Symptome der Wechseljahre

Hitzewallungen effektiv behandeln

Hitzewallungen zählen zu den Beschwerden, an denen Frauen in den Wechseljahren am häufigsten leiden. Das typische plötzliche Hitzegefühl wird dabei häufig begleitet von Schweißausbrüchen. Mehr zu den Ursachen der fliegenden Hitze und mit welchen Maßnahmen Sie lästige Hitzewallungen in den Griff bekommen.

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Hitzewallungen sind lästig, aber behandelbar. Wer bestimmte Trigger meidet, kann die Beschwerden bereits lindern.
Getty Images/Eyecandy Images RF

Hitzewallungen zählen neben Schlafstörungen, Scheidentrockenheit und Stimmungsschwankungen zu den typischen Symptomen in den Wechseljahren. Am stärksten verbreitet ist die fliegende Hitze in den beiden Jahren vor und nach der letzten Regel. Inwiefern die Hitzewallungen als störend empfunden werden, hängt unter anderem von der Ausprägung ab: Manche Frauen klagen über heftige Schweißausbrüche und starke Gesichtsröte mehrmals täglich und nachts, andere wiederum haben nur selten damit zu kämpfen. Hitzewallungen sollten ernst genommen werden, da sie die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und sowohl den Schlaf als auch die Psyche durcheinanderbringen können.

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Sie beginnen in der Lebensmitte, dann, wenn körperliche Veränderungen die fruchtbare Phase beenden. Ab Mitte vierzig etwa stellen die Eierstöcke die Ausschüttung der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron nach und nach ein, allerdings nicht langsam und gleichmäßig, sondern oft in einem heftigen Auf und Ab. Da Östrogen im Gehirn auf die Steuerung der Körpertemperatur einwirkt, können die Schwankungen der Hormonwerte fliegende Hitze auslösen. Dabei sorgt die Blutgefäßerweiterung in der Haut für eine höhere Hauttemperatur, die wiederum einen Schweißausbruch nach sich zieht.

Hitze, Erröten, Schweißausbrüche

Bei einer typischen fliegenden Hitze setzt plötzlich das Gefühl einer intensiven Wärme ein, die meist von Kopf, Hals, Brust oder Armen ausgeht. Begleitet wird das Hitzegefühl von einem wellenförmigen Erröten und anschließenden Schweißausbrüchen. Durch den Wärmeverlust kommt es in Folge zu leichtem Frösteln. Manche Frauen erleben solche Wallungen bis zu dreißig Mal am Tag, meist sind sie aber seltener. Begleiter können Schwindel, Übelkeit, Herzklopfen oder Kopfschmerzen sein.

Faktoren, die Hitzewallungen begünstigen

Nur wenige Informationen liegen zu verschiedenen Faktoren vor, die Hitzewallungen in den Wechseljahren begünstigen könnten. Da Frauen aus unterschiedlichen Kulturkreisen unterschiedliche Angaben zur Häufigkeit machen, könnten genetische und soziokulturelle Faktoren sowie die Ernährungs- und Lebensweise eine gewisse Rolle spielen. Daneben wird diskutiert, ob ein hoher Body-Mass-Index, Rauchen, Stress, heftige Gefühlserlebnisse, Alkohol, Kaffee, heiße Speisen und Getränke oder Depressionen die Beschwerden fördern und intensivieren. Unklar ist auch, ob sich Ausprägung und Dauer der Hitzewallungen bei der natürlichen Menopause von jenen einer operativ ausgelösten Menopause (durch Entfernen der Eierstöcke oder der Gebärmutter) unterscheiden.

Beschwerden bis zu zehn Jahre lang

Wie lange die teils sehr unangenehmen Hitzewallungen die betroffenen Frauen plagen, ist individuell unterschiedlich. Einer US-amerikanischen Untersuchung zufolge können Hitzewallungen in moderater und schwerer Ausprägung rund zehn Jahre lang andauern – eine Zeitspanne, die die bisher angenommene maximale Dauer noch übertrifft. Dabei hängt die Beschwerdedauer offensichtlich davon ab, in welcher Phase der Wechseljahre die Hitzewallungen erstmals auftreten.

