Ein Thema, das viele Fragen aufwirft

Regelblutung und Zyklus in den Wechseljahren

Bei der Monatsblutung ist nichts mehr normal

Mit dem Einsetzen der Wechseljahre verändert sich im weiblichen Körper vieles - vor allem aber die gewohnte Regelblutung. Das wirft viele Fragen auf.

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Der Zyklus verändert sich in den Wechseljahren von Prämenopause bis Postmenopause.
Getty Images/Polka Dot RF

Erste Vorboten der Wechseljahre sind kaum merkliche Veränderungen der Zykluslänge. Zunächst ist die Regel oft verkürzt. Bei einem Viertel der Frauen zwischen 40 und 50 Jahren werden die Abstände länger, die Blutung stärker. Auch Zwischenblutungen sind häufiger zu beobachten. Nicht selten kommt es bei Frauen in dieser Alterklasse zu Blutarmut (17Prozent der 40 bis 50-Jährigen). Bei starken Blutungen ist der Gang zum Arzt unbedingt erforderlich. Er muss abklären, welche Ursachen zugrunde liegen, da auch einige Erkrankungen zu einer verstärkten Blutung führen können. Obwohl die Fruchtbarkeit in dieser Zeit nachlässt, ist eine Schwangerschaft nach wie vor möglich.

Während der fruchtbaren Phase im Leben einer Frau sind die Eierstöcke die wichtigsten Bildungsstätten für die Östrogen und Progesteron. Beide Hormone haben eine Vielzahl an Aufgaben im weiblichen Körper. Der Eierstock ist die einzige hormonbildende Drüse, die ihre Fähigkeit, die Abgabe befruchtungsfähiger Eizellen und die Bildung weiblicher Hormone, vorzeitig einstellt. Etwa um das 50. Lebensjahr sind die Eier und die sie umgebenden hormonbildenden Zellen des Follikels aufgebraucht. Follikelwachstum, Eisprung und Gelbkörperbildung sind nicht mehr möglich. Die Phase der hormonellen Umstellung setzt ein. Zunächst sinkt die Produktion des Progesterons, später auch des Östrogens.

Der Zyklus wird unberechenbar

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Die eigentlichen Wechseljahre beginnen, wenn die Zyklen unregelmäßig werden, wenn sich kurze und lange Perioden abwechseln. Dieser Zeitpunkt tritt meist im Alter von etwa 45 Jahren ein. Die Dauer dieser Phase ist sehr unterschiedlich und kann von wenigen Monaten bis zu vielen Jahren reichen. Bei etwa der Hälfte aller Frauen treten jetzt die typischen Symptome der Wechseljahre in den Vordergrund: Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Sexualstörungen. Diese Symptome sind verursacht durch einen fortschreitenden Rückgang an Östrogen und Progesteron im Blut, der von heftigen Schwankungen gekennzeichnet ist.

Der Zyklus setzt ganz aus

Die Abbauphase, wenn Eisprung und Gelbkörperbildung immer seltener auftreten, nennt man die Prämenopause. Die Prämenopause umfasst die drei bis fünf Jahre vor dem Auftreten der letzten Blutung. Den Zeitpunkt der letzten Monatsblutung bezeichnet man als Menopause. Er kann nur im Rückblick nach einer blutungsfreien Zeit von mindestens einem Jahr festgestellt werden. Die Jahre nach dem Eintritt der Menopause bis etwa zum 65. Lebensjahr nennt man die Postmenopause. Die gesamte Übergangszeit der Wechseljahre wird als Klimakterium bezeichnet.

Was tun bei Zyklusstörungen?

Wie bei allen anderen Wechseljahresbeschwerden gilt auch hier, dass Stress und Überlastung die Symptome verstärken. Deshalb ist es auf jeden Fall hilfreich, dem Leben einen ruhigeren Rhythmus zu geben und Stressquellen abzubauen. Auch Medikamente verschaffen Linderung. Unter den pflanzlichen Heilmitteln haben sich Extrakte des Mönchspfeffers (Vitex agnus castus) bei Zyklusstörungen bewährt. Eine Rücksprache mit dem Arzt ist übrigens auch bei der Einnahme von pflanzlichen Produkten unbedingt erforderlich.

Bei sehr starken Blutungen schafft die Hormontherapie eine Abhilfe. Die fehlenden körpereigenen Hormone werden mithilfe einer Hormongabe ersetzt. Nach neuesten Erkenntnissen sind die verabreichten Hormone am besten verträglich, wenn sie in ihrer molekularen Struktur den körpereigenen Hormonen identisch sind. Die Behandlung sollte in enger Abstimmung mit dem Arzt erfolgen, der alle persönlichen und familiären Risikofaktoren bei der Auswahl des geeigneten Präparates berücksichtigt. So kommt man gut durch Prämenopause und Klimakterium.

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Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 10. Juni 2015
Durch: es
Quellen: Herbert Kuhl: Klimakterium, Postmenopause und Hormonsubstitution. Uni-Med 2006. Drug Safety 2005; 28(4): 319-32.

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