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Hormonyoga: Übungen für mehr Wohlbefinden

Hormonyoga ist ein relativ junger Yoga-Stil, der sich ausgleichend auf die Hormone auswirken und so typische Wechseljahrsbeschwerden lindern soll. Alles zu den Übungen und ihrer Wirkung in den Wechseljahren.

hormonyoga
© Getty Images/Jose Luis Pelaez Inc

Im Überblick:

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Was ist Hormonyoga?

Unter den vielen verschiedenen Yoga-Stilen ist Hormonyoga eine Richtung, die erst seit den 1990er-Jahren existiert. Es handelt sich dabei um eine speziell auf das Hormonsystem von Frauen ausgerichtete Reihe von Übungen (Asanas) in Kombination mit bestimmten Atemtechniken (Pranayamas). Hormonyoga wurde von der Brasilianerin Dinah Rodrigues gemeinsam mit ihrem damaligen Gynäkologen unter dem Namen "Hormon-Yogatherapie für die Menopause" entwickelt. Sie selbst kam laut eigener Aussage mit Hormonyoga nahezu beschwerdefrei durch die Wechseljahre.

Die Übungsreihe soll die Hormonproduktion im Körper aktivieren und dadurch Symptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Haarausfall reduzieren beziehungsweise vorbeugen. Außerdem soll auch Krankheiten, die Folge des niedrigen Hormonspiegels in den Wechseljahren sind, wie beispielsweise Osteoporose, vorgebeugt werden. Viele Übungen ähneln denen des Kundalini- und Hatha-Yogas.

Eine Einheit Hormonyoga besteht – ähnlich wie bei vielen anderen Yoga-Stilen – aus drei Phasen:

  • Aufwärmphase mit Dehn- und Aufwärmübungen
  • Übungsreihe: Im Hormonyoga sind feste Übungsreihen vorgesehen, die etwa 30 Minuten dauern.
  • Meditation: Eine Yogastunde endet mit der Endentspannung (Savasana), die unterschiedlich lang sein kann.

Im Hormonyoga kommen dabei bevorzugt vier Techniken zum Einsatz:

  • der Feueratem (Bhastrika)
  • die Atemtechnik Ujjayi
  • die Arbeit mit den Energieverschlüssen Bhandas (vor allem Mula Bandha, der Beckenbodenverschluss durch Anspannnung der Beckenbodenmuskeln)
  • die tibetische Energielenkung

Für die tibetische Energielenkung berührt die Zungenspitze bei angehaltenem Atem den oberen Gaumen, die Konzentration fokussiert sich auf die Nasenspitze. Gleichzeitig wird die vom unteren Ende der Wirbelsäule aufsteigende Energie visualisiert und beispielsweise zu den Eierstöcken oder der Schilddrüse gelenkt, dann erfolgt die langsame Ausatmung.

Wirkung von Hormonyoga

Durch die Atemtechniken in bestimmten Haltungen sollen hormonproduzierende Drüsen (Schilddrüse, Hypophyse, Nebennieren und Eirestöcke) angeregt werden, indem die Lebensenergie (Prana) dort hingelenkt wird. Die Produktion der Hormone Östrogen und Progesteron, die normalerweise in den Wechseljahren nachlässt, soll so gefördert werden, gleichzeitig wird das Stresshormon Cortisol reduziert. Neben diesen Wirkungen trägt eine regelmäßige Yoga-Praxis (zwei bis dreimal pro Woche) dazu bei, Körper und Geist beweglich zu halten und in der Balance zu bleiben.

Studien zur Wirkung von Hormonyoga

Anfang der 2000er-Jahre führte Dinah Rodriguez zusammen mit einer gynäkologischen Klinik in Brasilien eine Studie zur Wirksamkeit von Hormonyoga durch. Untersucht wurden dabei 116 Frauen, die an drei Tagen pro Woche Hormonyoga praktizierten. Die durch hormonelle Schwankungen verursachten Symptome wie beispielsweise in den Wechseljahren besserten sich beziehungsweise verschwanden teilweise sogar ganz nach durchschnittlich vier Monaten.

Wissenschaftliche Studien mit Evidenz zur Wirksamkeit von Hormonyoga stehen bisher noch aus. Viele Untersuchungen zeigen jedoch:

  • positive Effekte auf die Psyche und das allgemeine Wohlbefinden
  • reduziertes Stressempfinden
  • verbesserte Schlafqualität
  • Anstieg des Hormonspiegels

Allgemein gibt es zu Yoga einige wissenschaftliche Studien, die positive Effekte belegen. So reduziert Yoga nachweislich Stress, da die Ausschüttung von Cortisol vermindert wird. Dieser Effekt kann auch bei Angststörungen und Depressionen hilfreich sein. Für die entspannende Wirkung spielen vor allem Atemübungen und Meditationen eine wichtige Rolle. Gerade als ergänzende Behandlung verschiedener Beschwerden ist Hormonyoga deshalb durchaus sinnvoll.

Für wen kommt Hormonyoga nicht infrage?

Tatsächlich gibt es Kontrainikationen bei Hormonyoga. Nicht praktizieren sollten es:

  • Frauen mit Krebserkrankungen, die mit Hormonen in Verbindung stehen, wie beispielsweise manche Arten von Brustkrebs
  • Frauen mit hohem Blutdruck
  • Frauen mit Osteoporose
  • Frauen mit Myomen
  • Frauen mit Entzündungen der Atemwege
  • schwangere Frauen
  • Frauen, die ihre Periode haben
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