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Tabletten, Gel & mehr

Anwendungsformen der Hormonbehandlung

Hormonpräparate gibt es in Tablettenform, als Gel, Pflaster, Nasenspray und als Spritze. Zäpfchen und Cremes helfen bei örtlichen Beschwerden, wie Scheidentrockenheit.

Hormontherapie
Hormone in unterschiedlichen Darreichungsformen helfen in den Wechseljahren.
Getty Images/Hemera

Mit den Wechseljahrn treten bei vielen Frauen typische körperliche und psychische Beschwerden auf, die oftmals eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität bedeuten. Eine Hormonbehandlung kann dem Körper die Hormone zurückgeben, die er selbst nicht mehr produziert. Es gibt unterschiedliche Hormone und Darreichungsformen zur Behandlung von Symptomen in den Wechseljahren.

Übersicht: Anwendungsformen der Hormonbehandlung

So zeigen sich die Wechseljahre

 

Welche Hormone für welche Beschwerden?

Frauen mit intakter Gebärmutter erhalten eine Kombination aus Östrogenen und Gestagenen, um einer Wucherung der Gebärmutterschleimhaut vorzubeugen. Fehlt die Gebärmutter nach einer Operation, reicht ein Östrogenpräparat aus, um die Hormonmangelbeschwerden zu beseitigen.

Bei der Behandlung von so genannten vasomotorischen Beschwerden, wie beispielsweise Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen kommen Medikamente in Frage, die Estradiol enthalten, die natürliche Hauptform des Östrogens. Ein weiteres natürliches Östrogen, das Estriol, wird vor allem für die lokale Behandlung von Östrogenmangel bedingten Beschwerden wie zum Beispiel Rückbildungserscheinungen und Entzündungen an Scheide und Vulva und Scheidentrockenheit eingesetzt.

Gestagen ist ein Überbegriff für alle Hormone mit Gelbkörperwirkung, damit auch für künstlich hergestellte Substanzen. Einzig Progesteron ist identisch mit dem im Eierstock der Frau gebildeten Gelbkörperhormon und damit ein natürliches Gestagen.

Hormontabletten

Tabletten zur Linderung klassischer Wechseljahresbeschwerden enthalten meist eine Kombination aus Estradiol und synthetischen Gestagenen. Die tägliche Einnahme ist einfach und es stehen unterschiedliche Dosierungen zur Verfügung. Die Hormone passieren allerdings die Leber und die Abbauprodukte können Nebenwirkungen, wie ein erhöhtes Thromboserisiko, hervorrufen.

Hormongel

Hormone in Form eines Gels sind sehr einfach in der Anwendung und ganz individuell und niedrigst dosierbar. Das Dosiergel in einem Spender ist geruchsneutral und völlig unsichtbar. Es wird wie eine Creme einmal täglich auf die Haut aufgetragen, am besten nach dem morgendlichen Duschen. Es zieht rasch ein und reizt nicht die Haut.

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Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass bei der Hormongabe über die Haut im Vergleich zu Tabletten kein gesteigertes Thromboserisiko auftritt. Die Studien zeigten in diesem Zusammenhang für orale Östrogene (Tabletten) eine Zunahme des Thromboserisikos auf mehr als das Dreifache, aber keine Zunahme bei der transdermalen Anwendung (über die Haut), selbst dann nicht, wenn eine Anlage für Gerinnungsstörungen oder massives Übergewicht vorlag.

Hormonpflaster

Ähnlich einfach in der Anwendung sind auch Hormonpflaster. Es gibt sie in unterschieedlichen Dosierungen. Klebt das Pflaster korrekt, kann man wie gewohnt duschen, baden oder auch Sport treiben. Das Pflaster muss nach etwa einer Woche erneuert werden, um einen gleichmäßigen Hormonspiegel zu gewährleisten. Eine direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, da sich der Wirkstoff zersetzen kann.

Bei allen Applikationsformen, die über die Haut verabreicht werden -also bei Gel, Pflaster aber auch Nasensprays, wird der Weg über die Leber und den Magen-Darm-Trakt umgangen. Bei diesen Präparaten reicht eine geringere Dosierung aus, da der direkte Weg in die Blutbahn die Wirkstoffe ohne Umwege an die richtige Stelle bringt.

Hormonspritze

Eine Hormonspritze wird etwa alle vier Wochen vom Arzt gesetzt. Die Injektion erfolgt in den Gesäß- oder Oberarmmuskel. Dort wird ein Hormondepot angelegt, aus dem kontinuierlich geringe Mengen an Östrogen abgegeben werden. Im Gegensatz zum Gel, Pflaster oder der Tablette können bei einer Unverträglichkeit oder Überdosierung jedoch keine Dosis-Korrekturen vorgenommen werden. Als Einstieg empfiehlt sich diese Darreichungsform deshalb nicht.

Nasensprays

Das östrogenhaltige Nasenspray muss zweimal täglich angewandt werden, um eine Linderung der Symptome herbeizuführen. Die Hormone sollten in die freie Nase gesprüht werden und anschließend darf wenigstens eine Viertelstunde lang nicht geschnaubt werden. In seltenen Fällen kann es zu einem leichten Kribbeln in der Nase kommen. Die Anwendung des Nasensprays kann problemlos in den Tagesablauf integriert werden. Es erfordert aber auch Selbstdisziplin, denn die regelmäßige Anwendung ist für die Wirksamkeit unerlässlich.

Creme und Zäpfchen bei trockener Scheide

Bei örtlichen Beschwerden, wie Rückbildungen an den Geschlechtsorganen, trockener oder entzündlich veränderter Scheide, kann eine lokale Östrogenbehandlung schnelle Abhilfe schaffen. Hierfür gibt es Medikamente in Form von Cremes oder Vaginalzäpfchen. Sie bewirken eine stärkere Durchblutung, die Schleimhäute werden wieder aufgebaut und Scheidentrockenheit, Brennen und Juckreiz gelindert. Welche Darreichungsform individuell richtig ist, sollte im Gespräch mit dem behandelnden Frauenarzt geklärt werden.

Eine Therapie stimmt der Arzt stets individuell auf die Bedürfnisse der Patientin ab. Dabei wird immer nach dem Prinzip verfahren: So wenig Hormone wie möglich, so viel wie nötig.

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