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Vaginale Atrophie nach den Wechseljahren

Lokale Hormontherapie bei Scheidentrockenheit

Viele Frauen klagen nach den Wechseljahren über Beschwerden wie Scheidentrockenheit. Eine lokal wirksame Hormontherapie ist dann das Mittel der Wahl.

Lokale Hormontherapie bei Scheidentrockenheit
Ob die lokale Hormontherapie mit Estriol im individuellen Fall in Frage kommt, gilt es mit dem behandelnden Arzt zu klären.
(c) Stockbyte

Bis zu 60 Prozent der Frauen, die ihre letzte Regelblutung (Menopause) hinter sich haben, sind von der sogenannten vaginalen Atrophie betroffen. Gemeint sind typische Rückbildungserscheinungen im Intimbereich, bemerkbar machen sie sich durch eine trockene Scheide, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Juckreiz. Häufig stellen sich die Beschwerden etwa vier bis fünf Jahre nach den eigentlichen Wechseljahren ein. Ohne Behandlung bleiben die unangenehmen Symptome meist bestehen oder verstärken sich sogar. Dies kann eine deutliche Beeinträchtigung der Lebensqualität mit sich bringen, da gerade auch das Erleben der Sexualität durch die Beschwerden stark beeinträchtigt sein kann.

Was Östrogen in der Scheide bewirkt

Ausgelöst werden diese Symptome der Scheidentrockenheit durch die versiegende Produk Produktion des weiblichen Sexualhormons Östrogen. In der Scheidenwand befinden sich Östrogenrezeptoren. Durch das Andocken des weiblichen Geschlechtshormons wird normalerweise die Durchblutung, Feuchtigkeitsbildung und der Aufbau von Zellen der Scheidenhaut gewährleistet. Östrogene beeinflussen zudem auch den pH-Wert der Scheidenflüssigkeit. Das gesunde Scheidenmilieu ist sauer, Milchsäurebakterien können so die Scheide vor Infektionen schützen. Steigt der pH-Wert, nimmt auch das Risiko für Infektionen zu. Umso deutlicher macht sich ein Mangel an Östrogen gerade im Bereich von Vagina und Schamlippen bemerkbar.

Typische Symptome bei vaginaler Trockenheit

In den Wechseljahren kommt es typischerweise zu einem Östrogenmangel. Aufgrund der nachlassenden Östrogenwirkungen nehmen Durchblutung, Feuchtigkeitsbildung und Elastizität der Scheide ab. In der Folge kommt es zu den charakteristischen Symptomen:

  • Trockenheit in der Scheide und an den Schamlippen
  • Juckreiz
  • Mikrorisse der Scheidenhaut
  • leichte Blutungen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • häufige Scheidenentzündungen (Kolpitis)
  • Schmerzen und Brennen auch bei Alltagsbewegungen wie Gehen oder Radfahren

Experten sprechen hier von einer vaginalen Atrophie.

Daneben bildet sich unter Umständen auch die Schleimhaut etwa in Harnblase und Harnröhre zurück, auch eine abnehmende Durchblutung sowie sinkende Elastizität und Muskelaktivität im Bereich der Harnwege ist möglich. Häufige Harnwegsinfektionen und Harninkontinenz können also ebenfalls die Folge von Östrogenmangel sein.

Was hilft bei Scheidentrockenheit?

Freiverkäufliche Präparate wie z. B. Gleitgele und Feuchtcremes sind bei vaginalen Beschwerden in der Postmenopause wenig effektiv, sie können nur für den Moment lindern. An der eigentlichen Ursache des Problems – dem Östrogenmangel – ändern sie nichts.

Lokale, niedrigdosierte Estriolgaben

Um typische Beschwerden wie Scheidentrockenheit oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr zu lindern, hat sich hingegen die gezielte Gabe von Östrogen bewährt. Insbesondere älteren Patientinnen wird dabei eher zu einer lokalen Hormontherapie (z.B. mit Cremes oder Vaginalzäpfchen) mit Estriol – einem natürlichen Östrogen – geraten. Das heißt, die Wirkung entfaltet sich direkt in der Scheide und ermöglicht so eine niedrige Dosierung – mit entsprechend geringerem Nebenwirkungsrisiko.

Positiver Zusatzeffekt: Auch auf die Harnwege kann sich eine lokale vaginale Östrogentherapie günstig auswirken. Sie führt zu einem Rückgang der wiederholt auftretenden Harnwegsinfektionen, für die Einnahme von Östrogenen in Tablettenform (orale Östrogentherapie) ist dies hingegen nicht eindeutig bewiesen.

Grundsätzlich gilt: Ob die lokale Hormontherapie mit Estriol im individuellen Fall in Frage kommt, gilt es mit dem behandelnden Arzt zu klären.

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Autor: Cordula Scholz
Letzte Aktualisierung: 22. Mai 2015
Quellen: Marschke, J.; Emons, G.: Erkrankungen der Urogenitalorgane. Prävention und Behandlung. Gynäkologe 2010; 43: 324–330 Stute, P.; Kiesel, L.: Lokale Östrogentherapie in der Postmenopause. Gynäkologische Endokrinologie 2007: 5: 150–156

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