So wurde im Rahmen der vorliegenden Studie festgestellt, dass Frauen, bei denen die Hitzewallungen erst spät in den Wechseljahren auftraten, rund vier Jahre mit den Beschwerden zu kämpfen hatten. Im Gegensatz dazu wurde bei Betroffenen, die schon in der frühen Phase der Wechseljahre an Hitzewallungen litten, eine Beschwerdedauer von rund sieben Jahren ermittelt. Noch länger – über elf Jahre – hielten die Beschwerden bei Frauen an, die bereits zu Beginn des Klimakteriums Hitzewallungen bemerkt hatten.

Effektive Behandlung von Hitzewallungen

Fest steht: Hitzewallungen können mitunter über viele Jahre den Alltag bestimmen. Manchen Frauen helfen Akupunktur, Homöopathie oder andere naturheilkundliche Methoden. Pflanzliche Präparate können allerdings wie konventionell-medizinische Präparate Nebenwirkungen entfalten. Vor jeder Anwendung von pflanzlichen Arzneimitteln empfiehlt sich daher eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt. Um Herz und Blutgefäße fit zu halten, ist eine gesunde Lebensführung besonders wirkungsvoll:

Die besten Tipps gegen Hitzewallungen

  • Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum

  • gesunde, vitaminreiche Ernährung: schwer verdauliche oder stark gewürzte Speisen besser meiden

  • Normalgewicht anstreben

  • Viel Bewegung hält den Kreislauf gesund und kann das Körpergewicht senken. Bewegung an der frischen Luft wie lange Spaziergänge, Radtouren oder Schwimmen macht außerdem angenehm müde, was zur besseren Nachtruhe beiträgt.

  • leichte Kleidung: Es ist besser, mehrere dünne Kleidungsstücke nach dem "Zwiebelschalenprinzip" übereinander zu tragen. Außerdem sind Kleidungsstücke aus Naturfasern zu empfehlen, weil sie den Schweiß besser aufnehmen können.

  • angenehmes Raumklima: Überhitzte Räume können Hitzewallungen verstärken.

  • Bettwäsche aus Baumwollle und ein kühles Schlafzimmer für gesunde Nachtruhe

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Hormontherapie gegen Schweißausbrüche

Führt eine Änderung des Lebensstils nicht zur Besserung der Symptome, kann eine Hormonersatztherapie versucht werden. Sie kann Hitzewallungen am wirksamsten bekämpfen, da sie an der Ursache der Beschwerden, dem Mangel körpereigener Hormone, ansetzt. Nach neuesten Daten aus der Forschung lassen sich unerwünschte Nebenwirkungen der Hormonersatztherapie durch die Wahl von natürlichen Hormonen und der richtigen Darreichungsform weitgehend ausschließen.

Wer eine möglichst verträgliche Behandlungsform sucht, kann über niedrig dosiertes Östrogen und gegebenenfalls natürliches Progesteron nachdenken: Auf die Haut aufzutragende (transdermale) Hormonpräparate wie Dosiergel eignen sich oftmals besser als über den Mund zugeführte (orale) Medikamente, da die Zufuhr über die Haut den Fettstoffwechsel und die Blutgerinnung weit weniger beeinflusst. Frauen, denen die Gebärmutter nicht entfernt wurde, erhalten im Rahmen der Hormontherapie eine Kombination aus Östrogen und Gestagen, andernfalls wird nur Östrogen verabreicht. Ob und welche Form der Hormonersatztherapie in Ihrem individuellen Fall infrage kommt, sollten Sie mit einem Arzt genau abklären.

Was Sie sonst noch tun können, um gut durch die Wechseljahre zu kommen – unsere Tipps in der Galerie:

Alltagstipps: Gesund durch die Wechseljahre

 

Autor:
Letzte Aktualisierung: 09. September 2016
Durch:
Quellen: Freeman, E. W. u.a.: Duration of menopausal symptoms hot flushes and associated risk symptoms. Obstet Gynecol 2011; 117: 1095-1104 Szmuilowcz, E. D. u.a.: Vasomotor symptoms and cardiovascular events in postmenopausal women. Menopause 2011; 18: 603-610 Dören, M. und Beckermann, M.J.: Menopausale Beschwerden und ihre Behandlung. Gynäkologe 2010; 43: 282-286; Nach Informationen von PD Dr. med. A. Römmler, Hormon Zentrum München, sowie Herbert Kuhl: Klimakterium, Postmenopause und Hormonsubstitution. Uni-Med 2006; Nach Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung und den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe

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