Hysterektomie

Gebärmutter entfernen: Wann muss es sein?

Erkrankungen können eine Operation nötig machen

Die operative Gebärmutterentfernung, die sogenannte Hysterektomie, ist ein Eingriff mit weitreichenden Folgen. Sie sollte nur dann durchgeführt werden, wenn bestimmte Erkrankungen der Gebärmutter (Uterus) oder Eierstöcke vorliegen und Verfahren, mit denen das Organ erhalten werden könnte, nicht wirksam sind.

Hysterektomie-Wann muss die Gebärmutter entfernt werden?
Eine Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) muss nicht unbedingt nötig sein.
Getty Images/Stockbyte Platinum

Die Gebärmutterentfernung oder Hysterektomie (auch Hystercetomie) gehört nach wie vor zu den häufigsten Operationen bei Frauen. Schätzungen zufolge werden in Deutschland jedes Jahr rund 80.000 bis 90.000 Hysterektomien durchgeführt. Verlässliche Zahlen zur Häufigkeit des Eingriffs liegen nicht vor. Experten gehen jedoch davon aus, dass in Deutschland jeder dritten Frau im Laufe des Lebens die Gebärmutter entfernt wird.

Gründe für die Gebärmutterentfernung (Hysterektomie)

Erkrankungen, die eine Hysterektomie notwendig machen können, sind:

  • Krebserkrankung der Eierstöcke (Ovarialkarzinom)
  • Gutartige Tumoren der Gebärmutter, insbesondere Myome (Uterus myomatosus): In diesem Fall wird eine Hysterektomie nur dann durchgeführt, wenn kein Kinderwunsch mehr besteht oder wenn Komplikationen auftreten wie etwa schwere Regelblutungsstörungen
  • Wiederkehrende Endometriose: Hierbei tritt Gewebe, das dem Gewebe der Gebärmutterschleimhaut gleicht, in anderen Organen des Bauchraums auf, beispielsweise den Eierstöcken, den Eileitern, dem Darm, der Harnblase oder dem Bauchfell. Eine Hysterektomie wird nur dann durchgeführt, wenn kein Kinderwunsch mehr besteht oder wenn schwerwiegende Komplikationen auftreten, etwa starke Verwachsungen oder Entzündungen
  • Extrem starke Regelblutungen, die nicht durch andere Eingriffe behoben werden können
  • Wiederkehrende schwere Menstruationsschmerzen (Dysmenorrhoe), wenn kein Kinderwunsch mehr besteht
  • Bedrohliche Blutungen der Gebärmutter, etwa infolge eines Risses (Ruptur) bei der Geburt
  • Gebärmuttersenkung (Uterusprolaps): Dabei handelt es sich um einen Vorfall der Gebärmutter, die aus ihrer normalen Position in die Scheide absinkt. Im Extremfall kann sie sogar vollständig vor den Scheideneingang treten

Wird immer die gesamte Gebärmutter entfernt?

Bei einer Hysterektomie wird nicht zwangsläufig die gesamte Gebärmutter entfernt. Dies geschieht nur bei der so genannten totalen Hysterektomie. Bei der subtotalen (auch suprazervikalen) Hysterektomie hingegen bleibt der Gebärmutterhals (Zervix) erhalten. Sie kann nur dann durchgeführt werden, wenn am Gebärmutterhals nachweislich keine bösartigen Veränderungen vorliegen. Kurzfristige Vorteile der Gebärmutterhals-erhaltenden Hysterektomie sind eine schnellere Wundheilung und eine geringere körperliche Beeinträchtigung der Patientinnen nach der Operation. Sexuelle Aktivitäten können nachweislich früher wieder aufgenommen werden als bei einer radikalen Hysterektomie. Ob die Schonung des Gebärmutterhalses auch langfristige Vorteile hat, z.B. eine geringere Häufigkeit von Blasenstörungen oder weniger Beeinträchtigungen des sexuellen Empfindens, kann anhand bislang vorliegender Untersuchungen nicht abschließend beurteilt werden.

Wie erfolgt eine Gebärmutterentfernung?

Prinzipiell sind drei Operationstechniken möglich:

  • Abdominale Hysterektomie: Hierbei wird die Gebärmutter über einen Bauchschnitt entfernt. Dieser Eingriff ist am größten. Er ist beispielsweise notwendig, wenn die Gebärmutter besonders stark vergrößert ist etwa bei Myomen.
  • Vaginale Hysterektomie: Die Entfernung der Gebärmutter erfolgt durch die Scheide.
  • Laparoskopische Hysterektomie: Hierbei werden wie bei einer Bauchspiegelung optische und chirurgische Instrumente durch kleine Einschnitte im Bauch eingeführt. Die Gebärmutter wird abgetrennt und durch einen der Einschnitte entfernt. Eine spezielle Form der laparoskopischen Hysterektomie ist die so genannte laparoskopische suprazervikale Hysterektomie, bei der der Gebärmutterhals erhalten bleibt.

Frauen, bei denen eine Hysterektomie ansteht, sollten sich von ihrem Gynäkologen ausführlich über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Methoden und auch über Risiken und Nutzen der Gebärmutterentfernung beraten lassen. So kommt es nach einer Gebärmutterentfernung häufig zum vorzeitigen Eintreten der Wechseljahre. Zwar werden die Eierstöcke bei der Operation möglichst nicht entfernt, um die Hormonproduktion aufrechtzuerhalten. Zahlreiche Untersuchungen deuten allerdings darauf hin, dass es in Folge der Gebärmutterentfernung zu einem beschleunigten Ausfall der Eierstockfunktion kommen kann. Deshalb ist nach einer Hysterektomie häufig eine Hormonbehandlung notwendig, um den Mangel an Hormonen auszugleichen und Wechseljahresbeschwerden zu lindern.

Weitere Informationen zu den Folgen der Gebärmutterentfernung lesen Sie auf Lifeline.de

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Fragen passend zum Thema

Autor: Kathrin Sommer
Letzte Aktualisierung: 03. Juni 2015
Durch: es / Lifeline
Quellen: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. zur Gebärmutterentfernung: "Die laparoskopische suprazervikale Hysterektomie" (Stand: September 2006); Dudenhausen, J.W. & Schneider, H.P.G. (Hrsg.): "Frauenheilkunde und Geburtshilfe" (de Gruyter 1994) sowie Frauengesundheitsbericht Bremen 2001 (Senat für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales)

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