Osteoporose

Osteoporose durch die Wechseljahre

Knochenschwund wird in den Wechseljahren angekurbelt

Osteoporose ist eine Alterserkrankung, bei der die Knochensubstanz dünn und brüchig wird. Der Knochenschwund wird in den Wechseljahren angekurbelt.

Osteoporose - Wenn die Knochen brüchig werden
Besonders Grünkohl gilt als kalziumreich.
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In jungen Jahren wird die Knochensubstanz des Menschen ständig erneuert. Dabei halten sich Aufbau- und Abbauprozesse lange Zeit ungefähr die Waage, so dass die Knochenstabilität in den ersten vier Lebensjahrzehnten nur wenig nachlässt. In den Wechseljahren kommt es zu einer hormonellen Umstellung, bei der die Eierstöcke nach und nach die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron einstellen. Dabei ist Östrogen besonders wichtig für die Stabilität der Knochen, sein Fehlen im Körper verlangsamt den Aufbau der Knochen und beschleunigt ihren Abbau. Durch das Absinken des Östrogenspiegels kommt es rasch zu Knochenmasseverlust von 1 bis 3 Prozent pro Jahr, im manchen Fällen sogar bis zu 10 Prozent. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, an Osteoporose zu erkranken, nach den Wechseljahren erheblich an.

Höhere Gefahr von Knochenbrüchen

Die Veränderungen der Knochensubstanz sind zunächst kaum spürbar. Erst in fortgeschrittenem Stadium machen sich mitunter allgemeine Knochen- oder Rückenschmerzen bemerkbar. Die Diagnose Osteoporose wird meist erst dann gestellt, wenn der erste Ermüdungsbruch, also ein Bruch ohne vorangegangene Verletzung, festgestellt wird. Bei jeder dritten Frau stellt sich nach den Wechseljahren eine Osteoporose ein. Wenn Brüche auftreten, ist die Lebensqualität durch lang anhaltende Schmerzen, Haltungsschäden oder Aktivitätseinschränkungen deutlich beeinträchtigt.

Wie kann man dem Knochenschwund vorbeugen?

Der allmähliche Rückgang der Knochendichte ist ein natürlicher Vorgang, der das Altern begleitet. Ob dieser Vorgang schneller oder langsamer abläuft, lässt sich durch eine gesunde Lebensweise in hohem Maße beeinflussen. Die Stabilität der Knochen hängt von vielen Faktoren ab. Sehr wichtig ist es, auf eine gesunde Ernährung zu achten, die reichlich Vitamine (z.B. Obst und Gemüse) und Kalzium (z.B. Milch, Käse, Grünkohl) enthält. Außerdem spielt die körperliche Aktivität eine maßgebliche Rolle. Alle Sportarten, die die Betätigung von Knochen, Gelenken und Muskeln fördern, tragen maßgeblich zur Verhütung der Osteoporose bei. Auch das Rauchen sowie übermäßiger Kaffee- und Alkoholkonsum haben sehr nachteilige Effekte auf die Knochenstabilität. Über mögliche Maßnahmen zur Erhaltung der Knochensubstanz ist ein eingehendes Beratungsgespräch mit dem Arzt empfehlenswert.

Hormongaben verlangsamen Knochenabbau

Sind bereits Brüche aufgetreten oder besteht eine erbliche Vorbelastung, so kann der Arzt eine Knochendichtemessung vornehmen, um das individuelle Risiko richtig einzuschätzen. In vielen Fällen ist eine sinnvoll, bei der die fehlenden Hormone in einer individuellen, d. h. dem tatsächlichen Bedarf angepassten Dosierung verabreicht werden. Sie stärken den Wiederaufbau des Knochengewebes und verlangsamen den Abbau.

Für eine optimale Wirkung müssen sie möglichst früh verabreicht werden. Aktuelle Studienergebnisse legen nahe, dass bei der Wahl von Präparaten, die körperidentische Hormone enthalten und über die Haut verabreicht werden, kaum Risiken für gesundheitsschädliche Nebenwirkungen bestehen. Dazu sollte der Arzt im Vorfeld alle persönlichen und familiären Vorbelastungen mit in Erwägung ziehen.

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Fragen passend zum Thema

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 14. Oktober 2014
Quellen: Nach Informationen von PD Dr. med A. Römmler, Hormon Zentrum München sowie Herbert Kuhl: Klimakterium, Postmenopause und Hormonsubstitution. Uni-Med 2006.

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