Trockene Scheide & Co.

Vaginalzäpfchen und Creme gegen Scheidentrockenheit

Unangenehme Begleiter der Wechseljahre sind Trockenheit und Juckreiz der Scheide. Effektive Hilfe und Schmerzlinderung versprechen östrogenhaltige Cremes, Vaginalzäpfchen oder Ovula.

Vaginalcreme gegen Scheidentrockenheit
Gegen Scheidentrockenheit und Juckreiz helfen Vaginalcremes.
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In den Wechseljahren stellen die Eierstöcke allmählich die Produktion von Östrogen ein. Dadurch wird die Produktion von Scheidenflüssigkeit verringert – Scheidentrockenheit, Juckreiz und Brennen sind mögliche Folgen. Viele Frauen verspüren auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Die Durchblutung wird schlechter, was die Haut von Vulva und Vagina dünner (Atrophie) und weniger elastisch werden lässt. Da sich auch das Scheidenmilieu verändert, bedeutet das eine größere Anfälligkeit für Entzündungen und bakterielle Infektionen. Blasenprobleme bis hin zur Harninkontinenz können auftreten.

Das hilft bei Scheidentrockenheit: 13 Tipps

Östrogenspiegel verantwortlich für Trockenheit der Scheide

Veränderungen der Scheide sind häufig auf einen niedrigen oder sinkenden Östrogenspiegel zurückzuführen. So treten Scheidentrockenheit und die damit einhergehenden Beschwerden vermehrt in oder nach den Wechseljahren auf, können jedoch auch jüngere Frauen treffen. Denn einige Frauen haben generell einen sehr niedrigen Östrogenspiegel und sind daher anfälliger für Beschwerden im Vaginalbereich. Auch chronische Pilzinfektionen können eine Ursache dafür sein, dass die Schleimhäute der Scheide dünner werden. Nur mit einem gezielten Aufbau der Schleimhaut kann man den unangenehmen Symptomen entgegenwirken.

Lokale Behandlung mit Estriol gegen Scheidentrockenheit

Es gibt unterschiedliche Präparate zur gezielten Behandlung bei Scheidentrockenheit. Bei einer lokalen Behandlung ist bereits eine sehr geringe Dosis an Östrogen ausreichend, um eine Linderung der Beschwerden herbeizuführen. Da entsprechende Produkte kaum Wirkungen auf den Gesamtorganismus haben, ist keine ergänzende Behandlung mit Gestagenen nötig. In den lokal wirksamen Präparaten ist das natürliche Östrogen Estriol in einer niedrigen Dosierung vorhanden. Die Frau kann hier unter den Darreichungsformen Zäpfchen, Ovula oder Creme wählen.

Einfache Anwendung: Zäpfchen, Cremes und Ovula im Vergleich

Vaginalzäpfchen: Viele Frauen entscheiden sich für Vaginalzäpfchen, weil diese sehr einfach in der Handhabung sind und nach anfänglicher täglicher Therapie nur zwei- bis dreimal wöchentlich eingeführt werden müssen. Das enthaltene Estriol bewirkt bereits nach kurzer Zeit eine Verringerung der Symptome. Es sorgt für eine bessere Durchblutung und verzögert den altersbedingten Abbau der Schleimhaut. Auch eine bessere Wundheilung nach Verletzungen können estriolhaltige Vaginalzäpfchen herbeiführen.

Ovula: Ovula sind eine besondere Form von Zäpfchen und gerade für Frauen mit trockener Scheide geeignet. Während normale Zäpfchen etwas Feuchtigkeit benötigen, um sich aufzulösen, schmilzt die Trägersubstanz der Ovula unter Wärme und gibt dann den Wirkstoff frei. In der Anwendung unterscheiden sich Ovula und Zäpfchen nicht voneinander.

Die Zäpfchen beziehungsweise Ovula werden zu Beginn der Therapie drei Wochen lang täglich abends in die Scheide eingeführt.

Vaginalcreme: Die Vaginalcreme wird zunächst täglich drei Wochen lang abends auf die äußeren Geschlechtsteile aufgetragen. Als Erhaltungsdosis wird sowohl für die Vaginalzäpfchen als auch für die Vaginalcreme eine etwa zweimal wöchentlichen Anwendung empfohlen.

Scheidentrockenheit beim Geschlechtsverkehr

Scheidentrockenheit kann das Eindringen des Penis erschweren und beim Liebesspiel zu Schmerzen führen. Gerade bei einer trockenen Scheide sollte aber nicht auf Sex verzichtet werden, sofern keine anderen Gründe dagegen sprechen. Denn regelmäßiger Verkehr fördert die Durchblutung der weiblichen Geschlechtsorgane und hilft damit, die Scheide möglichst feucht zu halten.

Neben der Behandlung mit estriolhaltigen Vaginalzäpfchen, Ovula und Cremes gibt es weitere Optionen, um möglichen Beeinträchtigungen beim Sex entgegenzuwirken. In erster Linie kann ein längeres Vorspiel bei den meisten Frauen viel dazu beitragen, die natürliche Befeuchtung der Scheide anzuregen. Auch Gleitgele und -cremes erleichtern den Liebesakt. Ebenso werden von einigen Frauen gerne Öle verwendet. Dabei sollte allerdings beachtet werden, dass Öle und andere fetthaltige Gleitmittel das Latex angreifen und die Kondome brüchig machen können.

Weitere Tipps bei Scheidentrockenheit

Nicht nur während des Klimakteriums ist Scheidentrockenheit ein Thema. Frauen jeden Alters können folgende Tipps beachten:

  • Zur täglichen Intimhygiene sollte weder zu kaltes noch zu warmes Wasser verwendet werden, da dies die Scheide zusätzlich austrocknen kann.

  • Verwenden Sie lieber keine parfümierten Duschgele und Seifen. Diese trocknen die Schleimhäute aus und können den pH-Wert durcheinanderbringen. Greifen Sie lieber auf neutrale, speziell für die Intimhygiene entwickelte, Waschlotionen zurück.

  • Verzichten Sie auf übertriebene Hygienemaßnahmen wie Vaginalduschen, um das natürliche Scheidenmilieu nicht unnötig zu irritieren.

  • Tragen Sie bequeme, möglichst lockere Unterwäsche. Natürliche Stoffe wie Baumwolle sind luftdurchlässig und deshalb besser für ein gesundes Scheidenmilieu als Wäsche aus synthetischen Fasern.

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