Hormongabe im Klimakterium

Wirkung von Progesteron in den Wechseljahren

Progesteron und Östrogen wirken dem sinkenden Hormonspiegel entgegen

Progesteron-Wirkung des Hormons in den Wechseljahren
Das natürliche Hormon Progesteron zeigt in den Wechseljahren vielfältige positive Wirkungen
(c) Stockbyte

Wenn es um die Wechseljahre geht, stehen oft Östrogene im Blickpunkt. Doch ein weiteres weibliches Sexualhormon spielt eine wichtige Rolle: das Progesteron.

Wechseljahresbeschwerden sind nicht nur eine Folge fehlender Östrogene. Ein anderes weibliches Sexualhormon, das Progesteron, spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle. Seine Konzentration im Blut nimmt sogar früher ab als die der Östrogene. Oft besteht bereits mehrere Jahre vor der Menopause ein Ungleichgewicht zwischen den Hormonen mit einem Mangel an Progesteron und einem Überwiegen der Östrogene. Ursache ist die abnehmende Zahl an reifen Eizellen und der dadurch immer häufiger ausbleibende Eisprung.

Wirkung und Rolle des Progesterons im Monatszyklus

Im Monatszyklus wird das Gelbkörperhormon Progesteron gebildet, sobald eine reife Eizelle den Eierstock verlassen hat und im Eileiter zur Gebärmutter wandert. Progesteron bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der befruchteten Eizelle und damit den Organismus auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Kommt es nicht zur Schwangerschaft, versiegt die Progesteronproduktion wieder.

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Dies erklärt, weshalb das Progesteron fehlt, wenn nicht mehr in jedem Monat ein Eisprung stattfindet. Anzeichen können erste Zyklusunregelmäßigkeiten wie verlängerte oder verkürzte Zyklen, starke Regelblutungen, Spannungen und Ziehen in der Brust, eine Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen, Schlafstörungen, Gereiztheit und depressive Verstimmungen sein.

Warum das fehlende Progesteron ersetzen?

Fehlendes Progesteron zu ersetzen, kann vielfach die mit den Wechseljahren verbundenen Beschwerden lindern. Wassereinlagerungen und Spannungen in der Brust lassen sich durch die „wasseraustreibende“, d.h. diuretische, Wirkung des Progesterons behandeln. Die Schlafqualität kann sich verbessern und Schlafstörungen gehen unter dem Einfluss von Progesteron mitunter zurück, was sich auch auf die Gemütsverfassung auswirkt. Progesteron soll zudem die Knochen vor Abbau und Osteoporose schützen und der Hautalterung entgegenwirken.

Darüber hinaus ist der Ersatz von fehlendem Progesteron wichtig, um die Gebärmutterschleimhaut vor der Entstehung von Krebs zu schützen. So kann es bei einem Überschuss an Östrogenen im Verhältnis zum Progesteron zu krankhaften Wucherungen in der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie) kommen, aus denen sich möglicherweise Krebs entwickelt. Gerade Frauen, die ihre Gebärmutter noch haben, erhalten deshalb im Rahmen einer Hormontherapie eine Kombination aus Östrogen und Progesteron beziehungsweise Gestagen.

Unterscheidung zwischen Progesteron und synthetischen Gestagenen

Bei der Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden mittels Hormontherapie ist zwischen dem natürlichen Progesteron und den synthetischen Gestagenen zu unterscheiden:

Das „natürliche“ Progesteron wird aus pflanzlichen Ausgangsstoffen gewonnen, die u.a. in Yamswurzelgewächsen enthalten sind. Die Molekülstruktur entspricht dem körpereigenen Progesteron. Damit der Körper das Pogesteron besser aufnehmen kann, wird es bei der Hormontherapie in einer feinen, mikronisierten Zubereitungsform eingesetzt. Zur Verfügung stehen Kapseln zum Einnehmen und Gel zum Auftragen auf die Haut. Sie wirken gegen hormonbedingte Brustschmerzen.

Synthetische Gestagene sind künstlich hergestellte Stoffe mit progesteronähnlicher Wirkung. Sie sind gegenüber dem körpereigenen Progesteron chemisch verändert und haben eine höhere Wirkkraft. Synthetische Gestagene können therapeutisch in verschiedenen Formen angewendet werden, etwa zum Einnehmen als Tablette oder Dragee und als Pflaster über die Haut. Oft handelt es sich um Kombinationspräparate mit Östrogenen.

Progesteron mit Östrogen kombinieren

Welches Präparat bei einer Hormontherapie am besten geeignet ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab und muss im Einzelfall vom behandelnden Frauenarzt gründlich abgewogen werden. Dabei spielen auch zu erwartende Nebenwirkungen eine Rolle. So zeigte natürliches Progesteron in Kombination mit Östrogen laut Studien einen geringeren Einfluss auf das Brustkrebsrisiko als synthetische Gestagene.

Synthetische Gestagene können zudem den Fettstoffwechsel, Blutzucker, Blutdruck und die Blutgerinnung negativ beeinflussen. Bei natürlichem Progesteron treten diese unerwünschten Begleiterscheinungen eher nicht auf, die positiven Wirkungen dagegen wohl.

Autor: Kathrin Sommer
Letzte Aktualisierung: 12. Juni 2013
Quellen: Schaudig, K. et al.: Differenzierter Einsatz von Gestagenen in der Peri- und Postmenopause. In: Der Gynäkologe 41(11), 2008, S. 884-893/ Emons, G.: Hormontherapie mit Östrogenen und Gestagenen in der Peri- und Postmenopause. In: Der Internist, 49(5), 2008, S. 553-558 / Dudenhausen, J. W. et al.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. 2. Aufl. Berlin, New York: Walter de Gruyter, 2002

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