schlafstörungen.

Bei vaginalen Beschwerden, wie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, kann eine Lokaltherapie mit einer Vaginalcreme oder einem Zäpfchen Linderung verschaffen.

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Autor: Kathrin Sommer
Letzte Aktualisierung: 14. Oktober 2014
Quellen: Newsletter Prävention, 01/2008, Hrsg. Dr. Kade/Besins Pharma GmbH und Informationen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe

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